Köln. Für ein neues Wintermärchen müssen die deutschen Handballer gegen Ungarn gewinnen. Trotz der schlechten Leistung gegen Österreich glaubt ein ehemalige Bundestrainer weiter an das Team.

Der ehemalige Bundestrainer Heiner Brand traut der deutschen Handball-Nationalmannschaft auch nach der Österreich-Pleite noch eine Menge zu. „Ich glaube noch an das Halbfinale. Aber, was wir gegen Österreich gezeigt haben, das war erschreckend. Ich war überrascht und enttäuscht. Mit dem Punkt waren wir noch gut bedient“, sagte der 71-Jährige dem Sportbuzzer.

Im zweiten Hauptrundenspiel gegen Österreich am Samstag war der EM-Gastgeber mit viel Glück zu seinem 22:22 gekommen. Im Angriff verwarfen die Deutschen 22 von 54 Abschlüssen, dazu kamen zahlreiche technische Fehler.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason muss nun an diesem Montag (20.30 Uhr/ZDF und Dyn) gegen Ungarn gewinnen, um vor dem letzten Hauptrundenspiel gegen Kroatien noch im Rennen um das Halbfinale zu sein. Die DHB-Auswahl belegt mit 3:3 Punkten hinter Frankreich (6:0) sowie Ungarn und Österreich (beide 4:2) derzeit nur den vierten Platz in ihrer Sechser-Gruppe. Die ersten zwei Teams qualifizieren sich für das Halbfinale.

Brand mit der Kritik an Knorr so nicht einverstanden

Für Brand sei die Angriffsschwäche im deutschen Team keine Überraschung, auch die Chancenverwertung sei für den Weltmeistercoach von 2007 „Nebensache. Das zentrale Problem ist unsere grundsätzliche Ausrichtung im Angriff: keine Dynamik, keine schnellen Pässe, keine Bewegung ohne Ball. Das sind Dinge, die automatisiert sein müssten. Zumindest in der Vorbereitungsphase des Angriffs. Davon habe ich nichts gesehen“, sagte der frühere Gummersbacher.

Die Kritik an Spielmacher Juri Knorr von den früheren Nationalspielern Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus hätte man aus der Sicht von Brand „nicht so hart und krass anbringen“ müssen. „Juri ist der Typ, der den Ball für sich beansprucht. Wenn das nicht funktioniert, sieht das nicht gut aus, wird es auch für seine Mitspieler schwer“, sagte Brand. Der 23-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen müsse zulegen und neben seiner individuellen Stärke bereit sein, mehr Bewegung für seine Nebenleute zu machen.

Dass sich der Gruppenerste Frankreich gegen Österreich hängen lässt, glaubt Brand nicht: „Sie werden ihren Part erfüllen. Es kommt also auf uns an.“