Berlin. Nach der Beschädigung des Kachowa-Staudamms im Süden der Ukraine werden schwere Überschwemmungen erwartet. Alle News im Überblick.

  • Russischer Besatzungschef sieht taktischen Vorteil
  • Mittlerweile sind mehr als 2700 Menschen evakuiert
  • Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal wirft Russland einen "Ökozid" vor
  • Selenskyj kündigt schnelle Hilfe an, allerdings nur in dem von der Ukraine kontrolliertem Gebiet
  • Dieser Newsblog ist geschlossen und wird nicht mehr aktualisiert

Durch eine Detonation am frühen Dienstagmorgen ist der Kachowka-Staudamm im Süden der Ukraine schwer beschädigt worden. Der wichtige Damm befindet sich im von Russland besetzten Teil des südukrainischen Gebiets Cherson. Das an ihn angrenzende Wasserkraftwerk wurde zerstört. Nun soll der Wasserpegel in Cherson bereits bei zwei Metern liegen. Nach ukrainischen Angaben leben in der "kritischen Zone" rund um die Anlage nahe der Stadt Nowa Kachowka etwa 16.000 Menschen. Insgesamt könnten etwa 80 Ortschaften betroffen sein. Auf der von Russland besetzten Seite sollen nach eigenen Angaben 100 Menschen von den Wassermassen eingeschlossen sein.

Die Ukraine und Russland beschuldigten sich gegenseitig, für die Zerstörung verantwortlich zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte "russische Terroristen" für die Sprengung des Damms verantwortlich. Auf Internet-Videos ist zu sehen, wie große Wassermassen aus der Mauer strömen. Die russischen Besatzer hingegen nannten Beschuss durch die ukrainische Armee als Grund für die Zerstörungen an Damm und Kraftwerk. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Karte zeigt die Lage des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine.
Die Karte zeigt die Lage des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine. © dpa

News zum Kachowka-Staudamm vom 7. Juni: Durch Staudamm-Zerstörung mehr als 20 Kulturstätten bedroht

19.46 Uhr: Wir schließen diesen Newsblog. Über alle weiteren Entwicklungen nach der Zerstörung des Staudamms berichten wir einzelnen Artikeln.

19.26 Uhr: Die Flutkatastrophe in Folge der Staudamm-Zerstörung hat mehr als 20 Museen und Kulturstätten der südukrainischen Region Cherson getroffen. Das ukrainische Kulturministerium veröffentlichte am Mittwoch eine Liste der Kulturobjekte, die durch die Flutwellen beschädigt oder gänzlich ruiniert sein sollen. Die meisten davon befinden sich demnach auf der südlichen, von Russland besetzten, Seite des Dnipro-Flusses. Die ukrainische Staatsagentur für Tourismusentwicklung veröffentlichte am Mittwoch zudem eine Karte mit Sehenswürdigkeiten und Naturerholungsgebieten, die als Folge der Flutkatastrophe nun bedroht sind.

Putin macht Ukraine für Angriff auf Kachowka-Staudamm verantwortlich

16.41 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Ukraine für die Explosion am Kachowka-Staudamm verantwortlich gemacht. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zum Bruch des Damms in der Südukraine sprach Putin am Mittwoch von einer "barbarischen Tat" Kiews. Dadurch sei „eine ökologische und humanitäre Katastrophe großen Ausmaßes“ verursacht worden, sagte Putin nach Angaben des Kreml in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Russischer Besatzungschef sieht taktischen Vorteil durch Hochwasser

12.31 Uhr: Der russische Besatzungschef im südukrainischen Gebiet Cherson, Wladimir Saldo, sieht nach der Zerstörung des Staudamms einen militärischen Vorteil für die eigene Armee. "Aus militärischer Sicht hat sich die operativ-taktische Situation zugunsten der Streitkräfte der Russischen Föderation entwickelt", sagte Saldo am Mittwoch im russischen Staatsfernsehen angesichts des verheerenden Hochwassers, das der Dammbruch in der Region ausgelöst hat. "Sie können nichts machen", so seine Sicht auf die ukrainischen Truppen, die eine Gegenoffensive zur Befreiung der besetzten Gebiete planen.

Angesichts des um ein Vielfaches seiner eigentlichen Größe angeschwollenen Flusses Dnipro sagte Saldo: "Für unsere Streitkräfte hingegen öffnet sich jetzt ein Fenster: Wir werden sehen, wer und wie versuchen wird, die Wasseroberfläche zu überqueren."

Mehr als 2700 Menschen evakuiert

12.28 Uhr: Nach der Teilzerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine sind insgesamt mehr als 2700 Menschen evakuiert worden. Angaben der ukrainischen Rettungsdienste zufolge wurden auf der von der Ukraine gehaltenen Seite des Flusses Dnipro "mehr als 1450 Menschen" evakuiert. Die von Moskau eingesetzten Behörden meldeten die Evakuierung von 1274 Menschen auf der anderen Seite des Flusses.

Von den ukrainischen Rettungsdiensten hieß es, es gebe bislang keine Informationen über Tote oder Verletzte. In der Stadt Cherson sei der Wasserpegel um fünf Meter gestiegen. Nach Angaben ukrainischer Beamter müssen tausende weitere Menschen ihre Häuser verlassen. Zahlreiche täten dies bereits.

Ein von Moskau eingesetzter Besatzungsbeamter in Holaja Pristan im Süden der Ukraine sagte, bis zu 1500 Menschen würden am Mittwoch aus der Stadt evakuiert. Mehr als 200 Menschen seien bereits "herausgebracht" worden.

Ukrainischer Regierungschef wirft Russland "Ökozid" vor

12.13 Uhr: Der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal hat Russland einen "Ökozid" und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen. Russland habe "eine der schlimmsten Umweltkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ausgelöst", sagte Schmyhal am Mittwoch per Videoschalte aus der Ukraine bei einem Ministertreffen der OECD in Paris.

In Dutzenden Dörfern und Städten seien Probleme mit der Trinkwasserversorgung und bei der Bewässerung der Felder zu befürchten, sagte er. "Dies bedroht die globale Ernährungssicherheit."

Selenskyi: "Können nur in dem Gebiet helfen, das von der Ukraine kontrolliert wird."

12.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte schnelle Hilfe an: "Unsere Dienste, alle, die helfen können, sind bereits im Einsatz", schrieb Selenskyj am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter. "Aber wir können nur in dem Gebiet helfen, das von der Ukraine kontrolliert wird."Der Großteil der Region steht unter russischer Besatzung, wo die Behörden nun den Ausnahmezustand verhängten. Selenskyj warf den Besatzern vor, sich nicht um die Not der Menschen zu kümmern.

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In den Tweet wirft Seleskyi den russischen Besatzern vor, sie brächten mit dem Terroranschlag gegen das Wasserkraftwerk und den Staudamm alles Leben in Gefahr. Sie hätten am Dienstag absichtlich eines der größten Wasserreservoirs der Ukraine zerstört. Zehntausende Menschen seien in der Gefahrenzone. Hunderttausende in einem weiteren Einzugsgebiet seien nun ohne normalen Zugang zu Trinkwasser.

Ukrainische Behörden in Cherson erwarten steigende Wasserstände

11.29 Uhr: Ukrainischen Behörden erwarten im Gebiet Cherson weiter steigende Wasserstände. Bis Donnerstagvormittag werde das Wasser noch um einen Meter ansteigen, sagte der Sprecher der Chersoner Militärverwaltung, Olexander Tolokonnikow, am Mittwoch im ukrainischen Fernsehen. Zugleich sagte er, dass der Staudamm weiter breche, weshalb das Wasser noch steigen könne. Das Wasser fließt aus dem Stausee über die schwer beschädigte Staumauer ab.

Die Evakuierung der Bewohner laufe, hieß es. Teils waren Helfer in der Region in Booten unterwegs auf der Suche nach Menschen, die womöglich auf Dächern ihrer überschwemmten Häuser ausharren, um gerettet zu werden. In sozialen Netzwerken gab es Videos von Menschen, die verzweifelt auch ihre durchnässten Hunde, Katzen und anderen Haustiere in Sicherheit bringen wollten.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

UN-Organisation: Staudamm-Zerstörung vernichtet wichtiges Getreide

11.21 Uhr: Die Welternährungsorganisation (WFP) warnt nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine vor verheerenden Konsequenzen für hungernde Menschen weltweit. "Die massiven Überflutungen vernichten neu angepflanztes Getreide und damit auch die Hoffnung für 345 Millionen Hungerleidende auf der ganzen Welt, für die das Getreide aus der Ukraine lebensrettend ist", sagte der Leiter des Berliner WFP-Büros Martin Frick der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

Nach der Zerstörung des Staudamms im Süden der Ukraine rechnet das ukrainische Agrarministerium ersten Schätzungen zufolge mit der Überschwemmung von etwa 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche am nördlichen Ufer des Dnipro in der Region Cherson. Am südlichen Ufer, im russisch besetzten Gebiet werde ein Vielfaches dieser Fläche überflutet, teilte das Ministerium am Dienstagabend auf seiner Webseite mit.

Frick betonte: "Die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel befinden sich nach wie vor auf einem 10-Jahreshoch."Die Zerstörung des Staudamms dürfe keine weiteren Preisexplosionen nach sich ziehen. "Noch mehr Leid können wir uns nicht leisten."

Russland: Menschen in Hochwasser-Fluten eingeschlossen

11.03 Uhr: Nach Angaben der russischen Besatzer sind im von ihnen kontrollierten Teil des Gebiets Cherson bis zu 40.000 Menschen von den schweren Überschwemmungen betroffen. "Nach vorläufigen Prognosen sind es zwischen 22.000 und 40.000", sagte der von Moskau in Cherson eingesetzte Verwaltungschef Wladimir Saldo am Mittwochvormittag im russischen Staatsfernsehen auf die Frage, wie viele Menschen im Katastrophengebiet lebten.

Der Besatzungschef der Staudamm-Stadt Nowa Kachowka, Wladimir Leontjew, sagte zudem, dass dort rund 100 Menschen von den Wassermassen eingeschlossen seien und gerettet werden müssten. Sieben Anwohner werden den Angaben zufolge derzeit vermisst. Leontjew sprach zudem von mehreren komplett oder teilweise überfluteten Orten. "Der Ort Korsunka steht - mit Ausnahme der letzten Straße - komplett unter Wasser", sagte er im russischen Fernsehen.

Die russischen Besatzer hatten sich mit Zahlen zunächst noch bedeckt gehalten. Mittlerweile haben sie laut staatlicher russischer Nachrichtenagentur Tass zudem den Notstand im von ihnen okkupierten Teil des Gebiets Cherson ausgerufen.

Bischof Bätzing bezeichnet Staudamm-Zerstörung als Kriegsverbrechen

9.41 Uhr: Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat sich "zutiefst erschüttert"über die Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Südukraine geäußert. "Wenn die russischen Streitkräfte für die Sprengung verantwortlich sind, wie es aktuell den Anschein hat, ist dies ein Kriegsverbrechen, wie wir es seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben", schrieb Bätzing am Mittwoch auf Twitter. "Die Verwendung von lebensspendendem Wasser als Waffe verurteile ich aufs Schärfste!"

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Die Bedrohung für Zehntausende Menschen und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Umwelt seien alarmierend, so Bätzing. "Es ist herzzerreißend zu erfahren, dass ganze Gemeinschaften ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage und den Zugang zu sauberem Wasser verlieren könnten."Wichtig sei es nun, schnell und effektiv humanitäre Hilfe bereitzustellen und die Grundbedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften zu decken.

Britischer Geheimdienst: Weitere Überschwemmungen möglich

8.52 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Südukraine rechnen britische Geheimdienste mit weiteren Folgen. "Die Struktur des Damms wird sich in den nächsten Tagen voraussichtlich weiter verschlechtern, was zu weiteren Überschwemmungen führen wird", teilte das britische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.

Auf Fotos und Videos hat es den Anschein, dass ein Teil der Staumauer noch steht. Weitere Angaben machte die Behörde nicht, auch nicht dazu, wer für die Zerstörung verantwortlich sein könnte. In den überfluteten Ortschaften stieg auch am Mittwoch weiter das Wasser.

Ministerium: Felder könnten nach Staudamm-Zerstörung Wüsten werden

5.30 Uhr: Nach der Explosion des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine rechnet das ukrainische Agrarministerium ersten Schätzungen zufolge mit der Überschwemmung von etwa 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche am nördlichen Ufer des Dnipro in der Region Cherson. Am südlichen Ufer, im russisch besetzten Gebiet werde ein Vielfaches dieser Fläche überflutet, teilte das Ministerium am Dienstagabend auf seiner Webseite mit. Detaillierte Informationen sollen demnach in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden, wenn sich das Ministerium ein genaues Bild von der Lage gemacht habe.

"Darüber hinaus wird die von Menschen verursachte Katastrophe die Wasserversorgung von 31 Feldbewässerungssystemen in den Regionen Dnipropetrowsk, Cherson und Saporischschja zum Erliegen bringen", so das Ministerium. "Die Zerstörung des Wasserkraftwerks Kachowka wird dazu führen, dass sich die Felder im Süden der Ukraine bereits im nächsten Jahr in Wüsten verwandeln könnten", hieß es weiter. Auch die Trinkwasserversorgung in besiedelten Gebieten sei betroffen. Zudem erwartet das Agrarministerium nach eigenen Angaben negative Folgen für die Fischerei.

Britischer Premierministier Sunak: Zu früh für "endgültiges Urteil"

3.25 Uhr Britische Geheimdienste untersuchen nach Angaben von Premierminister Rishi Sunak die Gründe für die Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine. Er könne derzeit "nicht sagen, ob Vorsatz dahinter steckt", sagte Sunak am späten Dienstagabend vor seiner Abreise zu einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden. Es sei "zu früh", um ein "endgültiges Urteil"zu dem Dammbruch abzugeben, sagte Sunak weiter.

Sunak nannte die Zerstörung des Staudamms den "größten Angriff auf zivile Infrastruktur"seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Sollte Moskau hierfür verantwortlich sein, wäre dies laut dem britischen Premier ein Beleg für "neue Tiefpunkte russischer Aggression". Der britische Außenminister James Cleverly hatte die Zerstörung des Kachowka-Staudamms zuvor eine "abscheuliche Tat"genannt. Vorsätzliche Angriffe auf ausschließlich zivile Infrastruktur seien ein Kriegsverbrechen, ergänzte Cleverly.

UN: Kiew und Moskau schieben sich vor Sicherheitsrat Schuld zu

23.00 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine haben sich Kiew und Moskau vor dem UN-Sicherheitsrat gegenseitig die Schuld zugewiesen. Der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kislizia sprach am Dienstag bei einer kurzfristig einberufenen Dringlichkeitssitzung in New York von einem "Akt des ökologischen und technologischen Terrorismus". Die Sprengung sei "ein weiteres Beispiel für den Völkermord Russlands an den Ukrainern."

Serhij Kyslyzja, UN-Botschafter der Ukraine, nimmt an einer Sitzung des Sicherheitsrates im Hauptquartier der Vereinten Nationen teil.
Serhij Kyslyzja, UN-Botschafter der Ukraine, nimmt an einer Sitzung des Sicherheitsrates im Hauptquartier der Vereinten Nationen teil. © Yuki Iwamura/AP/dpa

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte dagegen, dass der Vorfall auf "vorsätzliche Sabotage Kiews"zurückzuführen und wie ein Kriegsverbrechen einzuordnen sei. Der Staudamm sei für ein "unvorstellbares Verbrechen"benutzt worden.

Selenskyj: Lassen uns durch russische Dammsprengung nicht aufhalten

22.55 Uhr: Die Ukraine wird sich laut Präsident Wolodymyr Selenskyj auch durch die Explosion des Staudamms am Dnipro im Süden des Landes nicht an der Rückeroberung besetzter Gebiete hindern lassen. "Die von russischen Terroristen verursachte Katastrophe im Wasserkraftwerk Kachowska wird die Ukraine und die Ukrainer nicht aufhalten", sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videobotschaft. Zugleich versprach er den Betroffenen in der Überschwemmungsregion Hilfe. Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig die Zerstörung des Damms vor.

Nach Darstellung Selenskyjs diente die Sprengung des Staudamms dazu, die ukrainische Gegenoffensive auszubremsen. "Wir werden trotzdem unser gesamtes Land befreien", kündigte er an. Solche Attacken könnten Russlands Niederlage nicht verhindern, sondern führten nur dazu, dass Moskau am Ende einen höheren Schadenersatz zahlen müsse. Der ukrainische Generalstaatsanwalt habe sich bereits an den Internationalen Strafgerichtshof mit der Bitte um eine Untersuchung der Explosion gewandt.

Den Menschen in der Region sagte Selenskyj derweil Hilfe zu. Die Regierung tue alles, um Hochwasseropfer zu retten und die Bevölkerung mit Trinkwasser zu versorgen. Selenskyj präsentierte auch eine Begründung dafür, warum Russland die von ihr kontrollierte Halbinsel Krim mit solch einer Sprengung von der Wasserversorgung abschneide. Moskau hat sich seinen Angaben nach bereits darauf eingestellt, die seit 2014 annektierte Krim zu verlieren.

USA: Nicht sicher über Hintergründe der Staudamm-Zerstörung

22.40 Uhr: Die USA haben keine gesicherten Erkenntnisse über die Hintergründe der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine - ein amerikanischer UN-Vertreter hält eine Sabotage durch Kiew aber für unwahrscheinlich.

Mitglieder versammeln sich am Hauptquartier der Vereinten Nationen zu einer Sitzung des Sicherheitsrates. Mit der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine hat sich am Dienstag den UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigt.
Mitglieder versammeln sich am Hauptquartier der Vereinten Nationen zu einer Sitzung des Sicherheitsrates. Mit der Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine hat sich am Dienstag den UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigt. © Yuki Iwamura/AP/dpa

"Warum sollte die Ukraine so etwas ihrem eigenen Territorium und ihren eigenen Menschen antun, ihr Land überschwemmen und Zehntausende dazu zwingen, ihre Häuser zu verlassen? Das macht einfach keinen Sinn", sagte der stellvertretende Botschafter Robert Wood am Dienstag vor einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Wood sagte, er hoffe, in einigen Tagen mehr Informationen zu dem offensichtlichen Angriff auf den Damm zu haben.

Russischer UN-Botschafter: Humanitäre Hilfe muss über Russland kommen

22.27 Uhr: Russland will UN-Hilfskräfte nur dann auf das von Moskau kontrollierte Gebiet lassen, wenn sie über Russland dorthin reisen. "Sie weigern sich einfach, von der Russischen Föderation aus zu gehen", sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja vor einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York.

Zugang sei den Hilfskräften "erlaubt, sofern sie aus dem richtigen Gebiet einreisen."Nebensja ließ zudem durchblicken, dass er eine unabhängige Untersuchung zu den Hintergründen der Zerstörung befürworten würde.

Rettungskräfte versuchen, Boote mit Bewohnern abzuschleppen.
Rettungskräfte versuchen, Boote mit Bewohnern abzuschleppen. © Felipe Dana/AP/dpa

Wer profitiert von der Sprengung des Kachowka-Staudamms?

21.02 Uhr: Die Sprengung des Staudamms im Süden der Ukraine richtet massiven Schaden an. Wer ist davon betroffen? Und wem nutzt der Angriff? Unsere Redaktion hat alle wichtigen Fragen und Antworten zur Explosion am Staudamm zusammengetragen. Lesen Sie dazu auch: Wem nutzt die Staudamm-Explosion? Alle Fragen und Antworten

UN-Sicherheitsrat soll wegen Damm tagen – vielleicht mit Selenskyj

19.13 Uhr: Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms soll noch am Dienstag den UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigen. Eine Dringlichkeitssitzung sei für 16 Uhr (22 Uhr MESZ) anberaumt worden, teilten Diplomatenkreise der Deutschen Presse-Agentur mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beantragte einer Quelle zufolge, virtuell bei der Veranstaltung sprechen zu dürfen. UN-Generalsekretär António Guterres wurde gefragt, das mächtigste Gremium der Weltorganisation zu briefen.

Die Ukraine beschuldigt Russland, den Damm gesprengt zu haben, dessen Zerstörung große Überflutungen verursacht hat. Moskau behauptet, dass ukrainische Truppen die Anlage beschossen hätten.

Ukraine: Mehr als 40.000 Menschen müssten evakuiert werden

17.38 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Süd-Ukraine müssen allein auf der von den Ukrainern kontrollierten rechten Seite des Flusses Dnipro 17.000 Anwohner gerettet werden, sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin der Ukraine, Viktoria Lytwynowa, am Dienstag im Fernsehen. Rund 1300 Menschen hatten ihre Häuser laut ukrainischen Angaben bis zum Nachmittag verlassen.

Weitere rund 25 000 Menschen seien auf der von Russland besetzten südlichen Flussseite in Gefahr, hieß es zudem aus Kiew. Über ihr Schicksal war zunächst wenig bekannt.

Die Wassermassen fluten nach und nach die Stadt Cherson.
Die Wassermassen fluten nach und nach die Stadt Cherson. © Reto Klar

Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal sprach von Überschwemmungsgefahr für bis zu 80 Ortschaften. Militärgouverneur Olexander Prokudin berichtete von zunächst acht Ortschaften, die ganz oder teilweise unter Wasser stünden – darunter auch Teile der Stadt Cherson. Angaben über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Nach Staudamm-Sprengung: Zahlreiche Tiere in Gefahr

17.10 Uhr: Auch zahlreiche Tiere sind durch das Wasser bedroht und müssen teils zurückgelassen werden. Wie mehrere Medien Berichten ist etwa der Zoo "Fairy Grove" in Nowa Kachowka vollständig überflutet worden. Alle Tiere des Zoos seien dabei ums Leben gekommen, heißt es in mehreren Medien übereinstimmend.

Lesen Sie dazu auch: Tausende Tiere nach Sprengung von Staudamm in Gefahr

Dammbruch in der Ukraine: Deutsche Hilfsorganisationen im Einsatz

16.41 Uhr: Nach dem Dammbruch in der Ukraine sind auch zahlreiche deutsche Hilfsorganisationen im Einsatz. Die Johanniter, die bereits vor der Katastrophe mit Partnern in der Region zusammengearbeitet haben, stehen nach eigenen Angaben in direktem Kontakt mit diesen. "Es wurden Fahrzeuge für Evakuierungen bereitgestellt, weitere Nothilfsmaßnahmen werden gerade sondiert", so Florian Beck, Johanniter-Programmreferent für die Ukraine.

Auch die Caritas hat bereits erste Hilfsmaßnahmen eingeleitet und unterstützt die Evakuierung vor Ort. Der größte Hilfe-Bedarf besteht derzeit an Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Hygiene und Unterkünften. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe vollständig zu erfassen, sei aktuell noch schwierig.

Nach der Zerstörung des Staudamms in der Ukraine sind die Straßen in Cherson zum Teil bereits knietief überflutet.
Nach der Zerstörung des Staudamms in der Ukraine sind die Straßen in Cherson zum Teil bereits knietief überflutet. © Reto Klar/FUNKE Foto Services

Bundeskanzler Scholz sieht Schuld für Staudamm-Katastrophe bei Russland

16.29 Uhr: Wie die meisten westlichen Politiker sieht auch Bundeskanzler Olaf Scholz in der Sprengung des Kachowa-Staudamms eine gezielte Aktion Russlands, um eine militärische Offensive der Ukraine zu stoppen. "Das ist natürlich, bei allem, was man annehmen kann, eine Aggression der russischen Seite, um die ukrainische Offensive zur Verteidigung des eigenen Landes aufzuhalten", sagte der SPD-Politiker in der Sendung "RTL Direkt Spezial - Am Tisch mit Olaf Scholz", die am Dienstagabend ausgestrahlt werden soll (22.10 Uhr).

Der Angriff auf den Kachowka-Staudamm sei "einer, den wir lange befürchtet haben", so der Bundeskanzler. Die Attacke habe schlimme Konsequenzen für alle, die im Umfeld des Staudamms lebten. "Das zeigt schon, dass das eine neue Dimension ist."

Staudamm zerstört: Atomenergiebehörde warnt vor Folgen für AKW Saporischschja

16.20 Uhr: Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde am Vormittag zunächst Entwarnung gegeben hatte, zeigt sie sich angesichts der Zerstörung des Kachowka-Damms nun doch besorgt. In "ein paar Tagen" könne der Pegel des Stausees so niedrig sein, dass das Wasser nicht mehr zum Kraftwerk gepumpt werden könnte, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag. Der teilweise zerstörte Staudamm liegt am Fluss Dnipro, der das Atomkraftwerk mit Kühlwasser versorgt.

Laut Grossi sinkt der Wasserpegel im Stausee durch die Schäden am Damm derzeit um etwa fünf Zentimeter pro Stunde. Am Dienstagmorgen habe der Pegel des Stausees bei etwa 16,4 Metern gelegen. Falle er unter 12,7 Meter, könne das Wasser nicht mehr abgepumpt werden. Das Personal des Kraftwerks unternehme "alle Anstrengungen, um so viel Wasser wie möglich in die Kühlkanäle und die zugehörigen Systeme zu pumpen." Zudem werde geprüft, ob ein Kühlteich in der Nähe geeignet wäre, für eine gewisse Zeit Wasser zur Kühlung zu liefern.

Der gesprengte Staudamm bei Nowa Kachowka.
Der gesprengte Staudamm bei Nowa Kachowka. © AFP | -

Selenskyj bezeichnet mutmaßlichen Anschlag auf Staudamm als "Massenvernichtungswaffe"

15.48 Uhr: Der ukrainische Präsident hat seine Anschuldigung, Russland sei für die teilweise Zerstörung des Kachowka-Staudamms verantwortlich, erneuert. "Das ist die größte menschengemachte Umweltkatastrophe in Europa seit Jahrzehnten", sagte er bei einer Sicherheitskonferenz in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Dort war er am Dienstag per Video zugeschaltet. "Russland hat eine ökologische Massenvernichtungswaffe gezündet."

Selenskyj wies Behauptungen Russlands zurück, wonach die Ukraine den Damm selbst zerstört habe. "Russland kontrolliert den Kachowka-Damm mit dem Wasserkraftwerk seit über einem Jahr", sagte er nach Angaben seines Präsidialamtes. "Und es ist physisch unmöglich, ihn von außen durch Beschuss zu zerstören."

Während westliche Politiker sich Selenskyjs Argumentation größtenteils anschließen, gibt es jedoch auch Kritiker, die in der Zerstörung des Damms einen Nutzen für die Ukraine sehen. "Es gibt Spekulationen, dass die Zerstörung des Staudamms die ukrainische Offensive erleichtern könnte, da Teile von russischen Minenfeldern überschwemmt wurden", sagte etwa der Politikwissenschaftler Alexander Libman gegenüber "Focus".

Nach Staudamm-Bruch: Russische Besatzungsverwaltung lässt Bezirke evakuieren

14.52 Uhr: Wegen der Überflutungen in der Region unterhalb des gebrochenen Staudamms lässt die russische Besatzungsverwaltung drei Bezirke evakuieren. Die Menschen in Nowa Kachowa, Golo Pristan und Oleschky sollen in Sicherheit gebracht werden. Nachdem die Besatzer zunächst keinen Grund für entsprechende Maßnahmen gesehen hatten, war in der Stadt Nowa Kachowka bereits am späten Vormittag der Notstand ausgerufen worden.

Auch in der inzwischen wieder von den russischen Besatzern befreiten Stadt Cherson bereiten sich die Menschen auf die Evakuierung vor. Wegen des Kriegs leben aktuell noch rund 40.000 Menschen in der Gemeinde – 2017 waren es noch über 200.000. Experten gehen davon aus, dass eine meterhohe Welle die Stadt noch am Dienstag treffen könnte.

Menschen warten in Cherson an einem Bahnhof auf einen Evakuierungszug.
Menschen warten in Cherson an einem Bahnhof auf einen Evakuierungszug. © Nina Lyashonok/AP/dpa

Bundesamt für Strahlenschutz: Keine Gefahr für Atomkraftwerk Saporischschja

14.34 Uhr: Seit Beginn des Ukraine-Kriegs stand das größte Atomkraftwerk Europas in Saporischschja immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Groß war zeitweise die Sorge, die Kampfhandlungen könnten die Sicherheit des Kraftwerks beeinträchtigen.

Auch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms hat Folgen für das Kraftwerk. Denn dieses liegt am Dnipro, der durch den Damm aufgestaut wurde, und bezieht aus ihm sein Kühlwasser. Könnte das Wasser im Kraftwerk also bald knapp werden?

Derzeit sieht das Bundesamt für Strahlenschutz keine Gefahr für das Atomkraftwerk. Auch die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) gab zunächst Entwarnung. IAEA-Experten seien vor Ort und würden die Situation genau beobachten.

Experten vermuten Verantwortung für Staudamm-Sprengung bei Russland

14.18 Uhr: Noch ist unklar, wer für die Sprengung des Staudamms im Süden der Ukraine verantwortlich. Die Regierungen in Moskau und Kiew machen sich jeweils gegenseitig dafür verantwortlich. Der Militärexperte Christian Mölling von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik vermutet dennoch Russland hinter der Explosion. Welche Motive er hinter einem russischen Angriff auf den Staudamm sieht, lesen Sie hier.

Ähnlich äußerte sich auch Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München. "Alles spricht dafür, dass die Russen den Damm gesprengt haben", sagte er gegenüber "t-online". Moskau verfolge damit zwei Ziele: Chaos zu stiften und eine Gegenoffensive der Ukraine zu behindern.

Durch Staudamm-Explosion: Mindestens 150 Tonnen Maschinenöl ausgetreten

14.10 Uhr: Infolge der Explosion am Kachowka-Staudamm sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens 150 Tonnen Maschinenöl ausgetreten und in den Fluss Dnipro gelangt. Weitere 300 Tonnen drohen derzeit auszulaufen. Der Dnipro entspringt in Russland und fließt über Belarus und die Ukraine ins Schwarze Meer.

Das ausgetretene Öl könne die Strecke bis zum Golf von Dnipro und damit bis zum Meer innerhalb von rund einem Tag zurücklegen. Am Fluss aber auch am Meer drohen nun enorme Umweltschäden.

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Baltische Präsidenten verurteilen Zerstörung ukrainischen Staudamms

13.45 Uhr: Die Präsidenten der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben Russland für die Zerstörung eines wichtigen Staudamms im Süden der Ukraine verantwortlich gemacht. "Der russische Terrorismus hat gerade ein neues Ausmaß erreicht", twitterte der lettische Staatschef Egils Levits. Erstlands Präsident Alar Karis schrieb ebenfalls von einem "Terrorakt". Litauens Staatschef Gitanas Nauseda von einem "Kriegsverbrechen". Alle drei forderten, Russland zur Rechenschaft zu ziehen.

Ukraine fordert Russlands Ausschluss aus UN-Sicherheitsrat

13.02 Uhr: Die Ukraine hat die Zerstörung des Kachowka-Staudamms als "größte menschengemachte Katastrophe seit Jahrzehnten" eingestuft. Hunderttausende bekämen in den kommenden Jahren die negativen Folgen zu spüren, warnte der Chef des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Jermak, am Dienstag in Kiew. Er bezeichnete Russland als "Terrorstaat", der seinen Angriffskrieg auf eine neue Stufe stelle. "Heute ist Russland eine globale Bedrohung." Das Land müsse seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat verlieren. Russland gehört dort zu den fünf Vetomächten.

Außenminister Dymtro Kuleba verurteilte den Anschlag auf den Staudamm und das Wasserkraftwerk im russisch besetzten Teil des Gebiets Cherson als "abscheuliches Kriegsverbrechen". "Russland hat den Kachowka-Staudamm zerstört und damit die wahrscheinlich größte technische Katastrophe in Europa seit Jahrzehnten verursacht", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Tausende Zivilisten seien in Gefahr. "Die Ukraine steht vor einer großen humanitären und ökologischen Krise." Vorwürfe aus Moskau, Kiew sei verantwortlich für die Zerstörung, wies der Minister als Propaganda zurück.

Dieses vom ukrainischen Präsidialamt über AP veröffentlichte Videostandbild zeigt Wasser, das durch einen Durchbruch im Kachowka-Staudamm fließt.
Dieses vom ukrainischen Präsidialamt über AP veröffentlichte Videostandbild zeigt Wasser, das durch einen Durchbruch im Kachowka-Staudamm fließt. © Uncredited/Ukrainian Presidential Office/AP/dpa

Britischer Außenminister nennt Damm-Zerstörung "Kriegsverbrechen"

12.49 Uhr: Der britische Außenminister James Cleverly hat die Zerstörung eines wichtigen Staudamms in der Südukraine als "Katastrophe" und "Kriegsverbrechen" kritisiert. "Die Zerstörung des Kachowka-Staudamms ist eine abscheuliche Tat", schrieb Cleverly am Dienstag auf Twitter.

"Vorsätzliche Angriffe auf rein zivile Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen." Der Minister betonte: "Das Vereinigte Königreich steht bereit, die Ukraine und die von dieser Katastrophe Betroffenen zu unterstützen." Zur Frage, wer für die Zerstörung verantwortlich ist, äußerte sich Cleverly zunächst nicht.

Ukrainisches Militär will sich durch Überflutung nicht bremsen lassen

12.23 Uhr: Durch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms wollen sich die ukrainischen Streitkräfte nach eigenen Angaben nicht von der Rückeroberung russisch besetzter Gebiete abhalten lassen. Die Ukraine verfüge über "alle notwendigen Boote und Pontonbrücken, um Wasserhindernisse zu überwinden", hieß es in einer Mitteilung der Abteilung für strategische Kommunikation vom Dienstag.

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Die russischen Besatzer hätten den Staudamm im Süden der Ukraine "aus Angst vor der ukrainischen Armee" gesprengt, schrieb das Militär auf Telegram. Die russischen Truppen könnten den professionell ausgebildeten und mit neuesten Waffen ausgestatteten Ukrainern nicht standhalten, hieß es weiter.

Alle früheren Meldungen zur Zerstörung des Staudamms lesen Sie hier.

(fmg/dpa/afp)