Erfurt. Auf einem Portal wurden Erfurter Wohnungen für „Familien ohne Migrationshintergrund“ angeboten. Die Fraktion Mehrwertstadt will den Fall melden.

Die Fraktion Mehrwertstadt im Erfurter Stadtrat hat diskriminierende Inserate für Wohnungen in Erfurt verurteilt. Die Fraktion werde den Fall den Antidiskriminierungsstellen in Thüringen und beim Bund melden, kündigt Stadträtin Jana Rötsch an. Der Mehrwertstadt zufolge waren Anzeigen einer Erfurter Vermieterin auf dem Portal „Immoscout 24“ mit dem Zusatz „Familien ohne Migrationshintergrund“ sowie „Vermietung ausschließlich an Bürger ohne Migrationshintergrund“ versehen.

„Menschen mit Migrationshintergrund auszuschließen ist verboten nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, und das auch am Wohnungsmarkt“, sagt Stadträtin Jana Rötsch. „Diese rassistische Anzeige macht uns betroffen und fassungslos.“

Die Inserate wurden inzwischen verändert

Die Inserate bezogen sich auf Wohnungen in der Gustav-Adolf-Straße. Die diskriminierenden Zusätze hat die Mehrwertstadt als Screenshot gesichert. Inzwischen hat die Erstellerin des Inserats den Zusatz zu „gern Familien mit Kindern“ geändert.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Von abfälligen Bemerkungen über Ausländer bei Wohnungsbesichtigungen sei der Fraktion schon häufiger berichtet worden, meint Stadträtin Tina Morgenroth. „Dass der Rassismus nun unverhohlen und offen in den Anzeigen sichtbar wird, nehmen wir als Verschärfung der Situation wahr“, sagt sie.

Thüringen-Ticker: Acht Wochen altes Affenjunges aus Tierpark gestohlen +++ Leiche in Weißer Elster in Gera gefunden