SV Wernburg zerschmettert Punktehoffnung des KTV Zeulenroda

Zeulenroda.  Nach einer irrsinnigen Aufholjagd des Spitzenreiters aus Wernburg bleibt Kellerkind Zeulenroda der Sieg im Trainerduell als einziger Trost.

Dass er das Pöllwitzer Trainerduell mit Manuel Hopfe für sich entschied, dürfte für Zeulenrodas Ronny Hahn (rot) letztlich nur ein schwacher Trost gewesen sein.

Dass er das Pöllwitzer Trainerduell mit Manuel Hopfe für sich entschied, dürfte für Zeulenrodas Ronny Hahn (rot) letztlich nur ein schwacher Trost gewesen sein.

Foto: Alexander Hebenstreit

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Die ersten Kugeln des Ostthüringen-Derbys hatte Pia Köhler am Samstagnachmittag noch verpasst. Als sie dann aber die Zeulenrodaer Kegelbahn betrat blitzte für einen kurzen Moment eine Mischung aus Verwunderung und Ungläubigkeit über ihr Gesicht, ehe es Celine Dannehl mit einem süffisanten Grinsen bestätigte: „Trainerduell“.

Wie die beiden ließen sich auch weitere Keglerinnen von Erstligist SV Pöllwitz das Aufeinandertreffen des KTV Zeulenroda und des SV Wernburg mit ihren beiden Trainern Ronny Hahn und Manuel Hopfe nicht entgehen. Und obwohl jenes Trainerduell deutlich an den heimstarken Chefcoach der Pöllwitzer Mücken ging, musste sich Hopfe nach eigenem Bekunden keinerlei Spitzen anhören.

Nicht zu viel hineininterpretieren

Überhaupt war es dem Wernburger Spielertrainer fremd, zu viel in sein Duell mit Hahn hinein zu interpretieren. „Ronny Hahn ist Zuhause nur schwer zu schlagen und ich fühle mich in der Außenseiterrolle durchaus wohl. Insofern haben wir rein taktisch aufgestellt, da es wichtig ist, dran zu bleiben und nicht bei 40, 50 Holz Rückstand aufzugeben.“

Aber vermutlich wäre selbst das an diesem Tag zu verschmerzen gewesen, denn das, was sich anschließend im mittleren Durchgang abspielte, kann guten Gewissens mit dem Begriff „denkwürdig“ überschrieben werden. Neben den zwei Mannschaftspunkten gaben Hahn und KTV-Kapitän Rico Langhammer ihrem Team auch 67 Holz Vorsprung mit auf den Weg, doch dieses Polster wurde von Daniel Zeh und Simon Axthelm förmlich zerschmettert.

Nicht zu bändigende Wucht der SVW-Jugend

Wernburgs Jüngste schlugen mit einer Wucht zurück, die manch Anwesenden verdutzt die Augen reiben ließ. Bereits nach der ersten Vollen-Serie war der Rückstand mehr als halbiert, bis zum großen Bahnwechsel wurde aus dem einstigen 67-Zähler-Minus ein Vorsprung von 73 Holz und auch das war noch nicht das Ende der Fahnenstange.

Durch die starke Mitte von jeglichem Druck befreit, durfte dann das Schlusspaar des SVW noch richtig Spaß haben. Martin Müller spielte mit 635 Zählern persönliche Bestleistung, Alexander Conrad erzielte den Tagesbestwert (661) und mit 3689 Gesamtkegeln gelang den Gästen nur eine Woche nach ihrem drittbesten Heimergebnis der Vereinsgeschichte nun das zweithöchste Auswärtsresultat.

Hoffnung auf Ligaverbleib schwindet

„Wir wussten, dass wir gut aufgestellt sind, aber eine solche Aufholjagd habe ich persönlich noch nicht erlebt. Klar gehört es auch dazu, dass es dann beim Gegner nicht läuft“, meinte Manuel Hopfe. Entsprechend haderte Ronny Hahn mit der indiskutablen Leistung seiner Teamkollegen, die das erhoffte Unentschieden schnell zum reinen Wunschtraum degradierte.

„Hinten heraus hat sich gezeigt, dass wir momentan einfach nicht das Niveau für die 2. Bundesliga haben“, so Zeulenrodas Tagesbester. Die Flamme der Hoffnung auf den Ligaverbleib ist zwar noch nicht erloschen, lodert aber kaum noch spürbar. „Ich sehe uns schon eine Klasse tiefer. Da können wir vielleicht auch einen Neuanfang starten“, orakelt Ronny Hahn.

Statistik

KTV Zeulenroda – SV Wernburg 2:6

Rico Langhammer – Christian Zeh 1:0 (3:1/ 586:566), Ronny Hahn – Manuel Hopfe 1:0 (3,5:0,5/624:577), Norman Wiesenberg – Daniel Zeh 0:1 (0:4/523:599), Felix Wolfram/Andreas Schliwa – Simon Axthelm 0:1 (0:4/514:651), Michael Prager – Alexander Conrad 0:1 (0:4/ 569:661). Thomas Funk – Martin Müller 0:1 (1:3/ 555:635). Gesamtholz: 0:2 (3371:3689).

Die Resultate im Detail

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