Umfrage

Deutsche Unternehmen wollen 2022 mehr in Afrika investieren

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Der Containerhafen von Durban in Südafrika gilt für die Wirtschaft im südlichen Afrika als das Tor zur Welt.

Der Containerhafen von Durban in Südafrika gilt für die Wirtschaft im südlichen Afrika als das Tor zur Welt.

Foto: imago stock / imago images/Greatstock

Berlin.  Deutsche Unternehmen erwarten eine wirtschaftliche Erholung in den afrikanischen Ländern – und wollen deshalb mehr Geld investieren.

Ungeachtet der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Pandemie blicken die in Afrika tätigen deutschen Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Vier von fünf Firmen erwarten, dass sich die afrikanischen Volkswirtschaften nach der Coronavirus-Pandemie erholen und auf einen Wachstumspfad zurückkehren werden. Das ergab eine Umfrage des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft unter seinen mehr als 400 Mitgliedsunternehmen, die unserer Redaktion vorab vorlag.

Demnach rechnen 56 Prozent der Unternehmen im kommenden Jahr mit leichten, 22 Prozent sogar mit deutlichen Zuwächsen ihres Exports in Richtung Afrika.

Weniger eindeutig sei das Bild bei den geplanten Investitionen, erklärte der Afrika-Verein: So planten 31 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen, 16 Prozent wollen das bisherige Niveau beibehalten. 30 Prozent der Unternehmen sind unentschlossen, 24 Prozent planen 2022 keine Investitionen. Mit der Geschäftsentwicklung im Corona-Jahr 2021 zeigten sich 45 Prozent zufrieden.

Hohes Wirtschaftswachstum in afrikanischen Ländern

„Bereits kurzfristig werden viele afrikanische Volkswirtschaften wieder stark wachsen“, kommentierte der Afrika-Verein die Zahlen. Der Internationale Währungsfonds erwarte für den südlich der Sahara gelegenen Teil Afrikas bereits nächstes Jahr wieder fast vier Prozent Wachstum. Einzelne Länder wie Ruanda, Kenia, Elfenbeinküste oder Senegal liegen bei über sechs Prozent, Marokko und Ägypten bei über fünf Prozent. Mehr zum Thema: Deutsche Unternehmen achten selten auf Einhaltung der Menschenrechte

Im globalen Wettbewerb seien Deutschland und Europa gut beraten, in die politische und wirtschaftliche Partnerschaft mit dem afrikanischen Kontinent zu investieren, hieß es. Durch die Corona-Pandemie sei deutlich geworden, dass eine stärkere Diversifizierung von Wertschöpfungsketten das Gebot der Stunde ist. Afrika biete hier viele bislang ungenutzte Chancen.

Von der neuen Bundesregierung erwarteten die Unternehmen vor allem, dass sie das Programm „Compact with Africa“ weiterentwickelt. Dieses sieht die gezielte Förderung von Investitionen in auf Reformen orientierten afrikanischen Staaten vor. Wichtig sei auch politische Präsenz durch Besuche von Regierungsmitgliedern in Afrika. Dahinter folgt auf der Wunschliste der in Afrika tätigen Unternehmen ein Ausbau der Exportkreditgarantien, den sogenannten Hermes-Bürgschaften. (aky)