Urlaub

Mit dem Auto in die Sommerferien – das ist zu beachten

Berlin.  Viele Menschen fahren in diesem Jahr aus Sorge vor dem Coronavirus mit dem Auto in den Urlaub. Auf diese Dinge sollten Sie achten.

Voll beladen Richtung Strand – für die Fahrt in den Urlaub gibt es einiges zu beachten (Symbolfoto).

Voll beladen Richtung Strand – für die Fahrt in den Urlaub gibt es einiges zu beachten (Symbolfoto).

Foto: istock / iStock

Flüge, Bahn- und Kreuzfahrten kommen dieses Jahr für viele Verbraucher wegen der Corona-Pandemie nicht infrage: zu viele Leute, zu wenig Abstand, zu riskant. Was bleibt, ist das Auto – der traditionelle Urlaub, mit dem die meisten groß geworden sind.

Doch aus der Not lässt sich auch eine Tugend machen: Der Verbraucher-Ratgeber Finanztip hat eine Checkliste für den Autourlaub zusammengestellt. Diese sieben Punkte sollten Sie beachten.

1. Flexibel buchen

Der wichtigste Tipp vorab: Egal, ob Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz – Urlauber sollten derzeit möglichst Angebote buchen, für die sie nichts anzahlen müssen und die sie kostenlos stornieren können, falls sich die Lage ändert. Die Reiseeinschränkungen zum Beispiel für Menschen aus dem Landkreis Gütersloh haben gezeigt, dass sich Urlaubspläne in Corona-Zeiten schnell zerschlagen oder ändern können.

2. Die Vorbereitung

Dieses Jahr werden deutlich mehr Menschen mit dem Auto in den Urlaub fahren als in den Jahren zuvor. Es könnte daher viele lange und ungewöhnliche Staus geben. Empfehlenswert ist es daher, die Staumeldungen und -prognosen des ADAC zu studieren.

Hilfreich könnte auch Google Maps sein. Wer die Route dort eingibt, kann sogar in Echtzeit sehen, wo es hakt. Stau und zähfließender Verkehr werden dort angezeigt. Tendenziell lohnt es sich, morgens ganz früh oder auch schon nachts loszufahren, weil es dann nicht so voll auf den Straßen ist.

3. Das Auto überprüfen

Bevor es losgeht, sollte man unbedingt Licht, Ölstand, Wischwasser und Luftdruck auf den Reifen kontrollieren. Der Luftdruck muss wahrscheinlich erhöht werden, weil der Wagen mit Gepäck deutlich schwerer ist. Autofahrer orientieren sich am besten am oberen Ende der Herstellerempfehlung; das spart auch etwas Sprit.

Die richtigen Werte für das mit Gepäck und Insassen beladene Auto finden sich in der Gebrauchsanweisung und zudem meist im Tankdeckel sowie im Türholm der Fahrerseite. Den anzupassenden Reifendruck messen Autofahrer dabei am besten bei möglichst kalten Reifen, empfiehlt der TÜV Süd. Demnach erwärmen sich die Reifen bereits auf Fahrten von unter zehn Kilometern.

Nicht vergessen: Auch das Reserverad im Kofferraum muss wahrscheinlich aufgepumpt werden. Falls es kein Reserverad gibt, sollte ein Notfallset für die Reifenreparatur immer dabei sein. Ein Verbandskasten ist Pflicht in Deutschland (Ablaufdatum prüfen), Warnweste und Feuerlöscher sind empfehlenswert, in manchen Ländern sind sie sogar Pflicht.

4. Richtig beladen

Reim Beladen gilt es, schwere Gepäckstücke in den Kofferraum nach ganz unten zu sortieren. Leichte und lose Gegenstände sollten bei Kombis mit Zurrgurten befestigt werden. Gepäckstücke könnten sonst bei einer Vollbremsung zum tödlichen Geschoss werden.

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Dachaufbauten wie Koffer, Surfbrett oder Fahrräder verändern den Schwerpunkt des Autos oft deutlich. Entsprechend vorsichtig sollte man fahren. Darüber hinaus sollten Reisende darauf achten, das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten.

5. Maut und Fahrverbote

In vielen Staaten der EU benötigen Autofahrer eine Vignette, bevor sie Autobahnen und Schnellstraßen befahren dürfen. Die Zehn-Tages-Vignette für Österreich kostet beispielsweise 9,40 Euro. Man bekommt sie nahe der Grenze auch in Deutschland etwa an Tankstellen und Raststätten, muss dort aber unter Umständen Schlange stehen.

Eine digitale Vignette online zu kaufen, ist bequemer. Wichtig: Diese ist erst 18 Tage nach Kauf gültig. Ohne Vi­gnette nur über Landstraßen zu tuckern, lohnt sich wegen des massiven Zeitverlustes eher nicht.

Auch Umweltzonen, Einfahrverbote und City-Maut sind in immer mehr europäischen Metropolen ein Thema. Ältere Diesel und Benziner dürfen in manche Städte gar nicht mehr einfahren, etwa in Italien, den Niederlanden, der Schweiz oder Spanien. Auf der sicheren Seite ist man meist mit einem neueren Verbrenner der Abgasnorm Euro 6 oder einem Elektroauto. Prämie für Elektroautos: So kommen Kunden an den höheren Bonus

Wichtig ist, sich vorher über die nötigen Plaketten zu informieren, zum Beispiel beim ADAC. Ansonsten drohen teils saftige Strafen bis in den vierstelligen Bereich.

6. Ungewohnte Verkehrsregeln

Reisende sollten sich vorab im Internet über Höchstgeschwindigkeiten und Alkoholgrenzen am Zielort informieren. In vielen europäischen Ländern gilt 0,5 Promille – in Teilen Osteuropas 0,0 Promille – sowie Tempo 120 bis 140 auf Autobahnen. Achtung: In den Niederlanden wurde das Autobahn-Tempolimit vor Kurzem auf 100 km/h gesenkt – tagsüber von 6 bis 19 Uhr. Nachts gilt Tempo 130.

7. Hilfe bei Panne und Unfall

Nichts ist ärgerlicher, als fernab der Heimat liegen zu bleiben. Pannenhilfe bieten ein günstiger Schutzbrief von der Kfz-Versicherung oder auch eine Mitgliedschaft im Autoclub. Für die Reise ins Ausland gehört auch ein europäischer Unfallbericht ins Gepäck; er enthält Ausfüllhilfen in mehreren Sprachen. Die internationale Versicherungskarte (grüne Karte) wird dagegen in der Europäischen Union nicht mehr benötigt. Diese 14 Versicherungsirrtümer kosten richtig viel Geld

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Verbraucher-Ratgeber ist Teil der Finanztip Stiftung.