Streit unter Clubs

Notfall-Plan: HSV muss mindestens Zweiter werden, wenn...

Frankfurt/Main  Die DFL will sich absichern – ein abgeschlagener Verein soll keinen Abbruch provozieren können. Nun ist ein Streit entfacht.

Der in Stuttgart spielende Ex-Hamburger Orel Mangal und HSV-Kapitän Aaron Hunt duellieren sich um die Aufstiegsplätze.

Der in Stuttgart spielende Ex-Hamburger Orel Mangal und HSV-Kapitän Aaron Hunt duellieren sich um die Aufstiegsplätze.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

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Nachdem die DFL einen Notfall-Plan – mit weitreichenden Folgen für den HSV – erarbeitet hat, ist ein Streit unter den 36 Erst- und Zweitligisten entfacht. Zunächst bestätigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga, Peter Peters, dass die 36 Clubs bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag über die Modalitäten bei einem Saisonabbruch abstimmen sollen. Darüber hatte zuerst die "Bild" berichtet.

Doch diese Abstimmung wurde nun um eine Woche vertagt, denn schon jetzt deutet sich an, dass die Interessen der Vereine sehr unterschiedlich sind. Statt in dieser wichtigen Frage Einigkeit zu demonstrieren, sorgte eine Probeabstimmung am Mittwoch eher für eine Spaltung unter den Bundesligisten, sodass die Zweitligisten gar nicht erst befragt wurden.

DFL will Auf- und Absteiger bei Abbruch

Doch der Reihe nach: Bei dem DFL-Antrag geht es vor allem um eine Auf- und Abstiegsregelung, der die Vereine zustimmen sollen. In die Statuten soll zudem aufgenommen werden, dass es keine Aufstockung der beiden Profiligen geben wird.

„Wir werden am Donnerstag wohl letztmals das Thema 'erzwungener Saisonabbruch' behandeln. Letztmalig deshalb, weil ich überzeugt bin, dass es dazu nicht kommen wird“, sagte Peters. „Aber für diesen absolut unwahrscheinlichen Fall steht für mich fest: Es wird keine Aufstockung – und es muss auch Auf- und Abstieg geben.“

Allein die Relegationsspiele sollen bei einem erzwungenen Abbruch der Spielzeit wegfallen. „Nochmal: Dieses Szenario ist höchst unwahrscheinlich, sollte aber auch geregelt sein. Ich bin überzeugt, dass alle Clubs diesem Vorschlag zustimmen“, betonte der 57 Jahre alte Stellvertreter von Christian Seifert im DFL-Präsidium.

Was der DFL-Plan für den HSV bedeutet

Bei einem solchen angeblich "höchst unwahrscheinlichen" Szenario, wie es Peters formuliert, müsste der HSV also mindestens Zweiter werden, um aufzusteigen. Aktuell liegen die Hamburger auf Rang drei.

Über genau jene Regelung von Auf- und Abstieg herrscht bei den Bundesligisten offenbar große Uneinigkeit, wie der "Kicker" berichtet. Die Vereine kamen am Mittwoch bei einer Videokonferenz zusammen. Noch bevor die Zweitligisten, also auch der HSV, am Nachmittag befragt wurden, einigten sich die Clubs, die Entscheidung über den Notfall-Plan der DFL um eine Woche zu vertagen.

Dem "Kicker" zufolge votierten bei der Abstimmung am Mittwoch acht Vereine gegen den Antrag des DFL-Präsidiums. Zehn Klubs stimmten für den Antrag.

DFL will zur Not aktuelle Tabelle werten

Der DFL-Plan sieht vor, bei einem Saisonabbruch aus rechtlichen Gründen die dann aktuelle Tabelle zu werten. Damit soll vermieden werden, dass ein abgeschlagener Verein einen Abbruch provoziere. Somit könnte bei diesem Notfall-Szenario auch ein Meister gekürt werden, zwei Vereine würden auf- und zwei absteigen.

Als zweiten Punkt sollen die Clubs zustimmen, dass die Saison bis zum 30. Juni, notfalls aber auch im Juli abgeschlossen werden könne. Zahlreiche Spielerverträge enden zum 30. Juni.

Beschließt die DFL fünf Auswechslungen

Zwei Tage vor der geplanten Wiederaufnahme des Spielbetriebs will die DFL die 36 Vereine auf der Mitgliederversammlung noch einmal detailliert auf den Notbetrieb in den leeren Stadien einschwören. Bei der Video-Konferenz steht unter anderem die Verankerung des Konzepts der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" als Anhang in die Spielordnung auf der Agenda.

Zudem soll über die Erhöhung des Auswechselkontingents auf fünf Spieler entschieden werden. Das Regelhüter des International Football Association Boards und der Weltverband Fifa hatten den Weg für eine Änderung in der Corona-Krise unlängst frei gemacht.

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