Gera: Einstige Berufsschule wird Wipsepark

Leipziger Unternehmensgruppe will die ehemalige Immobilie des Landkreises Greiz am Geraer Stadtrand wiederbeleben. In der Küche wird weiterhin gekocht. Geplant ist ein Mix aus Firmenansiedlungen und sozialer Nutzung.

ehemalige Berufsschule Gera - Liebschwitz - künftiger Wipsepark der Blaufalk AG leipzig-schkeuditz mit Raum für handwerker Lager , Großküche / Catering Unternehmen Schulung und Wohnen und Freizeit : Michael Schwanengel , Eigentümer Uwe Haubold und Manfred G. Meistervon der Blaufalk AG (von links)

ehemalige Berufsschule Gera - Liebschwitz - künftiger Wipsepark der Blaufalk AG leipzig-schkeuditz mit Raum für handwerker Lager , Großküche / Catering Unternehmen Schulung und Wohnen und Freizeit : Michael Schwanengel , Eigentümer Uwe Haubold und Manfred G. Meistervon der Blaufalk AG (von links)

Foto: zgt

Gera. Seit zwei Jahren ist die Berufsschule in Gera-Liebschwitz dicht. Jetzt soll das Gelände zum "Blaufalk-Wipsepark" entwickelt werden.

"Zwei Jahre haben wir dafür geplant", sagt Uwe Haubold, der Eigentümer der Blaufalk AG. Die in Leipzig-Schkeuditz ansässige Unternehmensgruppe hatte zu Jahresbeginn das Areal am Stadtrand gekauft, das bis dahin dem Landkreis Greiz gehörte. "Wir waren auf der Suche nach einem Lager auf der Mitte unserer Geschäftsachse zwischen Bayern und Berlin", sagt Haubold. Zufällig fand sich die Immobilie in Liebschwitz. Der Raiffeisen-Markt hat seine Fläche nebst Parkplätzen aus dem Gesamtareal herausgekauft und betreibt weiterhin sein Geschäft. Auch im einstigen Schulgelände wird gearbeitet. Die Küche der Elstermenü GmbH wird gerade von Mitarbeitern der Blaufalk AG modernisiert. "Wir haben einen Mietvertrag für zehn Jahre abgeschlossen", sagt der Chef Andreas Kirmse. Künftig wird die Küche nicht nur Kindergärten und andere Einrichtungen beliefern, sondern auch mit dem angrenzenden Speisesaal wieder Gästen offen stehen, Anwohnern und denen, die im Wipsepark künftig arbeiten und vielleicht auch leben werden.

"Wir wollen eine gesunde inhaltliche Mischung und keine Monokultur entwickeln, damit der Wipsepark eine Chance zum Leben hat", meint Haubold. Für das einstige Werkstattgebäude stellt er sich einen Handwerkerhof vor mit Platz für den eigenen Bedarf und für interessierte Unternehmen. Die frühere Mechanikerwerkstatt eigne sich für Speditionsfahrzeuge. Das Schulgebäude will die Unternehmengruppe für die eigene Blaufalk-Akademie zur Weiterbildung nutzen. Auch Haubolds "Fimmel für Kunst" könnte sich dank zweier Eingänge dort ausleben mit einer Galerie in Verbindung mit Mietateliers, mit dem Vermieten von Kunst und der Verwaltung von Künstlernachlässen. Auch Vereine, Musiker oder eine Kindereinrichtung könnte Haubold sich darin vorstellen. Die 150 Internatszimmer will er auch wiederbeleben und barrierefrei machen. "Dort könnte man eine Altentagesstätte unterbringen, Kleinwohnungen und Wohngemeinschaften für Ältere", schwebt Haubold vor. Die Versorgung sei mit der Küche nebenan gesichert.

Solarzellen auf den Dächern und Blockheizkraftwerke als Ergänzung zu den Heizungen sollen die Energieversorgung auf modernes Niveau bringen. Pläne hat der Investor auch für das Gewächshaus. "Das müssen wir wieder neu ausstatten, das Inventar ist verschwunden", sagt Haubold. Er sei im Gespräch mit einem Züchter, der das Glashaus nutzen könnte. Auch das Arboretum soll weitgehend erhalten bleiben, "soweit es den Betrieb hier nicht behindert." Ein Hausmeister, der noch gesucht wird, soll sich um den Wipsepark kümmern und darüber wachen.

Erfahrungen mit dem Nachnutzen von Brachen hat die Blaufalk AG bundesweit. Das olympische Dorf bei Berlin beispielsweise hat sie mit Wohnhäusern ausgestattet.

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