Erfurt. Die schwache Konjunktur und hohe Zinsen haben Konsequenzen - mehr Firmen im Freistaat und damit ihre Beschäftigten geraten in Turbulenzen.

Die Konjunkturschwäche sowie schwierige Finanzierungsbedingungen sorgen dafür, dass mehr Firmen in Thüringen in finanzielle Schieflage geraten. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wegen Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit stieg im ersten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 auf 78 Fälle, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Erfurt mitteilte. Das war ein Anstieg um fast 28 Prozent. Betroffen waren davon 408 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - im Schnitt fünf pro Insolvenzfall.

Vor allem die Krise der Bauwirtschaft zeigte Wirkung: 20 Baufirmen mussten bei den Amtsgerichten einen Insolvenzantrag stellen - fast jede vierte finanziell angeschlagene Firma kam damit aus diesem Bereich.

Sinkende Tendenz bei Insolvenzverfahren

Insgesamt gab es von Januar bis März 2024 insgesamt 521 Insolvenzverfahren im Freistaat - mit sinkender Tendenz. Der Rückgang im Vergleich zum ersten Quartal 2023 lag bei rund elf Prozent. Das Gros waren mit 314 Fällen Verbraucherinsolvenzen. Insgesamt 475 Verfahren wurden eröffnet, weil das noch vorhandene Vermögen ausreichte, um Gläubigerforderungen zu bedienen. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf rund 62 Millionen Euro.

Die Insolvenzanträge von überschuldeten Haushalten sanken deutlich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - es waren laut Landesamt fast ein Fünftel weniger Verbraucherinsolvenzen. Im Durchschnitt ging es um unbezahlte Rechnungen und Forderungen in Höhe von 41.000 Euro.