DFB-Pokal

Jovic-Freude überwiegt Eintracht-Pokal-Frust

Leverkusen  Sie führten, kassierten einen Handelfmeter, ein Abseitstor und am Ende sogar einen Gegentreffer in Überzahl: Das Pokal-Aus von Frankfurt war trotz des klaren 1:4 in Leverkusen unnötig. Die Freude über die Rückkehr eines Hoffnungsträgers schmälerte das aber kaum.

Moussa Diaby von Bayer Leverkusen (l) und Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt (r) kämpfen um den Ball.

Moussa Diaby von Bayer Leverkusen (l) und Martin Hinteregger von Eintracht Frankfurt (r) kämpfen um den Ball.

Foto: dpa

Adi Hütter war richtig frustriert über das verpasste Pokal-Achtelfinale. Doch als die Rede auf Luka Jovic kam, hellte sich seine Stimmung sichtlich auf.

"Das ist die erfreulichste Meldung", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:4 (1:1) bei Bayer Leverkusen: "Dass Luka wieder nach Hause kommt."

Es ist für die Eintracht-Fans in der Tat eine fast märchenhafte Geschichte, die vor dem Spiel für Euphorie gesorgt hatte. Luka Jovic, Anführer der legendären "Büffelherde", DFB-Pokalsieger von 2018 und ein Jahr später nach dem Einzug ins Europa-League-Halbfinale für über 60 Millionen Euro zu Real Madrid gewechselt, wird wieder für die Eintracht spielen. Ein paar Dinge seien zwar noch zu klären, sagte Hütter. Aber die sind offenbar so marginal, dass der Österreicher gleich von seinem neuen, alten Torjäger losschwärmte.

Er habe am Montag mit dem Serben telefoniert, berichtete der Coach: "Und es hat mich wahnsinnig gefreut, ihn wieder zu hören. Er hat alles daran gesetzt, dass er nach Frankfurt kommen kann. Und wir bekommen einen außergewöhnlich guten Spieler in eine intakte Mannschaft."

Doch ob Jovic, der zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen wird, eine Soforthilfe sein kann, bleibt abzuwarten. "Ich werde sehen, wie weit er ist", sagte Hütter. Das Gute sei: "Er kennt die Mannschaft, und er kennt den Verein." Für die Eintracht erzielte Jovic in 75 Pflichtspielen 36 Treffer. Doch bei Real ist der 23-Jährige Stand heute klar gescheitert. In 32 Pflichtspielen durfte er mitmischen, davon ganze fünf in dieser Saison. Ihm gelangen insgesamt zwei Treffer, nur einmal spielte er über 90 Minuten. Zuletzt stand er vor über zwei Monaten auf dem Platz. Für sieben Minuten.

Doch das ist in Frankfurt zunächst einmal egal. Jovic soll den überraschend zum FC Brügge gewechselten Bas Dost ersetzen. Aber er soll auch Euphorie entfachen. Der Transfer, so Hütter, sei "ein spezielles Signal nach außen, aber auch nach innen".

Bitter, dass die Pokal-Reise der Eintracht schon vor Jovics Ankunft zu Ende ist. Vor allem, da die Niederlage in Leverkusen trotz des klaren Ergebnisses unglücklich, ja unnötig war. Nach der frühen Führung durch den bald verletzt ausgewechselten Amin Younes (7.) geriet die Eintracht durch einen unglücklich verursachten Handelfmeter von Lucas Alario (27.) und ein Abseitstor von Edmond Tapsoba (49.) in Rückstand, kassierte einen Kontertreffer durch Moussa Diaby (67.) und in Überzahl nach Rot gegen Jonathan Tah (73.) sogar noch einen (87.). "In der Summe ärgert es mich, dass wir eine Chance ausgelassen haben", sagte Hütter: "Aber schuld simma selber." Die bevorstehende Rückkehr von Jovic war immerhin ein guter Trost.

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