Gera. Marlies Bohnhardt landet beim 2. Inklusiven Kegelturniers für Blinde und Sehbehinderte auf Rang zwei

Auch die zweite Auflage war ein voller Erfolg. 25 Sportler aus Chemnitz, Ichtershausen, Annaberg-Silberhöhe und Gera beteiligten sich am 2. Inklusiven Kegelturnier der Kreisorganisation Gera des Blinden- und Sehbehindertenverbands Thüringen (BSVT). Dazu stellte der KSV Heinrichsbrücke Gera seine Anlage zur Verfügung.

Großzügig unterstützt wurde das Turnier vom Bereich Gesundheitsförderung der AOK Plus. „Nach der Premiere im Vorjahr freuen wir uns, dass alle damals teilnehmenden Vereine auch heute wieder dabei sein. Es scheint ihnen also bei uns gefallen zu haben“, meinte Matthias Schiedek, Vorsitzender der Geraer Kreisorganisation im Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen.

Gekegelt wurden wieder 100 Kugeln in die Vollen, 25 auf jeder der vier Bahnen. Die Teilnehmer waren entweder vollblind oder hatten hochgradige Seheinschränkungen. Nur ihre unterstützenden und teilnehmenden Begleitpersonen waren sehend. Mit Klebestreifen auf der Bahn zur Orientierung halfen sich die Kegler selbst oder wurden von ihren Einweisern positioniert und dann angetippt, wenn es losgehen konnte. Zum Geraer Team gehörten Marlies und Volker Bohnhardt, Reinhard Schultz und Klaus Weidlich. Volker Bohnhardt leitet eine Freizeitgruppe im KSV Heinrichsbrücke, wodurch der Kontakt zum Verein auf kurzem Wege hergestellt werden konnte.

Teamwertung geht an Kreisorganisation Gera

Die Teamwertung entschied diesmal die Kreisorganisation Gera vor Vorjahressieger Ichtershausen I und Ichtershausen II für sich. In der Einzelwertung siegte bei den Frauen Carmen Steinert (Eska Chemnitz) mit bemerkenswerten 634 Holz, was einen Schnitt von 6,34 gefallenen Kegeln pro Wurf entsprach. „Dabei sein ist alles. Wir kegeln aus Spaß an der Freude. Trotzdem will ich natürlich gewinnen. Im Vergleich zum letzten Jahr habe ich noch etwas draufgepackt. Aber die Konkurrenz war auch stärker“, verriet die 58-jährige Siegerin, die sich seit 1988 dem Kegeln verschrieben hat und im Vorjahr Deutsche Vizemeisterin wurde. Ebenfalls sehr stark präsentierte sich die Geraerin Marlies Bohnhardt, die mit 626 Holz Rang zwei belegte. „Das war auch ihr Ziel“, sagte Volker Reinhardt, Vorsitzender des KSV Heinrichsbrücke, der dem Turnier persönlich beiwohnte. Sein Verein hatte in dieser Saison den Klassenerhalt in der DCU-Bundesliga geschafft. Dritte bei den Frauen wurde Kerstin Voigt (Ichtershausen).

Bei den Männern ging der Tagessieg wie 2023 an den Ichtershäuser Klaus-Dieter Wolf (619), der den Lokalmatadoren Volker Bohnhardt (Gera) und Rainer Escher (Annaberg-Silberhöhe) auf die weiteren Podestplätze verwies. Mit großem Ehrgeiz waren alle Teilnehmer bei der Sache. Das Turnier soll weiterhin jährlich ausgetragen werden, wobei man in Zukunft auf Teilnehmerzuwachs aus weiteren Bundesländern hofft. „Gerade für Blinde und Sehbehinderte aus der Region wird so erlebbar, dass Sport und gesellschaftliche Integration auch mit körperlichen Einschränkungen möglich sind“, meinte Matthias Schiedek zufrieden.

Weitere Höhepunkte auf der Kegelbahn Heinrichsbrücke sind demnächst am 8./9. Juni die Thüringer Breitensport-Meisterschaften und vom 9. bis 11. August die Premiere des Otto-Dix-Pokals um den Pokal des Oberbürgermeisters, die bundesweit ausgeschrieben ist.