Fahrräder

Kompakte E-Bikes im Test: Fahrräder für Bahn und Kofferraum

Kathrin Schräer und Horst Schröder
| Lesedauer: 6 Minuten
Ein Überblick: Die E-Bike-Trends 2022

Ein Überblick- Die E-Bike-Trends 2022

E-Bikes sind weiterhin beliebt. Aber sie verändern sich. Die Zeit der klobigen Akkus ist vorbei. Viele E-Bikes sehen mittlerweile aus wie herkömmliche Räder.

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Berlin.  Büro, Camping, Städtetrip: Auf dem E-Faltrad und E-Kompaktrad lassen sich kürzere Strecken bequem zurücklegen. Fünf Modelle im Test.

Klein, kompakt und praktisch. Elektro-Falt- und -Kompakträder sind ideale Wegbegleiter für Camper, Segler oder Wohnmobilliebhaber. Denn sie nehmen weniger Platz weg, passen zusammengefaltet oft noch in den Stauraum eines Wohnmobils, in den Pkw-Kofferraum oder unter Deck. Aber auch Berufspendler wissen die Vorzüge solcher Bikes zu schätzen.

IMTEST, das Verbrauchermagazin der FUNKE Mediengruppe, hat vier E-Falträder und zusätzlich ein E-Kompaktrad getestet.

Falt- und Kompakträder im Test: Klappen, falten, tragen

Die Klappmechanismen bei Falt-E-Bikes funktionieren ähnlich wie bei den klassischen Varianten: Man löst einen Bügel in der Mitte des Rahmens und kann das Rad einmal mittig falten. Danach wird noch der Lenker zur Seite eingeklappt, der Sattel eingeschoben sowie die Pedalen hochgeklappt – und schon verwandelt sich das Rad in ein kleines, etwa 90 mal 70 Zentimeter messendes, Paket. Nur das Blaupunkt-Modell hat einen Magneten, der das Rad beim Transport zusammenhält.

Richtig leicht ist aber keines der Räder im Test, da Akku und Motor das Gesamtgewicht erheblich steigern. Das Henri von Blaupunkt, das Monza von Legend eBikes (beide 21 Kilogramm) sowie das eRädle vom Elektronikversand Pearl mit 22 Kilogramm sind noch die leichtesten Fahrräder im Test. Das i:SY- (25 Kilogramm) sowie das Legend-Modell lassen sich dank Tragegriff, der von der Sattel- zur Mittelstange reicht, noch am einfachsten anheben.

Was leisten die kleinen E-Bikes?

Die Reichweite und Leistung hat IMTEST im Labor des Prüfinstituts Hansecontrol ermitteln lassen. Ausgenommen vom i:SY-Modell (Mittelmotor: Bosch Performance Line, Drehmoment: 65 Newtonmeter [Nm]) haben alle Räder im Test einen Hecknabenmotor mit 40 beziehungsweise 50 Nm Drehmoment (Henri von Blaupunkt).

Die gemessene Akkuleistung der E-Bikes fällt mit Werten zwischen 245 und 462 Wattstunden (Wh) eher gering aus. Auch wenn das Monza von Legend mit 504 Wh die Ausnahme ist, bewältigen die Räder im Reichweitentest mit einer Akkuladung nur Strecken zwischen 41 und 57 Kilometern. Das eRädle von Pearl fällt mit zu kurzen 18 Kilometern deutlich nach unten raus.

Elektro-Kompakträder: Komfort trotz Minigröße?

Aufgrund der 20-Zoll-Räder strampelt man mit den E-Falt- und E-Kompakträdern schon merklich mehr als auf einem großen E-Bike.

Zum Schalten der E-Unterstützungsstufen setzen die Hersteller auf unterschiedliche Konzepte: Das i:SY-Modell bietet eine sehr einfach zu bedienende Bosch-Steuerung. Sein großes Display zeigt die (vier wählbaren) Unterstützungsstufen übersichtlich an. Der Bosch-Mittelmotor sorgt dann für einen gleichmäßigen und aus dem Stand heraus sportlichen Antritt. Was man von den Hinterradnabenmotoren der übrigen Kandidaten nicht behaupten kann.

Schnell setzt eine Art Verzögerung des Motors ein, was sich wie ein ungewolltes Abbremsen beim Fahren anfühlt. Wer neben der Motorunterstützung bequem mittreten möchte, findet bei den vier Klapprädern im Test eine Sechs-Gang-Kettenschaltung vor, das Jeep-Modell bietet eine Sieben-Gang-Kettenschaltung. Das kompakte i:SY-Modell besitzt eine Fünf-Gang-Nabenschaltung.

So fährt es sich mit 20-Zoll-Rädern

Je nachdem, wie viel Kraft der Fahrer selbst noch zum Treten hinzufügen möchte, bieten die Bikes mehrere Motorunterstützungsstufen an. Während sich bei den meisten Rädern diese etwa am Display einstellen lassen, gibt es beim Monza von Legend nur ein Vor- und Zurücktasten in Form verschieden unterlegter und bei der Betätigung aufleuchtender Farben.

Beim Test der Fahreigenschaften zeigt sich, dass die verhältnismäßig kleine Laufradgröße von 20 Zoll etwas Geschick vom Fahrer erfordert, beispielsweise bei engen Kurvenfahrten. Mit den insgesamt besten Bewertungen für Antritt, Fahrverhalten und -komfort setzte sich beim Praxistest das E5 ZR F von i:SY durch. Aber auch das Monza von Legend wusste mit noch guter Straßenlage und flotten Steigungsfahrten zu überzeugen.

Fazit: Diese kompakten E-Bikes überzeugen im Test

Nicht klappbar, trotzdem mit seinen 20-Zoll-Reifen, niedrigerer Rahmenarchitektur, einklappbaren Pedalen und schnell verstellbarem Sattel und Lenker klar als E-Kompaktrad erkennbar: der Testsieger E5 ZR F von i:SY. Mit knapp 3900 Euro ist es kein Schnäppchen, dafür gibt es hochwertig verarbeitete Komponenten.

Beim mit 999 Euro günstigen eRädle von Pearl ist der Einsatzbereich klar: Sein zulässiges Gesamtgewicht beträgt nur 100 Kilogramm, viel Gepäck ist da nicht mehr drin. Es zielt einzig auf den Transport von Fahrerin oder Fahrer von A nach B ab – das macht das E-Bike ordentlich.

1. Platz: E5 ZR F – i:SY GmbH Co. KG / IMTEST Siegel: Testsieger Ausgabe 5/2022

  • Preis: 3849 Euro
  • Der Name ist Programm. Eignet sich trotz kompakter Größe hervorragend für die City und auch längere Touren.
  • + Hochwertige Komponenten sorgen für ein sehr gutes Fahrgefühl.
  • - Nicht klappbar, daher nicht für den Auto-Kofferraum geeignet.
  • Ergebnis: gut 2,4

2. Platz: Monza – Legend eBikes

  • Preis: 1756,55 Euro
  • Mit seinen 21 Kilogramm ist das Legend recht leicht zu tragen. Überzeugt mit guter Straßenlage.
  • + Erzielte im Reichweitentest mit 57 Kilometern den besten Wert.
  • - Kein Display zum Ablesen der Unterstützungsstufe vorhanden.
  • Ergebnis: gut 2,5

3. Platz: Henri – Blaupunkt

  • Preis: 1.499 Euro
  • Praktisch: Ein Magnet an der Hinterradnabe sorgt dafür, dass das Rad beim Transport nicht auseinander driftet.
  • + Zusammengeklappt dient der Lenker als Deichsel zum Schieben.
  • - Kein Rücklicht und kein Gepäckträger vorhanden.
  • Ergebnis: befriedigend 2,7

4. Platz: Fold E-Bike 7020 – Jeep

  • Preis: 2099 Euro
  • Das Klapprad von Jeep ist durch seine dicken Reifen ein echter Hingucker, dadurch aber auch etwas träge beim Anfahren.
  • + Das Rad fühlt sich auf Wald- und Feldwegen besonders wohl.
  • - Laute Fahrgeräusche, kommt nicht so flott aus dem Stand weg.
  • Ergebnis: befriedigend 3,2

5. Platz: Klapp-Pedelec 20’’ – eRädle / IMTEST Siegel: Preis-Leistungssieger Ausgabe 5/2022

  • Preis: 999 Euro
  • Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von nur 100 Kilogramm lässt sich nicht mehr viel Gepäck mitnehmen.
  • + Für unter 1.000 Euro ist das eRädle ein solider Reisebegleiter.
  • - Viele Komponenten aus Plastik statt Metall.
  • Ergebnis: befriedigend 3,5