Pandemie

Corona-Virus: Impfskepsis der Deutschen nimmt zu

Hamburg.  Nur 61 Prozent der Deutschen wollen sich laut einer Studie in Zukunft gegen Covid-19 impfen lassen. Zwei Gründe sind dafür entscheidend.

So läuft die Suche nach dem Corona-Impfstoff

Wenn möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus immun sind, haben die Einschränkungen ein Ende. Ein Weg, das zu erreichen, ist ein Impfstoff. Forscher auf der ganzen Welt suchen danach.

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Immer weniger Menschen in Deutschland wollen sich auf jeden Fall gegen das neuartige Coronavirus impfen lassen, wenn es einen entsprechenden Impfstoff gibt. Das ist Ergebnis einer repräsentativen Studie des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg.

Der Anteil der Impfwilligen sei im Juni im Vergleich zu April von 70 auf 61 Prozent gesunken, teilte das HCHE mit. Mittlerweile jeder Fünfte habe im Juni angegeben, sich auf keinen Fall impfen zu lassen.

Corona: Impfgegner haben Angst vor Nebenwirkungen

„Dass zunehmend mehr Menschen eine Impfung gegen Covid-19 ablehnen, ist bedenklich“, sagt Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. Die meisten Impfskeptiker und -gegner hätten angegeben, sich vor möglichen Nebenwirkungen und um eine nicht ausreichende Wirksamkeit eines möglichen Impfstoffes zu sorgen.

„Politik und Wissenschaft sollten daher über mögliche Nebenwirkungen sowie die Wirksamkeit eines Impfstoffes sehr transparent kommunizieren und für das Vertrauen der Bürger werben“, empfiehlt Schreyögg.

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Bayern hat die höchste Rate an Impfgegnern

Laut HCHE ist die Impfbereitschaft innerhalb Deutschlands sehr unterschiedlich ausgeprägt: Von Norden nach Süden nehme sie ab. In Bayern beispielsweise sei nur jeder Zweite (52 Prozent) bereit, sich impfen zu lassen.

Zwischen alten und neuen Bundesländern gebe es kaum Unterschiede. Immerhin jeder Siebte, der eine Covid-19-Impfung ablehnt, glaubt der Studie zufolge, das Virus sei ungefährlich für die eigene Gesundheit.

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Corona: Impfbereitschaft sinkt auch in anderen Ländern

Unter Leitung des HCHE waren im April und Juni auch Menschen aus Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal und Großbritannien befragt worden. Insgesamt sei die Impfbereitschaft in den befragten Ländern von 74 Prozent im April auf 68 Prozent im Juni gesunken. Deutschland weise neben Frankreich (56 Prozent) die geringste Zustimmung unter den befragten europäischen Ländern auf.

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