Thüringer Skispringerin Luisa Görlich startet beim Weltcup

Erfurt  Skispringerin Luisa Görlich vom WSV 08 Lauscha will zu Olympia 2022. Am Wochenende startet die Thüringerin beim Weltcup in Hinterzarten

Luisa Görlich vom WSV Lauscha bestreitet am Wochenende ihren ersten Saison-Weltcup.

Luisa Görlich vom WSV Lauscha bestreitet am Wochenende ihren ersten Saison-Weltcup.

Foto: imago

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„Endlich geht es wieder los“, sagt Luisa Görlich aufgeregt. Der meteorologische Winterbeginn am 1. Dezember war für sie und die Skispringer zugleich der Startschuss für die Saison, auch wenn die 18-Jährige vom WSV 08 Lauscha beim Weltcup-Auftakt vor gut zwei Wochen in norwegischen Lillehammer nicht dabei war. „Ich habe mich nicht qualifiziert“, sagt sie. Dafür wird sie nun am kommenden Wochenende in Hinterzarten starten und versuchen die ersten Weltcup-Punkte diese Saison einzufahren. Erfahrungen will sie in ihren jungen Jahren sammeln. „Ich hoffe auf viele Einsätze im Weltcup“, sagt sie.

Die Wintersaison ist freilich der Höhepunkt für die Skispringer. Aber trainiert wird bis auf wenige Wochen im Jahr durchweg – nur eben ohne Schnee. Der Höhepunkt der Saisonvorbereitung war die deutsche Meisterschaft. Auf Kunststoffmatten Anfang November sprang Görlich auf der kleinen 90-Meter-Schanze in Oberstdorf auf Rang acht. „Auf der großen Schanze bin ich besser“, sagt sie. So musste sie unter anderem Meisterin Katharina Althaus oder der Dritten Juliane Seyfarth (WSC Ruhla) den Vortritt lassen. Mit derzeit Thüringens besten Skispringerin Seyfarth trainiert sie in Oberstdorf, wo sie vor zwei Saisons auch ihr Welt-Cup-Debüt gab, zusammen. Auf dem Skiinternat im Oberallgäu ist Görlich seit fünf Jahren mit sechs weiteren Talenten auf einem Mädchenstützpunkt. „Nächstes Jahr mache ich dann mein Abitur“, sagt sie, „dann will ich auf eine Behörde. Vielleicht zum Zoll.“

Mit Skispringen soll aber nicht Schluss sein. Im Gegenteil. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft nächstes Jahr in der Schweiz will Görlich, die von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen unterstützt wird, den Team-Cup mit Deutschland verteidigen, im Einzel soll es nach dem diesjährigen Platz sieben diesmal ein Podestplatz werden. Ihr weitester Sprung war 135 Meter. „Ich genieße jeden Sprung. Man hat einen Adrenalinschuss. Man freut sich jedes Mal.“

Dass Luisa Görlich überhaupt zum Skisport gekommen ist, hat sie ihrer Zwillingsschwester Sophia zu verdanken. „Sie ist dran schuld“, sagt sie, „sie wollte bereits mit vier Jahren mit dem Skispringen anfangen.“ Ein Jahr später startete ihre Zwillingsschwester, gute eineinhalb Jahre zog Luisa dann nach. Ihre Zwillingsschwester hat es nicht ganz so weit geschafft, laboriert gerade an ihrem zweiten Kreuzbandriss, und trainiert ab Frühjahr wieder in Oberhof. Auch die kleinere Schwester Emilia steht auf Skiern, hat in der Nordischen Kombination ihren Lieblingssport gefunden.

Görlichs Traum ist Olympia. Die Winterspiele 2022 in Peking hat sie angepeilt. Zeit, ihre Familie in Lauscha zu besuchen, hat sie im Winter aber kaum. „Ich bin fast jedes Wochenende unterwegs. Im Sommer ist es einfacher. Aber es immer wieder schön, nach Thüringen zu kommen.“

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