Ferieninsel

Mallorca verschärft Maskenpflicht – wo die neue Regel gilt

Madrid.  In Spanien steigen die Corona-Fallzahlen in vielen Regionen. Nach Katalonien haben die Balearen eine strenge Maskenpflicht eingeführt.

Mallorca verschärft die Maskenpflicht

Aus Angst vor steigenden Corona-Infektionszahlen gilt auf Mallorca ab sofort die totale Maskenpflicht. Bei Nichteinhaltung drohen Geldstrafen.

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  • Auf Mallorca ist am 13. Juli Corona-bedingt eine strenge Maskenpflicht in Kraft treten
  • Sie soll für alle Menschen an allen öffentlichen Orten gelten
  • Es gibt jedoch einige Ausnahmen
  • In Palma demonstrierten Menschen gegen die verschärfte Maskenpflicht

„Oben ohne“ ist auf Mallorca verboten. Am 13. Juli ist auf Mallorca und auf den benachbarten balearischen Inseln Ibiza, Menorca und Formentera die totale Maskenpflicht in Kraft getreten. Sobald die Urlauber ihr Hotelzimmer oder Ferienapartment verlassen, müssen sie fast immer und überall in der Öffentlichkeit den Atemschutz tragen. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Die entsprechende Verordnung wurde im Amtsblatt veröffentlicht und ist somit in Kraft getreten. Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen sollte es jedoch nur Ermahnungen geben.

Bisher musste die Maske auf Mallorca nur in Geschäften, Museen und im Nahverkehr vor Mund und Nase sitzen. Und im Freien nur dann, wenn kein Sicherheitsabstand von 1,50 Metern eingehalten werden konnte. Nun gilt die Pflicht grundsätzlich immer, unabhängig davon, ob sich viele, wenige oder gar keine Mitmenschen in der Umgebung aufhalten. Also zum Beispiel auch bei einsamen Spaziergängen.

Mallorca: Maskenpflicht gilt nicht am Strand

Nur am Strand und am Hotelpool darf die Maske abgenommen werden. Immerhin müssen Feriengäste somit keine Sorge haben, dass der Atemschutz beim Sonnenbad einen großen weißen Streifen im Gesicht hinterlässt. Und auch am Tisch, beim Essen und Trinken in Restaurants und Bars, darf natürlich auf den Hygieneartikel verzichtet werden.

„Wir wollen weiterhin ein sicheres Ferienziel sein“, sagte Patricia Gómez, Gesundheitsministerin der Inselregierung. Angesichts der steigenden Zahl der Touristen, die wieder auf die Insel kommen, müsse man die Schutzmaßnahmen ausweiten. Zumal Studien zeigten, dass immer mehr mit dem Virus Infizierte keine Krankheitssymptome hätten und somit per Fiebermessung auf dem Flughafen und in den Hotels nicht identifiziert werden könnten.

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Menschen protestieren gegen Maskenpflicht

Etwa hundert Menschen hatten sich laut dem „Mallorca Magazin“ im Zentrum Palmas versammelt, um gegen die verschärfte Maskenpflicht zu demonstrieren. Einige Demonstranten warnten auch vor einer Impfpflicht und 5G und trugen Transparente mit Sprüchen wie „Neue Weltordnung“ – Themen, die vor allem Verschwörungstheoretikern zugerechnet werden.

Viele Demonstranten, die im Gastronomie- und Hotelgewerbe arbeiten, zeigten sich vor allem besorgt über mögliche Stornierungen. Laut dem Bericht des „Mallorca Magazins“ verlief die Demonstrationen friedlich, nur wenige Polizisten waren vor Ort.

Mallorca verzeichnet immer mehr Urlauber seit Corona-Neustart

Die Zahl der Passagierjets, die auf Palmas Flughafen landen, wird seit dem Neustart des Tourismus am 15. Juni mit jedem Tag größer. Allein im Juli erwarten die Fremdenverkehrsbehörden schon zwei Millionen Passagiere, die auf dem Flughafen ankommen und abfliegen. Damit wäre der Airport bereits bei annähernd 50 Prozent des sommerlichen Passagieraufkommens im Juli 2019.

Mit der bisherigen Ferienruhe im Paradies, das in den letzten Monaten einer Geisterinsel glich, scheint es somit vorbei zu sein. Zwar wurde in den letzten Wochen noch kein Infektionsfall unter Urlaubern bekannt. Nur unter Einheimischen gab es eine geringe Zahl von Neuinfektionen. Doch die Sorge wächst, dass mit der Rückkehr des Massentourismus auch das Virusrisiko steigt.

Die Polizei musste schon mehrfach einschreiten: Einige Strände mussten wegen Überfüllung gesperrt werden. Auch bei etlichen privaten Partys und öffentlichen Trinkgelagen verhängten die Beamten Strafen, weil sich zu viele Menschen ohne Masken auf engem Raum drängelten. Sommerhitze und Urlaubslaune provozieren offenbar einen zunehmend laxen Umgang mit den Corona-Hygieneregeln.

Für Aufruhr sorgten Bilder von Party-Touristen am Ballermann, zumeist junge Männer aus Fußball-Vereinen, die spät abends zwischen „Deutschem Eck“ und „Viva Colonia“/„Las Palmeras“ feierten – so, als wenn es Corona nie gegeben hätte.

Katalonien stellte 210.000 Einwohner unter Quarantäne

Wohin zu viel sommerliche Entspannung führt, ist in zwei anderen spanischen Urlaubsregionen zu beobachten: In Katalonien wurde ein Gebiet rund um die Großstadt Lleida mit 210.000 Einwohnern unter Quarantäne gestellt, nachdem dort die Zahl der Infektionen in die Höhe schnellte. Nachdem sich das Virus immer weiter ausbreitete, gilt nun in ganz Katalonien, mitsamt der touristischen Hochburgen Costa Brava, Costa Dorada und Barcelona, wieder die totale Maskenpflicht.

Der zweite neue spanische Brennpunkt liegt an der galicischen Atlantikküste, im Landkreis A Mariña, der ebenfalls nach einem massiven Corona-Rückfall unter Quarantäne steht. Von diesem Corona-Sperrgebiet, in dem 70.000 Menschen leben, sind einige der schönsten Strände Spaniens betroffen – darunter die berühmte bizarre Felsenbucht mit dem Namen „Der Strand der Kathedralen“. (mit dpa)

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