Köln. Der Videobeweis ist aus dem Handball nicht mehr wegzudenken. Er könnte für die Zuschauer aber noch transparenter sein.

Das deutsche Schiedsrichter-Gespann Robert Schulze und Tobias Tönnies kann sich vorstellen, kritische Handball-Entscheidungen künftig auch über Lautsprecher zu verkünden. „Ich bin offen dafür. In anderen Sportarten wie American Football ist es ja schon üblich und um Transparenz für die Zuschauer zu schaffen, ist es in unserer Sportart hilfreich“, sagte Tönnies in einer Medienrunde.

Deutschland stellt bei der Heim-EM zwei Schiedsrichter-Gespanne. Neben Schulze/Tönnies sind auch die Schwestern Tanja Kuttler und Maike Merz dabei. Beim Videobeweis erhalten sie erstmals Unterstützung vom sogenannten Video Referee Assistant (VRA) - ein aktiver EM-Schiedsrichter, der seine beiden pfeifenden Kollegen auf dem Feld beim Videobeweis unterstützen soll.

Im Gegensatz zum Fußball darf der VRA im Handball aber nur bei der Vorbereitung der Bilder helfen. „Der VRA darf nicht in den Entscheidungsprozess der Schiedsrichter auf dem Spielfeld eingreifen oder die Auswahl der Spielsituationen für die Bewertung oder Überprüfung in irgendeiner Weise beeinflussen“, teilte die europäische Handballföderation mit.

Tönnies war lange gegen den Videobeweis im Handball. Heute müsse er seine frühere Meinung revidieren. „Es kann uns nur weiterbringen. Man redet immer davon, den Sport gerechter zu machen. Das ist das Instrument, das uns an dieser Stelle wirklich weiterhilft“, befand der Unparteiische.