Erfurt. Unternehmer der Branche aus vier ostdeutschen Bundesländern kommen in Erfurt zum Mitteldeutschen Kunststofftag zusammen.

Man müsse der Verteufelung des Werkstoffes Kunststoff offensiv entgegentreten, das forderten Unternehmer aus der Branche auf dem Mitteldeutschen Kunststofftag am Mittwoch in Erfurt.

„Natürlich haben wir ein Kunststoffmüllproblem, aber wir haben in Deutschland auch ein nahezu perfektes Recyclingsystem“, zeigte sich Michael Weigelt vom Verband der Hersteller Technischer Kunststoffprodukte Tec Part überzeugt. Wenn Kunststoffmüll im Meer lande, sei das ein menschengemachtes Problem.

Er forderte mehr Werbung für die Branche und deren innovative Berufe als Reaktion auf sinkende Auszubildendenzahlen. Eine Imagekampagne sei drigend geboten. „Wir müssen das Interesse der jungen Generation am Klimaschutz nutzen“, erklärte Weigelt.

Nachwuchsmangel in vielen Branchen

Er war der Einladung zum Mitteldeutschen Kunststofftag in Erfurt gefolgt, zu dem sich Unternehmer, Verbandsvertreter und Politiker aus Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen trafen. Nicht nur in Gesundheitsberufen oder im Handwerk fehle der Nachwuchs, sondern auch in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen, sagte der Vorstand des Thüringer Branchenclusters Polymermat, Florian Puch.

Aus dem Fachkräftemangel sei längst ein Arbeitskräftemangel geworden, so Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Antworten darauf seien Rationalisierung und Automatisierung, aber auch die Erschließung des eigenen Potenzials an älteren Beschäftigten oder Menschen mit Handicap. „Aber all das wird nicht ausreichen“, erneuerte Tiefensee seine Forderung nach einer „Einladungskultur“. Man müsse ausländischen Fachkräften den roten Teppich ausrollen.

Mit 22 Kolleginnen und Kollegen arbeite die Thüringer Agentur für die Fachkräftegewinnung seit inzwischen 17 Jahren daran, Pendler nach Thüringen zurückzuholen und ausländische Fachkräfte anzuwerben, berichtete deren Leiter Andreas Knuhr.