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Geld fürs Abheben – So oft verlangen Geldinstitute Gebühren

Berlin.  Immer mehr Geldinstitute verlangen Gebühren. Bei einigen Banken unterscheidet sich die Höhe je nach Tageszeit. Das muss man wissen.

Gauner und Gebühren: Was Sie als Bargeld-Fan wissen sollten

Wir Deutschen lieben Bargeld. Keine Nation hat so viel Cash in der Geldbörse wie wir. Aber beim Abheben lauern Gefahren. Wie Sie diese vermeiden können, erfahren Sie hier.

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Geldabheben kann teuer werden – auch bei der Hausbank. Viele Banken und Sparkassen verlangen bereits Gebühren von ihren Kunden.

Geldabheben kann teuer werden – auch bei der Hausbank. Viele Banken und Sparkassen verlangen bereits Gebühren von ihren Kunden.

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Die Verbraucher werden von Banken und Sparkassen immer stärker zur Kasse gebeten: Mittlerweile verlangen 800 von rund 1300 Geldinstituten in Deutschland fürs Geldabheben an Automaten oder am Schalter Gebühren. Allein 500 Banken fordern fürs Abheben an Automaten Geld von ihren Kunden – vor zweieinhalb Jahren waren dies nur 300 Geldhäuser.

So verlangt heute jede vierte der 400 Sparkassen von ihren Kunden Geld fürs Abheben, bei den mehr als 900 Volks- und Raiffaisenbanken sind es sogar 400. Dies hat eine Untersuchung des Finanzportals Biallo ergeben.

Wer von den Gebühren verschont bleibt

Verschont von Gebühren bleiben in der Regel nur Girokonten für Schüler und Studenten sowie Kunden, die sich für ein teureres Premiumkonto entschieden haben und dafür monatlich zwischen acht und 30 Euro bezahlen. Es gibt aber auch Ausnahmen: So verlangt die Frankfurter Volksbank bei allen Kontomodellen grundsätzlich eine Abhebegebühr von 1,02 Euro. Bundesweit gibt es rund 58.650 Geldautomaten.

Gebühren sind je nach Wochentag und Tageszeit verschieden hoch

Neu sind offenbar auch gestaffelte Gebühren, je nach Tag und Uhrzeit der Abhebung. „Bei der VR-Bank Passau zum Beispiel sind Bargeldabhebungen von Montag bis Freitag zwischen acht und 17 Uhr kostenlos. Ansonsten werden 0,35 Euro in Rechnung gestellt“, berichtet der Finanzexperte Horst Biallo.

Für viele Kunden sind die Gebühren ein großes Ärgernis. Denn vor Jahren waren diese Leistungen bei den meisten Geldinstituten noch kostenlos. „Vor rund fünf Jahren setzte die Erosion dieser kostenlosen Dienstleistung bei den Geldabhebungen am Bankschalter ein“, sagt Biallo.

Banken bitten gerne auch ihre Kunden am Schalter zur Kasse

Manche Geldinstitute langen insbesondere beim Abheben am Schalter zu. So verlangt die Volksbank Stutensee-Weingarten bei Karlsruhe für Barabhebungen am Schalter 1 Euro und nur 5 Cent am Bargeldautomaten. „Im Gegensatz zum Handel tun Banken alles, damit die Kunden draußen bleiben“, meint Biallo. „Wenn die Kunden dann wegbleiben haben sie ein gutes Argument, die Filiale zu schließen.“

Banken und Sparkassen langen aber auch in anderen Bereichen zu. Als Grund wird oft die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank genannt. So müssen viele Kunden für ihre Spareinlagen auf Tagesgeldkonten bereits Negativzinsen bezahlen. Die Dispokredite bleiben unterdessen teuer.

Wer wissen will, wie es in seiner Region mit den Kosten beim Bargeldabheben aussieht, dem bietet das Finanzportal Biallo eine Übersicht.

Wie man Gebühren fürs Geldabheben reduzieren oder vermeiden kann:

  • Möglichst eher größere Beträge bar abheben, als viele kleinere.
  • Mit der EC- bzw. Girocard erhält man oft in Supermärkten bis zu 200 Euro in bar, wenn man Waren im Wert von mindestens zehn oder 20 Euro gekauft hat. Das geht unter anderem Rewe, Edeka, Netto, Penny, Aldi Süd, Famila, Norma, Tegut, Diska, NP Discout, Marktkauf und Wasgau.
  • Kontogebühren verschiedener Banken vergleichen und eventuell das Geldinstitut wechseln.

Wo das Geldabheben für Kunden noch kostenlos ist - einige Beispiele:

(Quelle: Biallo)

  • Sparkasse Mainz
  • Städtische Sparkasse zu Schwelm
  • Sparkasse Fürth
  • Sparkasse Ulm
  • Kreissparkasse Kusel
  • Kreissparkasse Ravensburg
  • Volksbank Dresden-Bautzen
  • Volksbank Vorpommern
  • VR Bank München Land

Viele Kunden von anderen Banken regen sich derzeit über die Postbank auf, die von anderen Cashgroup-Kunden Extra-Gebühren an ihren Automaten verlangt.

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