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Einheitsbotschafterin Thüringen / Olivia Vieweg: "Vielleicht braucht es doch eine Art Ost-Quote"

| Lesedauer: 4 Minuten
Einheitsbotschafterin Thüringen / Olivia Vieweg
StK / Die Filmagentur / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/157804 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.

Einheitsbotschafterin Thüringen / Olivia Vieweg StK / Die Filmagentur / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/157804 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.

Magdeburg / Halle (S.) (ots) - Anmoderationsvorschlag:

Der Tag der Deutschen Einheit 2021 ist anders: Zum ersten Mal vertreten neben der Bürgerdelegation auch je zwei Einheitsbotschafter ihr Bundesland.

Sprecher:

Den Tag der Deutschen Einheit feiern wir in diesem Jahr in Halle in Sachsen-Anhalt. Für Thüringen ist als Einheitsbotschafterin Olivia Vieweg aus Jena dabei.

Zwei Jahre alt war sie als die Mauer fiel. Heute ist sie erfolgreiche Comiczeichnerin und Drehbuchautorin. Manchmal fragt sie sich, ob sie dazu die Chance gehabt hätte, wenn sie in die Generation ihrer Eltern geboren worden wäre.

Sachsen-Anhalt hält Olivia für unterschätzt, deswegen spielt einer ihrer Comics auch in Halle. Außerdem plant sie eine Serie, die in der Fachwerkstadt Quedlinburg spielen soll. Bei ihrem Besuch findet sie bestimmt noch mehr Plätze, Menschen und Geschichten für ihre Filme und Comics.

Abmoderationsvorschlag:

Alle Infos zum Tag der Deutschen Einheit 2021 finden Sie auf der Homepage (https://tag-der-deutschen-einheit.de) und auf den Kanälen der Sozialen Netzwerke Facebook (https://www.facebook.com/tde2021), Instagram (https://www.instagram.com/gemeinsamzukunftformen/), YouTube (https://www.youtube.com/channel/UCOc0eBEkKxWIHW_uampEQGw) und Twitter (https://twitter.com/tde2021). #TDE2021

Weitere Infos zu Einheitsbotschafterin Olivia Vieweg:

Olivia Vieweg (33) ist in Jena aufgewachsen, im Plattenbaugebiet Jena-Lobeda, gleich neben der Autobahn. Sie legt ausdrücklich Wert darauf, dass sie dort eine glückliche Kindheit verbracht hat. Später machte sie ihre Leidenschaft, das Comic-Zeichnen, zum Beruf. Olivia studierte an der Bauhaus-Uni Weimar, ist längst erfolgreiche Comic-Autorin und Drehbuchschreiberin. Manchmal versucht sie sich vorzustellen, was in der DDR aus ihr geworden wäre. Sie ist froh, dass sie nach der Wiedervereinigung aufwachsen durfte. Mit ihrem Partner aus Hessen hat sie in Thüringen eine Familie gegründet.

Ich war zwei, als die Mauer fiel. Lustiger Zufall, dass mein Geburtstag, der dritte Oktober, später zum Tag der Deutschen Einheit wurde. Nach der Schule wollte ich unbedingt möglichst weit weg von Thüringen studieren, also mindestens Berlin oder Leipzig. Ich habe es schließlich gerade mal 30 Kilometer weit geschafft, bis nach Weimar. Aber hier konnte ich Visuelle Kommunikation studieren, genau das, was mir vorschwebte.

An meinem Heimatland Thüringen fasziniert mich die bunte Mischung. Von Weimar aus braucht man nur eine Stunde und ist in einer anderen Welt, im Norden der Harz mit Fachwerk-Idylle, im Süden der magische Thüringer Wald mit lauter touristischen Geheimtipps. Spannende Industriestädte auf der einen Seite und nebenbei die ganze Hochkultur.

Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was in der DDR aus mir geworden wäre, also wenn ich in der Generation meiner Eltern gelebt hätte. Wäre ich als Künstlerin systemkonform, hätte deshalb immer genug Aufträge? Oder wäre ich eher aufmüpfig und hätte ständig Probleme mit dem Land? Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich nach der Wiedervereinigung aufwachsen durfte. Mein Partner kommt aus Hessen, wir haben zusammen zwei Kinder. Manchmal reden wir in der Familie über das Thema Einheit. Unser Großer ist jetzt acht, er versteht schon, dass es mal zwei sehr unterschiedliche Deutschlands gab.

Was mich nach wie vor stört: Nach der Wende gab es keine Gerechtigkeit bei der Besetzung der Eliten. Hochschulen, Gerichte, Medien - die wichtigen Posten haben Leute aus dem Westen unter sich verteilt. Jetzt sind mehr als 30 Jahre vergangen, aber diese Netzwerke dominieren noch immer die Institutionen. Vielleicht braucht es doch eine Art Ost-Quote. Ähnlich ist es in Filmen über den Osten. Sehr oft wird da aus West-Perspektive erzählt. Das muss nicht falsch sein, aber ich finde es nicht fair.

Pressekontakt:

Susanne Bethke Projektleiterin Bundesratspräsidentschaft/ Tag der Deutschen Einheit 2021 Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt Hegelstraße 40 - 42, 39104 Magdeburg +49 391 567 6666 presse@stk.sachsen-anhalt.de https://www.tag-der-deutschen-einheit.de

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