Köln. Juri Knorr steht bei Deutschlands Handballern besonders im Fokus. Ex-Weltmeister Kehrmann findet die Kritik am deutschen Hoffnungsträger überzogen.

Der ehemalige Weltmeister Florian Kehrmann (46) hat Spielmacher Juri Knorr gegen die Kritik früherer Handball-Nationalspieler verteidigt.

„Je höher es hinausgeht, desto mehr Kritik wird es an Juri Knorr geben. Ich fand diese Kritik an einem Einzelnen aber nicht angebracht. Er ist zu unglaublichen Leistungen fähig, aber es darf nicht alles an ihm festgemacht werden“, forderte der heutige Bundesliga-Trainer vom TBV Lemgo im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Knorr gilt im Kader der deutschen Handballer als unersetzbar. Trotz seines jungen Alters hat sich der 23-Jährige zur Führungsfigur entwickelt und ist ein wichtiger Anker für die jungen Spieler. „Wenn es gut läuft, ist er der König, wenn es schlecht läuft, ist er schuld. Deutschland wird aber nur als Mannschaft erfolgreich sein“, sagte Kehrmann vor dem Spiel der DHB-Auswahl gegen Ungarn an diesem Montag (20.30 Uhr/ZDF und Dyn).

Nach Knorrs durchwachsener Leistung im ersten Hauptrundenspiel gegen Island hatten die Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Mimi Kraus im Dyn-Format „Harzblut“ die Leistung des Regisseurs bemängelt. „Juri muss mehr aus der Bewegung kommen, heute war es einfach zu statisch“, äußerte Kretzschmar. Hens befand, dass Knorr überhaupt nicht zur Entfaltung gekommen sei.

Knorr gefiel vor allem der Zeitpunkt der Kritik nicht. „Im Endeffekt läuft das Turnier jetzt noch und wir haben Chancen aufs Halbfinale. Wir sollten zusammen stehen und kämpfen bis zum Schluss“, sagte der 23-Jährige.