Erfurt und Suhl planen Volleyball-Kooperation

Erfurt. Eigentlich war es nur ein Wahlkampftermin in Tambach-Dietharz. Eine diakonische Einrichtung wurde eröffnet, und Tankred Schipanski, der CDU-Bundestagsabgeordnete, hielt eine Einweihungsrede. Was nicht verwunderlich ist. Auch dass sein Parteifreund Michael Panse in Reihe eins seinen Ausführungen lauschte, war nicht ungewöhnlich.

Im April 2011 traten die Teams aus Erfurt (mit Christel Fröhlich/links) und Suhl (mit Natasa Rapajic) in der 1. Bundesliga noch gegeneinander an. Archiv-Foto: Sascha Fromm

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Schließlich ist Panse Generationenbeauftragter der Landesregierung. Nicht ungewöhnlich ist auch, dass Panse in seiner Funktion als Vereinspräsident des Erfurter SWE-Volleyteams gern im Duo mit Heiko Herzberg, dem Trainer der SWE-Damen, auftritt. Aber gemeinsam in Tambach? Und dazu noch mit Schipanski, dem Präsidenten des VfB 91 Suhl?

Noch verwunderlicher wird es aber, wenn dann noch der vierte Mann im Bunde, der sich nach geheimbündlerischer Manier in ein Zelt mit den drei anderen zurückzog, ausgerechnet Ingolf Rust ist. Denn Rust ist Geschäftsführer des VfB 91 Suhl, sprich der Volleyball-Damen aus Südthüringen. Sollte sich da etwas anbahnen? Ja, es bahnt sich etwas an: Eine Kooperation beider Vereine. Womit auch klar ist, dass der Begriff Verwunderung gestrichen werden kann.

Gedanke kam schon zur Jahrtausendwende auf

Der Wille zur Gemeinsamkeit ist schon lange im Gespräch. Er zerschlug sich, als beide Teams ab 2003 erstklassig spielten und zu Rivalen wurden. Nun findet man wieder zusammen. Michael Panse, der Erfurter Präsident, will nicht ausschließen, dass das gemeinsame Parteibuch mit seinem Suhler Pendant Tigran Schipanski die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme der Kooperationsgespräche erleichterte. Entscheidend sei aber der gemeinsame Wille gewesen, in Thüringen künftig Top-Volleyball anzubieten. Und anstatt sich gegenseitig aufzureiben - die Gelder werden im kleinen Bundesland halt nicht mehr - will man es gemeinsam versuchen.

Dabei sei es egal, dass Suhl erste Liga, die Erfurterinnen eine Etage tiefer spielen. "Wir verhandeln auf Augenhöhe", so Panse. Seinem Verein könnte die Fusion eine nervenaufreibende Sponsorensuche ersparen. Denn personelle Nachbesserungen bei SWE müssen sein, um aufzusteigen.

Wie die künftige Kooperation aussehen wird, ob man an einem oder zwei Spielorten um Punkte schmettert, wie die beiden Teams und Vorstände aufgestellt werden sollen, darüber informieren die beiden Vereine morgen um 12.30 Uhr in Suhl und um 15.30 Uhr in Erfurt.

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