Mit Beat und beredter Stille für guten Zweck in Gernewitz

Benefizkonzert für Kirche Gernewitz. Regional bekannte und beliebte Akteure dafür gewonnen.

Benefizkonzert für die Instandsetzung der Kirche Gernewitz. Die Akteure: Der Stadtrodaer Kantor Mondi Benoir(Klavier und Gesang) mit seinen Band-Mitgliedern dem Saxophonist Michael Oettel aus Jena, dem Drummer Peter (Pit) Kroneberger aus Stadtroda und dem Gitarristen Andreas Würscher aus Gera (von rechts). Die Musiker haben den Pantomime-Künstler Harald Seime (2.v.li.) in ihre Mitte genommen.

Benefizkonzert für die Instandsetzung der Kirche Gernewitz. Die Akteure: Der Stadtrodaer Kantor Mondi Benoir(Klavier und Gesang) mit seinen Band-Mitgliedern dem Saxophonist Michael Oettel aus Jena, dem Drummer Peter (Pit) Kroneberger aus Stadtroda und dem Gitarristen Andreas Würscher aus Gera (von rechts). Die Musiker haben den Pantomime-Künstler Harald Seime (2.v.li.) in ihre Mitte genommen.

Foto: zgt

Gernewitz. Benefizkonzert in der Kirche für die Kirche – das ist in Gernewitz mittlerweile zu einem Synonym für Vergnügen und Begeisterung geworden.

Auch mit der jüngsten Veranstaltung am 20. Juni hatte der Förderkreis wieder ein glückliches Händchen, geführt von dem Prinzip, regional bekannte und beliebte Akteure oder Leute, die sich mit dem Dorf verbunden fühlen, zu gewinnen. Dieses Mal fanden sich Kantor Mondi Benoire, seine Bandkollegen, der Gitarrist Andreas Würscher aus Gera, Saxophonist Michael Oettler aus Jena und Drummer Peter (Pit) Kroneberger aus Stadtroda mit dem Pantomimen Harald Seime zu einer Liaison zusammen, die ihren Reiz aus dem Wechselspiel von Beat und Stille bezog. Ihr Programm "Pantomime & Jazz" zog das Publikum in seinen Bann. Mal vom Rhythmus der Musik erfasst kaum auf den Kirchenbänken zu halten, dann wieder atemlos still und gespannt in der Entschlüsselung der stummen Körpersprache gefesselt, genossen die Besucher ein Programm, von dem beim anschließenden gemütlichen Beisammensein vor dem Denkmalhof gesagt wurde: Wer nicht da war, hat was verpasst. Gut 100 Leute waren da, der Erlös von 480 Euro zugunsten der weiteren Kirchensanierung ein Erfolg.

Einen nachdenklichen Aspekt in dem sonst von Frohsinn geprägten Abend setzte Harald Seime mit seiner Performance "Memoriam". Das Stück, das die Lebensgeschichte seines aus Gernewitz stammenden Vaters Willi erzählt, und in dem er und seine Schwester Gunhilt als Kinder vorkommen, entstand ganz aktuell. Anlass war eine Nachricht der Kriegsgräberfürsorge, welche die Familie vor Kurzem völlig unerwartet erreichte. Darin wurde mitgeteilt, dass der aus dem Zweiten Weltkrieg nicht zurückgekehrte Vater in einem Ehrenhain bei Breslau seine letzte Ruhe gefunden habe. Damit habe die Ungewissheit ein Ende gefunden, unter der besonders die Mutter jahrzehntelang gelitten habe, erklärte Harald Seime dem Publikum. Seine Bitte um Verständnis für die besinnliche Zäsur wurde mit respektvollem Applaus quittiert.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.