Weimar. Um strukturelle Nachteile, wie die kleinteilige Wirtschaftsstruktur, zu kompensieren, setzt Thüringen verstärkt auf Innovationen.

Innovationen sind für die Thüringer Wirtschaft unerlässlich, darüber herrschte weitgehend Einigkeit auf dem Kongress Innocon 2024 am Mittwoch in Weimar.

Man habe als Wirtschaftsstandort spürbare Nachteile gegenüber anderen Bundesländern, erklärte Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Böhler. „Viele unserer Unternehmen sind sehr klein und oftmals nur verlängerte Werkbänke“, räumte Böhler ein. Hinzu komme die wirtschaftliche Stärke von Bundesländern wie Hessen, Bayern oder Niedersachsen und die anstehende Förderung von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg durch die Gelder als Ausgleich für den Kohleausstieg.

Idee binnen kurzer Zeit umgesetzt

„Dennoch ist Thüringen ein Innovationsstandort“, zeigte sich Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) überzeugt. Er verwies auf zahlreiche neue Forschungsinstitute, die man in den letzten fünf Jahren habe ansiedeln können. So sei das Hyson-Institut in Sonneberg, das sich mit der Forschung rund um das Thema Wasserstoff beschäftigt, in nur zwei Jahren von der Idee auf einer Reise nach Japan in die Realität umgesetzt worden. „Das ist Thüringer Geschwindigkeit“, so Tiefensee.

Nach seinen Angaben hat das Land die Ausgaben für die Förderung von Forschung und Entwicklung von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 1,8 Milliarden Euro aktuell gesteigert. Mit einem Anteil an den Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung von 52,2 Prozent liege Thüringen weit über dem Bundesdurchschnitt von 34,4 Prozent und dem ostdeutschen Schnitt von 38,2 Prozent.

Förderinstrumente zusammengefasst

Unter dem Tool „Thüringen Motivation“ habe man die Förderinstrumente zusammengefasst, so Katja Böhler. Hier könne jeder erkennen, welche Programme und Mittel für Grundlagenforschung, Anwendungsforschung, Produktentwicklung und Markteinführung zur Verfügung stehen. Insgesamt fließen laut Böhler 850 Millionen Euro von Land, Bund und EU in das Programm.

Unter dem Motto „Thüringer Löwe“ soll laut dem Wirtschaftsminister ein neues Identifikationsmodell entwickelt werden. „Der Löwe ist nicht nur Teil unseres Landeswappens, er steht auch für Zukunft, Aufbruch und Stärke“, erklärte Tiefensee.

Innovationen auf Ausstellung gezeigt

Zum intensiven Austausch auf dem Kongress, aber auch beim abschließenden „Chill and Grill“ im Garten der Weimarhalle lud der Geschäftsführer der veranstaltenden Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, Andreas Krey, die Gäste ein. Er lobte die begleitende Ausstellung, die viele Innovationen aus dem Freistaat präsentiere. So sei es der Seitec GmbH aus Erfurt gelungen, ein Problem zu lösen, an dem andere zehn Jahre gescheitert seien, würdigte Tiefensee.