Dirk Pille über ein fast perfektes Thüringer WM-Wochenende.

Zweimal Gold durch Skeleton-König Christopher Grotheer, Silber für Bob-Newcomer Adam Ammour und Bronze für Monopilotin Lisa Buckwitz. Der Bob-Racing-Club Thüringen ist schon nach dem ersten WM-Wochenende uneinholbar der beste Verein der Schlitten-Welt.

Meinhard Nehmer, Wolfgang Hoppe, André Lange, Mariama Jamanka - die Reihe der Olympiasieger an den Lenkseilen ist beeindruckend. Mit Skeleton-Champion Grotheer kam für den BRC 2022 in Peking ein Bauchrodler hinzu. Ungezählt sind die WM-Titel der Oberhofer.

Thüringens Bob- und Skeletonsport hat sich immer wieder neu erfunden. Im Wissen, dass man in der kostenintensiven Sportart nur von Tradition nicht überleben kann, wurde stets Nachwuchs aufgebaut. Die erstklassigen Trainer gaben ihr Wissen an die nächste Generation weiter. Im stärksten Schlittenland der Erde liefert sich Oberhof so einen Konkurrenzkampf mit Oberbärenburg, Winterberg und Königssee, den man oft gewinnt.

Dass dabei keine geborenen Thüringer mehr in der ersten Reihe stehen, zeigt allerdings die Krise im Freistaat in Zubringersportarten wie der Leichtathletik. So lockt das Knowhow Top-Talente wie zuletzt Adam Ammour auf den Rennsteig. Die Weltklasse-Sportler zu halten und schon wieder die nächste Generation aufzubauen, ist die schwierige Aufgabe. Denn das Geld dafür fällt besonders in Thüringen nicht von den Bäumen.