FC Carl Zeiss Jena: Alte Weggefährten in der Lobby

Antalya.  Der Thüringer Mike Sadlo ist Trainer der SG Sonnenhof Großaspach. Seine Mannschaft ist wie der FC Carl Zeiss Jena im Trainingslager in der Türkei.

Der Ex-Jenaer Mike Sadlo ist Cheftrainer bei Großaspach.

Der Ex-Jenaer Mike Sadlo ist Cheftrainer bei Großaspach.

Foto: Benjamin Schmutzler

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Neben dem ehemaligen Carl-Zeiss-Trainer Volkan Uluc, der privat Urlaub macht, würden Fußballfans aus Jena wahrscheinlich auch ein weiteres Gesicht im Hotel Melas in Antalaya erkennen. Parallel zum FCC wohnen und trainieren die Ligakontrahenten von der SG Sonnenhof Großaspach im Komplex.

Bei denen seit Kurzem als Cheftrainer tätig: Mike Sadlo. Im März des vergangenen Jahres schloss der 48-Jährige seine Lizenz als Uefa-Pro-Fußballlehrer ab. Der selbst ernannte Dorfklub aus Baden-Württemberg ist die erste Profistation des gebürtigen Schleizers als Trainer. Zunächst ist der Vertrag bis zum Saisonende datiert und das Ziel klar ausgegeben: „Wir wollen die 3. Liga halten. Bei aktuell vier Punkten Rückstand zum rettenden Ufer ist das realistisch“, sagt Sadlo.

Er sieht diese Aufgabe als sehr interessant an, wenngleich der Kontakt und die Verpflichtung eine Sache von nur wenigen Tagen war. Kurz vor Silvester habe ihn sein jetziger Assistenztrainer Heiner Backhaus angerufen und gefragt, ob beide beim Tabellenachtzehnten einsteigen wollen. „Heiner ist eher der emotionale Charakter, ich beobachte gern und analysiere. Zusammen bilden wir ein gutes Team, deswegen habe ich zugesagt“, sagt der gebürtige Schleizer. Unterstützt werden die beiden zudem von Athletikcoach Axel Mäder und Torwarttrainer Rouven Sattelmaier.

Dass es direkt mit der Mannschaft ins türkische Trainingslager ging, sieht Sadlo dabei als Vorteil. „Wenn man sich kaum bis gar nicht kennt, ist es für alle eine prima Gelegenheit für Gespräche. Außerdem sind die Bedingungen hier sehr gut, wir mussten nur einen Tag wetterbedingt zurückstecken. Das ist zu verkraften“, wertet es der Fußballlehrer. Am heutigen Freitag geht es zurück nach Deutschland, dann stehen noch drei Testspiele an, bevor die Rückrunde am 27. Januar in Kaiserslautern startet. Das Rückspiel gegen Jena ist am 16. Mai im Paradies, der letzte Spieltag der Saison.

Schon als Kind großer Carl-Zeiss-Fan

Geht es nach Mike Sadlo, dürften dann bestenfalls beide Mannschaften den Ligaverbleib feiern. Von 1988 bis 2008 wohnte er in Jena, war als Kind schon Fan, schnürte als Profi für den FC Carl Zeiss die Schuhe bis in die zweite Liga. Anschließend verschlug es ihn nach Aue, Halle, Leipzig und Gera. Abseits des Platzes führte er sechs Jahre lang die Sportsbar am Markt. Inzwischen wohnt Sadlo mit seiner Familie in Leipzig, nach Jena zieht es ihn nur noch sporadisch. „Wenn ich da bin, so wie zum letzten Heimspiel gegen Halle, dann besuche ich gern das Stadion und auch meine ehemalige Sportsbar. Jena liegt mir weiter am Herzen und der FCC soll gern die Klasse halten – natürlich mindestens einen Platz hinter uns“, sagt der Mann mit dem lichten Haupthaar.

An diesem wurde er auch von Uwe Dern oder René Eckardt erkannt. „Viele vom Team kenne ich nicht mehr, aber für einen Schwatz hat es allemal gereicht“, sagt er. Schließlich müsse man sich auch als Kontrahent in so einem Trainingslager nicht unbedingt aus dem Weg gehen.

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