Knut Beinlich: Erst Zuschauer, dann Rennfahrer auf dem Schleizer Dreieck

Schleiz.  Geschichten vom Schleizer Dreieck: Jahrelang war Knut Beinlich Zuschauer in Schleiz. 1990 traf er eine Entscheidung

Knut Beinlich (Nr. 2) hatte sich jahrelang mit der Rolle des Zuschauers auf dem Schleizer Dreieck begnügt. 1991 schwang sich der heutige Pößnecker in den Sattel einer Cup-Yamaha und wurde zu einem der Protagonisten auf der Rennstrecke.

Knut Beinlich (Nr. 2) hatte sich jahrelang mit der Rolle des Zuschauers auf dem Schleizer Dreieck begnügt. 1991 schwang sich der heutige Pößnecker in den Sattel einer Cup-Yamaha und wurde zu einem der Protagonisten auf der Rennstrecke.

Foto: Foto: Jan Müller / OTZ

Im August 1990 war Knut Beinlich, wie schon etliche Jahre zuvor, als Zuschauer am Schleizer Dreieck anzutreffen. Doch diesmal reifte beim damals 20-Jährigen ein folgenschwerer Entschluss. „Ich werde Rennfahrer.“

Beim Jenaer hinterließ der Yamaha Cup Eindruck. „Für einen Neueinsteiger eine ideale Plattform. Daheim stand eine MZ ETZ 150. Also erschien mir der Umstieg auf die 250 ccm Yamaha nicht so tragisch“, sagt Knut Beinlich über seine Entscheidung.

Doch ausgerechnet zur neuen Saison wurde im Cup auf ein 600 ccm Modell umgestellt. „Blauäugig kaufte ich bei einem Ingolstädter Händler ein Motorrad und schrieb mich als erster Ostdeutscher für die Meisterschaft ein. Mein Vater fiel aus allen Wolken“, erinnert sich Knut Beinlich. Fünf Jahre habe er die Maschine abzahlen müssen, doch es habe sich allemal gelohnt.

Auf die erste Euphoriewelle folgte schnell die Ernüchterung. „Ich war mit dem Motorrad überfordert. Das Teil war mit seiner Leistung eine Nummer zu groß für mich.“

Dennoch stellte sich Knut Beinlich der Herausforderung. „Den letzten Platz wollten mir nur wenige streitig machen.“

Im Laufe des Jahres stand das Heimrennen auf dem Schleizer Dreieck an. Seit 1976 war Knut Beinlich als Gast ans Dreieck gekommen. Jetzt kehrte er erstmals als Rennfahrer zurück. „Es war schon ein tolles Gefühl. Über Jahre haben wir unser Zelt am Goethestein aufgeschlagen. Zig Mal habe ich die Strecke zu Fuß umrundet. Jetzt war ich einer der Protagonisten – wenn auch einer der Langsamsten“, stellte Beinlich mit einer gesunden Portion Humor fest.

„Unser Auftreten war von minimalistischer Natur. Wir hatten keine Sponsoren. Wir sind mit einem betagten Opel Rekord angereist. Auf einen noch älteren HP 500 Anhänger stand die Yamaha. Während die anderen wenigstens über einen Wohnwagen verfügten, beschränkte sich unser Domizil auf ein kleines Zelt.“

Auch auf dem Kurs musste der heute in Pößneck beheimatete Beinlich Unterschiede erkennen: „Mein Speed war mies. Die Kurven habe ich viel zu früh angebremst.“

Im ersten verregneten Training landete Beinlich noch auf einen sehr respektablen 22. Platz „Aber die Realität holte mich ganz schnell wieder ein. Mit 26 Sekunden Rückstand war ich Schlusslicht nach dem Training.“

Auch im Rennen erntete Beinlich als 40. die rote Laterne. „Von diesen Erfahrungen habe ich letztlich profitiert und konnte mich als Rennfahrer positiv weiterentwickeln.“