Thüringer HC: Vorfreude bei Meike Schmelzer

Erfurt.  Die Kreisläuferin des Handball-Bundesligisten ist nach langer Verletzungspause zurück im Training. Auf den nächsten Gegner freut sie sich ganz besonders.

Wieder am Ball: Meike Schmelzer

Wieder am Ball: Meike Schmelzer

Foto: Sascha Fromm

Der Fuß ist stabil, er fühlt sich gut an, das Training mit den Handballerinnen des Thüringer HC sowieso. Meike Schmelzer ist in dieser Woche wieder ins Mannschaftsprogramm eingestiegen. Passend, bevor am Sonntag ein besonderes Spiel für sie ansteht.

Das Ziel für die Thüringerinnen heißt Mainz. Das klingt für die Kreisläuferin nach Vorfreude, nach Heimat. Geht es zum FSV 05, geht es für Meike Schmelzer nach Hause. Dort, beim damals noch in der zweiten Liga spielenden Team, ist sie groß geworden. Dort wurde THC-Trainer Herbert Müller auf sie aufmerksam. Vom Zweitligisten zum deutschen Meister, danach ins Nationalteam: ein märchenhafter Aufstieg für die Frau aus Ingelheim.

Auch keine guten Erinnerungen an Mainz

Gerade mit dem FSV Mainz aber verknüpft die 27-Jährige nach dessen Aufstieg auch wenig schöne Erinnerungen. Vor einem Jahr schlug sie sich beim siegreichen Gastspiel in der Halle des Oberstadt-Gymnasiums mit einem grippalen Infekt herum, im Rückspiel im Februar folgte der Schock-Moment: Mittelfußbruch. Der Auftakt einer langen Pause, die sich im Trainingslager in Most durch einen Bänderriss im anderen Fuß noch fortsetzte. Meike Schmelzer aber ist weit davon entfernt, eine Kausalität anhand von Negativ-Erlebnissen herleiten zu wollen. „Das gehört zum Sport“, sagt sie.

Die sieben Leidensmonate sind abgehakt. Dabei war sie im Juli schon so gut wie wieder fit, dann passierte das Missgeschick in Most. „Glücklicherweise habe ich im Rehazentrum und in der Rehaklinik eine sehr gute Betreuung“, fühlt sich Meike Schmelzer wieder bereit, am Kreis zuzupacken. Abergläubisch zurückzuschauen passte nicht zu einer Handballerin, die mit der Trikotnummer 13 vornweg marschiert. Das Glas scheint für sie eben stets halbvoll zu sein.

Ende September bei der Nationalmannschaft

Deshalb zieht sie das Positive auch aus dem am 27. September in Freren (Niedersachsen) beginnenden Lehrgang der Nationalmannschaft. Sie ist froh, dabei zu sein, auch wenn sie erst drei Tage später zum DHB-Team stößt, das sich mit THC-Linksaußen Ina Großmann auf die beiden Spiele gegen die Niederlande Anfang Oktober vorbereitet. Trotz ihres verletzungsbedingten Rückstandes Teil der Mannschaft zu sein, das zählt für die in Erfurt heimisch gewordene Kreisspielerin. Auch am Sonntag, unabhängig davon, ob sie spielen wird.

Wie schon nach Ketsch und Bietigheim wäre sie sowieso mitgefahren. Allein, um zu unterstützen. Auf Mainz aber freut sie sich besonders, wobei der Gegner diesmal ein recht unbekannter sein wird. Torhüterin Kristin Schäfer, die an einem Kreuzbandriss laboriert, kennt die THC-Spielerin noch aus der früheren Zeit. Und auch Rückkehrerin Natalie Adeberg. Ansonsten hat sich das Bild in Mainz durch aufgerückte Talente stark verändert – aber nicht die Erwartungshaltung des THC.

Kleine Gegner nicht unterschätzen

Trainer Herbert Müller mahnt davor, die vermeintlich kleinen Mannschaften zu unterschätzen. Dass Aufsteiger Halle-Neustadt etwa Buxtehude geschlagen hat, lehrt zusätzlich, wachsam zu sein. „Die Liga steckt voller Überraschung“, sagt er, „aber bei allem Respekt vor Mainz: Wir müssen gewinnen“.

Etwas anderes wäre auch für Meike Schmelzer enttäuschend, zumal die Mannschaft vor gut einer Woche mächtig Eindruck geschunden hat. Nach dem Sieg in Ketsch erkämpften die Thüringerinnen beim Top-Favoriten Bietigheim ein Remis. „Ein gewonnener Punkt“, sagt sie. Einer, aus dem die Mannschaft „ganz, ganz viel Energie“ ziehen kann, so Herbert Müller. Und einer, der die THC-Richtung vorgibt. „Wir sind auf einem guten Weg“, steht für Meike Schmelzer fest. Für sie selbst darf das auch gelten.

FSV Mainz – Thüringer HC, Sonntag, 16 Uhr