Berlin. Die Fußball-Karrieren von Lothar Matthäus und Andreas Brehme liefen lange parallel. In einem Podcast - aufgenommen vor Brehmes Tod - erzählt Matthäus, wie sein Verzicht Brehme zum WM-Helden machte.

Dass er Andreas Brehme den Elfmeter im WM-Endspiel 1990 überlassen hat, bezeichnet Lothar Matthäus als „die beste Entscheidung, die er je getroffen hat“. Er habe den Elfmeter nicht geschossen, „weil ich neue Schuhe anhatte“, erklärte der 62-Jährige im Podcast „Spielmacher – Der EM-Talk mit Sebastian Hellmann und 360Media“.

Der in der Nacht zum Dienstag im Alter von 63 Jahren gestorbene Brehme verwandelte den Strafstoß damals in Rom zum 1:0-Sieg gegen Argentinien und schoss Fußball-Deutschland zum dritten WM-Titel. Er habe auf den Elfmeter verzichtet, „um den Erfolg der Mannschaft nicht zu riskieren“, betonte Matthäus.

Der Podcast war vor dem Tod von Brehme aufgezeichnet worden. Der gebürtige Hamburger und Matthäus hatten über viele Jahre in der Nationalmannschaft, beim FC Bayern München und für Inter Mailand gemeinsam gespielt. „Wir waren Zimmerkollegen, bei der Nationalmannschaft und bei Inter Mailand. Wir haben oft 100 Nächte pro Jahr miteinander verbracht“, sagte Matthäus der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch): „Diese Freundschaft war auch nach der Karriere nicht vorbei. Es ist wirklich, als ob ein Familienmitglied gestorben ist.“