Kommentar: Zurück in der Spur

Marco Alles über Thüringer Wintersporthoffnungen.

Marco Alles

Marco Alles

Foto: Sascha Fromm / TA

Pünktlich zur Adventszeit wurde uns das erste große Wintersport-Paket kredenzt. Ohne Zuschauer hatte das Kräftemessen der Weltbesten etwas von besseren Bezirksmeisterschaften. Eine ziemlich triste Atmosphäre, an die wir uns wohl oder übel gewöhnen müssen. Wie an fehlendes Händeschütteln, ausbleibende Umarmungen oder die skurril anmutende Vorschrift, dass sich die Podestplatzierten selbst mit Siegersträußen beglückwünschen müssen.

An Spannung aber mangelte es weder in Finnland, noch in Österreich oder Lettland. Zudem zeugen die Leistungen der deutschen Ski- und Kufenasse davon, dass ihr Training nahezu unbeeinträchtigt von den Corona-Zwängen verlief. Behörden-Förderung und Sportstätten-Infrastruktur sei dank.

Zu den Hauptdarstellern des Wochenendes gehörten mit Rodlerin Dajana Eitberger und Biathlet Erik Lesser zwei Thüringer, die den Beweis antraten, noch längst keine Auslaufmodelle zu sein. Im Gegenteil: Aufbauend auf ihrer aktuellen Verfassung zählen sie ne­ben Mariama Jamanka zu den größten Hoffnungen des Freistaates auf olympisches Edelmetall in Peking 2022.

Vor allem die Auferstehung Lessers, der nach drei Jahren erstmals wieder auf dem Treppchen stand, ist beeindruckend. Viele hatten den in der vergangenen Saison in den IBU-Cup abgerutschten Oberhofer bereits abgeschrieben. Doch ein verletzungsfreier Sommer sowie der Wille, es noch einmal wissen zu wollen, scheinen bei ihm zusätzliche Kräfte freigesetzt zu haben.

Und Kontiolahti, jener Ort, den Lesser eigentlich gar nicht so mag, liegt ihm offenbar doch ganz gut. 2015 war er dort schon Weltmeister in der Verfolgung geworden.