Verbraucherschutz

So streng ist das neue Energielabel für Elektrogeräte

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Kühlschrank richtig einräumen: So geht's!

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Berlin.  Ab dem 1. März dürfen viele Elektrogeräte nur noch mit dem neuen Energielabel in den Handel kommen. Es soll mehr Klarheit schaffen.

Eigentlich hörte sich das gut an: Energieeffizienzklasse A+++. Oder: A++. Auch A+ klang noch vielversprechend. Aus und vorbei. Ab dem 1. März dürfen Fernseher und Monitore, Geschirrspüler und Kühl- sowie Gefriergeräte, Waschmaschinen und kombinierte Waschtrockner nur noch mit dem neuen Energielabel in den Handel kommen. Die Stufen auf der grünen bis roten Ampelskala reichen dann nur noch von A bis G. Und nicht mehr von A+++ bis D.

„Selbst die bisher klassenbeste Waschmaschine mit A+++ bekommt dann vielleicht nur noch ein B oder C“, sagt Daniel Kastner, der für die Stiftung Warentest das Label unter die Lupe genommen hat. Nur die wenigsten Geräte, die es bisher zu kaufen gibt, schafften es noch in die A-Klasse.

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Neues Energielabel: Die meisten Geräte werden nur D bekommen

Das Gros der Geräte, die heute eine gute Energieeffizienz aufweisen, entspricht voraussichtlich eher einem D. Der Grund: Die Europäische Union hat die Kriterien der 1994 erstmals eingeführten Kennzeichnung verschärft. Kastner sagt: „Sie will damit Herstellern Druck machen, noch effizientere Geräte zu bauen.“ Das würde die Umwelt schonen und auch die eigene Strom- und Wasserrechnung. Laut einer von der Europäischen Kommission durchgeführten Umfrage berücksichtigen 79 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher das Zeichen beim Einkauf.

Nach der Umstellung lasse sich leichter erkennen, welche Gerätemodelle wirklich effizienter sind, urteilt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie erklärt: Die Label werden „aussagekräftiger“. Zuletzt – also mit dem alten Label – hätten etwa bei Kühlschränken fast alle Modelle in den Bestklassen gelegen, Unterschiede fielen kaum mehr auf.

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Neu ist auch ein QR-Code oben rechts auf dem Label. Wer ihn mit dem Smartphone scannt, erhält mehr Informationen zu dem Gerät. Im unteren Teil der Etikette haben sich zudem manche Symbole mit ihren Zusatzinformationen verändert. Aber wie genau ist das Label bei Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschrank oder Fernseher zu verstehen?

  • Waschmaschinen: Das A und O für die Angaben auf dem Label ist das Energiesparprogramm Eco 40 bis 60, das alle neuen Waschmaschinen ab März haben müssen. Der Stromverbrauch wird pro 100 Waschzyklen angegeben, der Wasserverbrauch pro Waschzyklus. „Auf dem alten Label stand jeweils der Jahresverbrauch, was vielen wohl weniger sagte“, meint Warentester Kastner. Anders als bisher werden auch Füllmenge pro Waschladung, die Dauer des Eco-Spülgangs und der Wasserverbrauch genannt. Geblieben ist die Schleudereffizienz, welche ebenfalls der A- bis G-Skalierung folgt. In puncto Lärm steht auf dem Label nur noch der Spitzenwert beim Schleudern und nicht mehr beim Waschen, dafür gibt es zusätzlich vier Schallemissionsklassen: A bekommt, wer leiser schleudert als 73 Dezibel, D gibt es ab 81 Dezibel.
  • Geschirrspüler: Auch alle Geschirrspüler müssen ab März ein Eco-Sparprogramm haben. Es ist die Grundlage für die Energieeffizienzklasse und für alle anderen Angaben wie Stromverbrauch, berechnet pro 100 Spülzyklen, und Wasserverbrauch pro Waschgang. Neu ist auch die Angabe der Programmdauer, dafür fällt die Trocknungsleistung weg. Die Skala der Schallemissionen reicht von A für weniger als 39 Dezibel bis D für 51 Dezibel und mehr.
  • Kühlschränke: Angegeben wird die Energieeffizienz. Auch der Stromverbrauch, wie bisher pro Jahr. Eine Zahl hält Experte Kastner für „wenig lebensnah“: Das Volumen werde anders als bisher so berechnet, als wären alle Schubläden und Zwischenböden rausgenommen, dabei stapele niemand seine Lebensmittel vom Boden bis an die Decke. Heißt: Das Volumen kann auf dem neuen Label größer sein als zuvor. Bei den Schallemissionen reicht die Skala von A für unter 30 Dezibel bis D für 42 Dezibel und mehr.
  • Fernseher: Die Energieeffizienzklasse bezieht sich auf den Standardmodus, SDR, und die Bilddiagonale. Selbst wenn sie mehr Strom verbrauchen als kleine, können größere Geräte so eine gute Effizienzklasse erreichen. Der angegebene Stromverbrauch gilt für 1000 Stunden Normalbetrieb. Zudem werden auch der höhere Verbrauch und die Effizienzklasse im HDR-Modus – HDR-Bilder zeigen kräftigere Farben und Kontraste – ausgewiesen. Neu ist neben der Angabe der Bilddiagonale in Zentimetern und Zoll auch die Auflösung in Pixeln.

Ob es sinnvoll ist, ein Gerät auszutauschen, hängt vom Lebensumfeld ab

14 Tage haben Händler ab dem 1. März Zeit, auf Elektrogeräte, die schon in den Läden stehen, das neue Label aufzukleben. Nur Auslaufmodelle dürfen das alte Label behalten, müssen jedoch bis Ende November verkauft werden. Warentester Kastner: „Es könnte sich also lohnen, im Herbst die Preise zu beobachten.“ Ab September wird es dann auch ein neues Label für Lampen und Leuchtmittel geben.

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Ob es sich lohnen kann, ein altes Gerät gegen ein neues mit besserer Energiebilanz zu tauschen, hänge vom Lebensumfeld ab, sagt Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland. Lebt man in einem Vier-Personen-Haushalt und die Waschmaschine läuft jeden Tag, war es bei der bisherigen Geräteentwicklung in der Regel nach sechs bis sieben Jahren an der Zeit, das alte Gerät gegen ein energieeffizienteres auszutauschen.

Anders wäre dies bei einem Single-Haushalt, wo die Waschmaschine nur einmal die Woche läuft. „Der Umstieg auf ein neues Gerät kann dann deutlich später erfolgen. Das würde sich ökologisch und finanziell nicht rechnen“, so der Experte.

Diekmann rät: „Schauen Sie sich die Energiekosten des jetzigen Gerätes an und vergleichen Sie die mit neuen Modellen. Und dann werden Sie schnell herausfinden, ob ein neues Gerät Sinn macht.“ (mit dpa)

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