Daniel Dicker vom ThSV Eisenach hat die Liebe zum Handball geerbt

Eisenach.  Der Zugang des ThSV will mit oder über Eisenach in die 1. Handball-Bundesliga.

Daniel Dicker beim Testspiel in mühlhausen. Der Österreicher fühlt sich in Eisenach gut aufgenommen.

Daniel Dicker beim Testspiel in mühlhausen. Der Österreicher fühlt sich in Eisenach gut aufgenommen.

Foto: Sportfotoseisenach

„Glückwunsch zur Verpflichtung von zwei unserer Euro-Helden“, ließ Markus Riedlmayer, Pressesprecher des österreichischem Handball-Verbandes, im Mai des Jahres den ThSV Eisenach wissen. Die Wartburgstädter hatten als Zugänge Torhüter Thomas Eichberger und Rückraumspieler Daniel Dicker von der HSG Graz vermeldet, die mit dem Austria-Team bei der Europameisterschaft für positive Schlagzeilen gesorgt hatten. Beide stehen inzwischen beim ThSV Eisenach im Training in Vorbereitung der Anfang Oktober beginnenden Punktspielsaison in der 2. Bundesliga.

Daniel Dicker, am 5. Juni 1995 in Graz geboren, wurde die Liebe zum Handball praktisch vererbt. Sein Vater spielte selbst Handball in der 2. österreichischen Liga. „Als Kind habe ich zugeschaut und bin zur Halbzeitpause auch schon mal selbst mit einem Ball auf das Parkett“, erinnert sich Dicker. Später spielte er auch Tennis. „Mit 11 oder 12 Jahren habe ich mich dann für Handball entschieden“, erinnert sagt er. „Ich war schon damals recht groß und wurde in den Rückraum beordert. Oft spielte ich eine Altersklasse höher. Der linke Rückraum ist meine Stammposition, im modernen Handball sind Positionswechsel aufgrund der Spielzüge allerdings normal“, berichtet der Eisenacher Zugang.

Er schloss das Gymnasium und eine anschließende Massage-Ausbildung erfolgreich ab. Er gewann im Handball alle nationalen Titel in Österreich, holte zwei Meisterschaften, ein Cup und einen Super-Cup-Sieg.

Gutes Klima im Team

Seine ersten Eindrücke von Eisenach („Kleinstadt mit Charme“) und dem ThSV sind sehr positiv. „Hervorzuheben ist das gute Klima im Team. Alles Super-Typen. Die Vorbereitungszeit mit läuferischen und krafttechnischen Einheiten war sehr anstrengend. Inzwischen wird das Training mehr von handballerischen Dingen bestimmt. Das Zusammenspiel wird besser, ebenso die Abstimmung in der Deckung und im Angriff. Mit meinen Rückraumkollegen verstehe ich mich immer besser“, sagt der 25-Jährige.

Sein Einschätzung zu den drei Tests binnen fünf Tagen: „Beim SC Magdeburg, einem deutschen Spitzenteam, haben wir nicht gezeigt, was wir können. Bei Ligakonkurrent HC Elbflorenz haben wir die erste Viertelstunde regelrecht verschlafen, gerieten deutlich in Rückstand, spielten mit zunehmender Spielzeit immer besser und trafen dann ja auch zehn Minute vor dem Ende zum Ausgleich. Zum Sieg reichte es jedoch nicht. Beim Erfolg über Erstligist Eulen Ludwigshafen agierten wir von Beginn hochkonzentriert. Uns gelang vieles. Freilich nicht alles. Wir haben bis zum Punktspielstart noch drei Wochen Zeit, in denen wir weiter intensiv arbeiten werden.“

19 Länderspiele für Österreich

Dickers Vita weist aktuell 19 Länderspiel-Einsätze auf. „Die Plätze sind aber stets umkämpft“, unterstreicht er. Mit guten Leistungen beim ThSV will er sich empfehlen. Er sieht sich selbst als den „spielerischen Typ mit Übersicht, nicht überhastet, der Ruhe ins Spiel bringt“. Der Handball dieser Tage, aus einer stabilen Deckung zu Tempogegenstößen ansetzen, sieht Dicker auch als Erfolgsrezept für den ThSV. Im athletischen und Kraftbereich sowie beim Wurf müsse er noch zulegen. „Ich will mich in allen Punkten verbessern, Erfahrungen sammeln, dann bin ich auch erfolgreicher“, betont der Österreicher.

Sein großes Vorbild in Sachen Handball ist Nikola Karabatić. Dieser wurde zum Welthandballer 2007, 2014 und 2016 gewählt, wurde zweimal in seiner Karriere gleichzeitig Olympiasieger, Welt- und Europameister, wird als komplettester Spieler angesehen.

Mit den Wartburgstädtern möchte er eine gute und erfolgreiche Saison spielen, sich persönlich weiterentwickeln. Dass die 1. Bundesliga sein Ziel ist, damit hält er nicht hinterm Berg. „Wenn möglich, mit dem ThSV Eisenach“, schiebt er nach.

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