Bochum. Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig äußert sich zum gestoppten Investoren-Einstieg bei der DFL. Er sieht mittelfristig eine Gefahr - vor allem für die kleineren Clubs.

VfL Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig sieht durch gestoppten Investoren-Einstieg bei der DFL zunächst keinen konkreten Schaden für den Fußball, warnt aber vor mittelfristigen Folgen. „Der Fußball nimmt dadurch keinen Schaden, weil das Spiel von der Entscheidung unberührt bleibt. Trotzdem müssen wir natürlich schauen, wie wir die Liga in die Zukunft führen können“, sagte Kaenzig bei einer Podiumsdiskussion an der Ruhr Universität Bochum.

Zuvor hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mitgeteilt, dass sie die Verhandlungen zum Abschluss über den geplanten Milliarden-Deal nicht mehr fortführen werden. „Fußball ist Volkssport. Und das Volk hat friedlich und kreativ Kritik geäußert. Die DFL-Idee hat kulturell nicht gepasst. Das muss man akzeptieren“, sagte Kaenzig auch mit Blick auf massive Fanproteste in den vergangenen Wochen. „Wir waren überzeugt von den Plänen. Aber der Deal ist auch an der Kommunikation gescheitert.“

Es sei beispielsweise nicht gelungen zu vermitteln, dass alle Clubs von einer internationalen Konkurrenzfähigkeit der Liga profitieren. Die Liga müsse in ihr Geschäftsmodell investieren. Im Vergleich zu anderen Ligen sei das Produkt teilweise rückständig.

„Ohne Wachstumskapital wird es keine Steigerung der TV-Gelder geben, eher im Gegenteil“, sagte Kaenzig. Der 50-Jährige befürchtet mittelfristig sogar sinkende TV-Einnahmen, weil etwa eine zeitgemäße Streamingplattform fehle. „Besonders den mittleren und kleineren Clubs würde das wehtun, weil dort der Anteil der TV-Gelder am Gesamtetat größer ist als bei den Großen.“