Kommentar: Teufelskreis des Geldes

Dirk Pille über das Problem, wenn Geld die Tore schießt.

Dirk Pille

Dirk Pille

Foto: Andreas Wetzel

Wer gewinnt, kassiert! Dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen. Schließlich soll Erfolg belohnt werden. Doch im Fußball führen die millionenschweren Prämien aus Fernseh- und Werbegeldern zu wachsender Langeweile, die irgendwann auch den Profit des Spektakels schmälern könnte.

Die Spannung leidet bereits gewaltig in einigen nationalen Meisterschaften, wo Juventus zum neunten, die Bayern zum achten und PSG zum siebten Mal in Folge vorn lagen. Die Fans in Spanien mit Real und Barca oder in England mit Liverpool und ManCity haben Glück, weil dort mindestens zwei Superreiche um die Krone kämpfen.

Der Fehler liegt im System. Wer einmal in der Champions League ganz oben steht, wird mit Geld regelrecht zugeschüttet, kann anderen Klubs immer wieder die besten Spieler abkaufen. Klar, dass sich das auf dem Rasen auswirkt. Am Ende schießt Geld eben doch Tore.

Der Fußball muss aus diesem Teufelskreis ausbrechen. Eingenommene Fernsehgelder sollten gleichmäßiger verteilt werden. Nur so werden Anhänger auch künftig für Spiele im Stadion und im TV zahlen, bei denen nicht gerade die Topklubs Europas aufeinandertreffen. Ein Verzicht durch die Großen verspricht für alle mehr Profit in der Zukunft.

Das Modell lässt sich übrigens genauso auf die unteren Profi-Ligen übertragen. Mit dem Unterschied, dass es dort, im Gegensatz vielleicht zu Schalke oder dem HSV, ganz schnell um die Existenz des Vereins gehen kann. Deshalb brauchen auch die Vereine der dritten und vierten Liga endlich mehr Geld vom Fernsehkuchen.

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