Jena. Die Mitglieder des FC Carl Zeiss Jena erhielten tiefe Einblicke: Was dabei aufgefallen ist.

Der FC Carl Zeiss Jena hat zwar inzwischen 5100 Mitglieder, aber nur 250 nahmen an der Jahresversammlung am Sonnabend teil. Wir haben die wichtigsten Informationen von der Sitzung in der Mensa an der Carl-Zeiss-Promenade zusammengefasst.

Finanzlage: Der eingetragene Verein kommt auf ein Minus von 55.872 Euro nach einem leichten Gewinn der Saison zuvor. Der Fehlbetrag der Spielbetriebsgesellschaft, in der unter anderem die Regionalliga-Mannschaft und die Zweitliga-Frauen verankert sind, liegt bei 760.000 Euro. Schon eingerechnet ist ein Forderungsverzicht von 240.000 Euro durch Roland Duchatelet. Geschäftsführer Patrick Widera sagte, dass der Club operativ pro Saison eine Million Euro verliert. Die anwesenden Mitglieder haben die Gremien fürs abgelaufene Geschäftsjahr entlastet.

Darum ist die Geschäftsstelle telefonisch noch nicht erreichbar

Stadion: Laut Präsident Ralph Grillitsch ist die finale Fertigstellung nun bis zum 30. September 2024 geplant. Es gebe die Zusicherung, dass die volle Kapazität beim Thüringenderby im März gegen den FC Rot-Weiß Erfurt nutzbar sei. Bislang liegt noch keine Telefonleitung in der neuen Geschäftsstelle in der Osttribüne. Die Anschlussleitung soll noch im November geschaltet werden. Der FC Carl Zeiss muss künftig eine höhere Stadionmiete stemmen. Die Kosten für den Ordnungsdienst in den Heimspielen sind auf 450.000 Euro gestiegen.

Nachwuchsarbeit: Eine bessere Ausbildung der Trainer im Nachwuchs sei ein Schlüssel für eine weitere Verbesserung der Ausbildung, sagte Präsident Grillitsch. „Die Top-Talente verlassen uns früh, sind zur TSG Hoffenheim, Hannover 96 und Union Berlin gegangen.“ 150.000 Euro Ausbildungsentschädigung habe der FCC dafür erhalten. Angestrebt werde eine Zertifizierung als Nachwuchsleistungszentrum für den Frauenfußball.

Diese Ziele nennt der Präsident für die Amtszeit

Ziele: Grillitsch nannte als Kernziel für seine Amtszeit die finanzielle und organisatorische Restrukturierung des Vereins und der Spielbetriebsgesellschaft. Der FCC solle eine bessere gesamtgesellschaftliche Verankerung erreichen und jeder Fan und jedes Mitglied als Botschafter des Clubs auftreten. „Wir wollen im Stadion ein unvergessliches Erlebnis rund um Fußball schaffen.“

250 Mitglieder des FC Carl Zeiss Jena waren bei der Versammlung anwesend.
250 Mitglieder des FC Carl Zeiss Jena waren bei der Versammlung anwesend. © Tino Zippel

Pyrotechnik: Toni Schley von der Ultragruppierung „Horda Azzuro“ hat den Antrag „Strafen zünden nicht“ gestellt. „Noch nie sind Strafen ein taugliches Mittel gewesen, um Teile der Fankultur aus den Stadien zu verbannen.“ Vereinsverantwortliche sollen sich für eine Änderung der Strafen- und Sanktionspolitik zur Pyrotechnik einsetzen. Die Mehrheit der Anwesenden hat dem Antrag zugestimmt.

Neues Stadion ist Chance und Last für FC Carl Zeiss