Radurlaub daheim: Im Hainich von Spielplatz zu Spielplatz

Hainich.  Der etwa 22 Kilometer lange Rundweg durch die Buchenwälder bietet reichlich Abwechslung für Familien – und braucht Kondition

Der große Holzgrashüpfer im Wildkatzenkinderwald ist eines von mehreren Spielgeräten. Endlich mal ein Kleinkind-taugliches Klettergerüst.

Der große Holzgrashüpfer im Wildkatzenkinderwald ist eines von mehreren Spielgeräten. Endlich mal ein Kleinkind-taugliches Klettergerüst.

Foto: Daniel Volkmann / TA

Radtouren mit Kindern sind so eine Sache. Um den Nachwuchs motiviert und bei Laune zu halten, sollte entlang der Strecke genügend Abwechslung geboten werden. Seltene Schmetterlinge und schöne Ausblicke mögen für Erwachsene ausreichen. Für Kinder braucht es etwas Lebhafteres.

Der Fahrrad-Rundweg im Nationalpark Hainich schafft das. Auf 25 Kilometern führt er durch das Kerngebiet des Parks. Momentan zwei, ab Herbst sogar drei Spielplätze können auf der Route angesteuert werden. Mit der Wurzelhöhle und dem Baumkronenpfad kommen zwei weitere kindgerechte Attraktionen hinzu. Erwachsene erfreuen sich an dem ständigen Wechsel von urwüchsigem Buchenwald, Wiesen und Gradwegen. Während die Kinder sich auf den Spielplätzen austoben, haben Eltern die Möglichkeit, sich zu erholen. Denn die Radtour ist nicht ohne Anspruch.

Im Herbst öffnet ein riesiger Abenteuerspielplatz

Grundsätzlich kann der Rundkurs an jedem der fünf Wanderparkplätze entlang der Strecke begonnen werden. Der ideale Ausgangs- und Endpunkt ist allerdings das Nationalparkzentrum an der Thiemsburg. Es ist bequem mit dem Auto zu erreichen. An Wochenenden und Feiertagen sind Busse mit Fahrrad-Träger unterwegs. Wer will, kann sich im Nationalparkzentrum mit Informationen und Karten versorgen. Zudem sind der Baumkronenpfad, der ab Herbst geöffnete Abenteuerspielplatz „Im Reich des Fagati“, die Wurzelhöhle und der örtliche Imbissstand die perfekten Lockmittel für Jung und Alt, um die Tour bis zum Ende zu fahren. Diese Attraktionen sollten vorerst also links liegen gelassen werden.

Die Hainich-Nationalparkverwaltung empfiehlt, die Tour entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren. Bald wird klar, warum. Denn zunächst geht es bergab und ganz entspannt geradeaus. Verfranzen kann sich auf der Route niemand. Das orange Dreieck ist für die nächsten Stunden des Radlers bester Freund. Alle paar hundert Meter und an jeder größeren Kreuzung leuchtet es durch den Wald.

Vom Thiemsburg-Parkplatz geht es links der Landesstraße bergab in den Wald hinein. Durch die dicht-stehenden Buchen und zwischen Waldsaum und Wiesen, schließlich zwischen Feldern entlang führt die Tour nach Weberstedt. In der Nationalparkgemeinde kann ein erster Stopp eingelegt werden. Der Spielplatz direkt neben dem Schloss Goldacker wurde 2018 eingeweiht – sogar eine Seilbahn gibt es hier.

Für den zweiten Teilbraucht’s gute Oberschenkel

Über eine alte Kopfsteinpflasterstraße – unbequem zu befahren – geht es hinauf zum Feensteig. Diesem folgt die Radroute aber nur kurz, bald biegt der Weg ab und mündet schließlich auf die Triftchaussee. Diese asphaltierte Straße führt bis zum Wanderparkplatz Fuchsfarm. In der urigen Blockhütte „Brotzeit“ gibt’s von Mittwoch bis Sonntag genau das.

Von dort noch etwa 15 Minuten Fahrt ist der Wildkatzenkinderwald entfernt. Hier bietet sich eine Mittagsrast an – während die Kinder schaukeln, klettern, einen Aussichtsturm besteigen oder durch die Hecken kriechen können, um Igel, Maus, Käfer & Co auf die Spur zu kommen.

Die Hälfte der Tour ist geschafft – jetzt folgt der knackige zweite Teil. Etwa 40 Minuten reine Fahrtzeit geht es von nun an sanft, aber stetig bergauf. So abwechslungsreich die Strecke ist: Die Oberschenkel haben hier gut zu tun. Wer ein E-Bike sein Eigen nennt, hat es gut.

Das Craulaer Kreuz und die Hainichbaude sind der Gipfel der Tour. Wer mag, kann hier von Mittwoch bis Sonntag einkehren. Ob mit oder ohne Imbiss, der Schweiß sollte schnell vergessen sein, denn hier oben auf dem Grat pfeift zuverlässig der Wind. Zwischen Feldern hindurch geht es nun auf teils engen Schotter- und Waldwegen zurück zum Baumkronenpfad und zum Ende der Tour.

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Eckdaten zur Tour

  • Start und Ziel sind bei diesem Rundkurs prinzipiell variabel. Am besten eignet sich das Nationalparkzentrum am Forsthaus Thiemsburg als Ausgangs- und Zielpunkt.
  • Länge: 25 Kilometer
  • Höhenunterschied: Der höchste Punkt liegt auf 482 Metern, der tiefste auf 231 Metern.
  • Schwierigkeitsgrad: Grundsätzlich leicht befahrbare befestigte Wege, teilweise sind sie asphaltiert. Vor allem ab der zweiten Hälfte körperlich anspruchsvolle Steigungen. Wer mit Kinder-Anhänger unterwegs ist, muss ab und zu an Schranken vorbei manövrieren, welche die Wirtschaftswege sperren.
  • Anbindung: Die Parkplätze Thiemsburg, Feensteig, Fuchsfarm, Rüspelsgrund, Am Zollgarten und Craulaer Kreuz liegen rings um den Kurs. Der Nationalparkbus der Linie 150 fährt täglich als Rufbus ab Eisenach oder Bad Langensalza zur Thiemsburg. An Wochenenden und Feiertagen Radmitnahme möglich. Dafür braucht es eine Anmeldung bis zwei Stunden vor Abfahrt unter Telefon: 03601 / 4086 5237.
  • Orte an der Strecke: Weberstedt, Mülverstedt, Craula
  • Sehenswertes an der Strecke: Baumkronenpfad und Wurzelhöhle am Nationalparkzentrum, Wildkatzenkinderwald bei Kammerforst, Schloss Goldacker in Weberstedt
  • Einkehrmöglichkeiten: Gasthütte „Brotzeit“ am Parkplatz Fuchsfarm und die Hainichbaude am Craulaer Kreuz sowie das Forsthaus Thiemsburg am Nationalparkzentrum
  • Für Kinder bieten die Spielplätze bei Kammerforst und in Weberstedt ideale Abwechslung. Voraussichtlich im Herbst soll der Abenteuerspielplatz „Das Reich des Fagati“ am Nationalparkzentrum eröffnen.
  • Wer die Tour variieren möchte, kann von der Thiemsburg einen Abstecher nach Bad Langensalza machen und sich die Kur- und Rosenstadt ansehen. Allerdings muss dann ein langer Anstieg bewältigt werden, um anschließend zurück auf die Route zu kommen.