Mario Voigt (CDU) will Ministerpräsident werden und schaltet auf Angriff: In einem TV-Duell versucht er AfD-Landeschef Björn Höcke inhaltlich stellen. Die aktuellsten Entwicklungen im Live-Ticker

Fünf Monate vor der Landtagswahl in Thüringen treffen sich CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt und AfD-Landeschef Björn Höcke am Donnerstagabend zum Fernsehduell. Voigt hat sich vorgenommen, den AfD-Spitzenkandidaten inhaltlich zu stellen. Kritiker werfen dem CDU-Politiker jedoch vor, dem als Rechtsextremisten beobachteten Höcke eine Bühne zu geben.

23 Uhr: Wie ist das TV-Duell zwischen Mario Voigt und Björn Höcke zu bewerten? Und profitiert am Ende nicht sogar der amtierende Regierungschef Bodo Ramelow (Linke)? Ein Kommentar von Jan Hollitzer.

22.20 Uhr: Mehr als zwei Stunden TV-Duell und Analyse mit Einblicken von Krieg, Frieden, Thüringen und Gehacktem gehen zu Ende. Laut den Experten geht keiner der beiden Kontrahenten als klarer Gewinner vom Platz. Eine Analyse von Fabian Klaus.

22.14 Uhr: Voigt habe in der Frage um die Waffenlieferung gut reagiert, sagt Mendgen.

22.10 Uhr: Ramelow gewinnt die Landtagswahl nicht nochmal, das sei klar, findet der Journalist Robin Alexander.

22.07 Uhr: Voigt muss nicht auf Platz eins landen, sagt Alisha Mendgen. Sie sieht die Koalitionsfrage seitens der CDU ungeklärt. Eine CDU und eine AfD Koalition sei aufgrund der Brandmauer nicht machbar, sagt die Journalistin Beatrice Achterberg.

22.04 Uhr: Der Komminikationswissenschaftler und Psychologe Benedikt Held, der die Körpersprache von Voigt und Höcke analysiert, sagt, dass Höcke während der Debatte wie ein emotionaler Lehrer gewirkt habe, der eine Standpauke halte. Voigt hingegegen sei in seiner Gestik sehr systematisch gewesen. Erst zurückhaltend, dann offensiver. Voigt habe es geschafft, sich auch aggressiv gegen Höcke zu zeigen. Voigt habe insgesamt eher wie ein nahbarer Kollege gewirkt.

22.00 Uhr: Die Journalistin Lau sieht die Frage „Wer liebt eigentlich das Land?“ ganz vorne. Wenn man dann das Deutschlandbild der AfD rekapituliere, dann bleibe nicht mehr viel übrig, sagt Lau.

21. 55 Uhr: Die AfD spiele damit, dass Leute nicht ins Bild passen, sagt der Journalist Robin Alexander. „Der Höcke will Leute rausschmeißen“, so der Journalist.

21. 50 Uhr: Warum nehmen die Wähler einem Höcke seine Äußerungen ab? Diese Frage stellen sich die Experten in der Auswertungsrende. Mariam Lau dazu: Alle wissen, dass Höcke zwei Gesichter hat. Die Wahrnehmung, bei den Leuten, die Höcke gut finden ist, dass die ihm alle ans Leder wollen, sagt Lau.

21.47 Uhr: Nach dem Duell ist Höcke sofort gegangen. Mario Voigt und sein Team machen sich jetzt auch auf dem Weg aus dem Gebäude.

21.40 Uhr: Für Betrice Achterberg von der Züricher Zeitung gibt es keinen klaren Gewinner. Beide Seiten hätten gute und schlechte Momente gehabt.

21.39 Uhr: Journalistin Mariam Lau schätzt die Situation ein. Voigt habe sich abggrenzen müssen, von der AfD. Das sei ihm im Laufe der Zeit auch gelungen. Die Unterschiede zwischen der AfD und CDU sei klar geworden.

21:30 Uhr: Das Gespräch ist beendet. Jetzt geht es in der Analyse bei Welt weiter.

21:30 Uhr: Jetzt Thüringen: Voigt: „Ich will Ministerpräsident aller Thüringer sein. Die hat CDU hat den Anspruch, stärkste Kraft zu werden.“ Die Sätze von Voigt kennt man. Er nimmt Ramelow aus dem Spiel, es gehe um eine Zuspitzung „CDU oder AfD“. Höcke stehe vernünftigen Lösungen im Weg. Der dürfte fast nichts mehr zur Koalition sagen, bekommt aber doch nochmal das Wort. Höcke: „Der Willi würde sich im Grabe rumdrehen, wenn er sieht, wie die CDU sich den roten und bunten Genossen an die Brust wirft.“ Höcke streckt die Hand für eine Koalition. Voigt schlägt sie aus: „Sie sind völkisch.“

21:25 Uhr: Moderatorin Ohm zu Höcke, der ununterbrochen redet: „Ihre Redeanteile sind deutlich vor Herrn Voigt“. Höcke: „Das kann ich nicht glauben.“

21:22 Uhr: Voigt versucht Geopolitik und Migration zu verbinden. „Wirkt wackelig“, sagt Lembcke. Höcke habe, so der Politikwissenschaftler, zuvor zu Geopolitik „Märchen“ erzählt.

21:19 Uhr: Jetzt geht es um den Krieg in der Ukraine. „Das Thema ist für Voigt nochmal wichtig. Hier muss er halten“, sagt Lembcke. Voigt fordert, das die Ukraine verteidigungsfähig bleiben müsse. Höcke spricht von „unerträglichen Bildern“ von der Front. Diese machen ihn sprachlos und fassungslos. Lembcke: „Höcke frisst Kreide.“

21.13 Uhr: Thema Antisemitismus und Israel: „Wir müssen klarstellen, dass das Selbstverteidigungsrecht des Staates Israel deutsche Staatsräson ist“, hebt Voigt hervor. Höcke dazu: Juden fliehen nach Frankreich, weil der Antisemitismus so groß geworden sei. Die Einwanderer aus dem islamischen Kulturkreis seien daran Schuld.

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21:11 Uhr: Zum Getwitter von Voigt nochmal: Auch Höcke twittert vor sich hin, während er live im TV ist. Frage auch hier berechtigt: Wer twittert da eigentlich sonst für ihn?

21:10 Uhr: Voigt über den Rechtsstaat: „Wir leben in einem Rechtsstaat.“ Höcke könne hier im Fernsehen seine Meinung äußern. Er solle mehr Souveränität zeigen. Lembcke sieht Voigt dabei vorn: „Da war er sehr souverän.“

21:08 Uhr: Voigt steht bei der Debatte um die SA-Losung nur am Rand. Lembcke: „Er ist zu still, die Moderatoren zu laut.“ Voigt wird nach Minuten zurück in die Debatte geholt.

21:07 Uhr: Warum verwenden Sie die SA-Parole „Alles für Deutschland?“, fragt Welt-Chefredakteur Burghard. Wegen dieser Parole muss sich Höcke demnächst vor Gericht verantworten. Höcke wird laut. Er sagt, er wusste nicht, dass es sich um die zentrale Losung der SA gehandelt habe. „Jeder Menschen draußen weiß, dass das ein Allerweltsspruch ist“, sagt Höcke.

21:05 Uhr: Eine Erinnerungskultur sei zum Erinnern da, sagt Höcke. Das bedeute aber nicht, dass das schlechte in den Mittelpunkt stehen muss. Das positive und schöne müsse man auch wiederentdecken. Lembcke: Das sei „schlau“ von Höcke. Es brauche jetzt einen guten Konter von Voigt, der „aktuell zu brav“ sei.

21:00 Uhr: Heute ist Gedenktag der Buchenwald-Befreiung. Darum geht es jetzt. Höcke hat Hausverbot in der Gedenkstätte. Er sei als Kind jeden Tag am Glockenturm von Buchenwald vorbeigefahren, sagt Voigt. Ich finde jemand der in der Gedenkstätte des KZ Buchenwald habe, dürfe nicht Thüringer Ministerpräsident werden, sagt der CDU-Mann in Richtung Höcke. Der beklagt, seit Jahren Hausverbot in der Gedenkstätte zu haben und schlüpft in die Opferrolle: „Die AfD wird systematisch ausgeschlossen.“

20:58 Uhr: „Dieses Rumgeeiere finde ich bemerkenswert“, sagt Voigt. Höcke rede beim TV-Duell anders als beim Parteitag. Er habe von der Remigration von 20 bis 30 Prozent der Menschen gesprochen. Dabei gehe es um Deutsche

20:56 Uhr: Höcke: Abschiebungen fänden nicht statt, auch wenn es Flüchtlinge ohne Papiere gebe. Das könne nicht sein. Er schätze jeden Mensch wert, betont Voigt und reduziere ihn nicht auf seine Hautfarbe und seine Religion. Voigt attackiert die Höcke-Partei scharf: „Dieser völkische Müll darf mein Heimatland nicht führen.“ Höcke wirft Voigt vor, dass die CDU hauptverantwortlich für eine Migrationskrise sei.

20:54 Uhr: Lembcke: „Voigt fängt langsam an, Höcke zu demontieren“. Die Debatte dreht sich um die Bundestags-Vize-Präsidentin Özoguz, die Alt-Afdler Gauland einst abschieben wollte. Höcke lässt sich triggern, als es um die Debatte geht.

20:52 Uhr: Während Voigt live im TV zu sehen ist, twittert er auch. „Wie geht das eigentlich?“, fragt der Thüringer Journalist Sebastian Haak vollkommen zurecht und schiebt: „Wie viele seiner anderen Tweets werden von seinem Team geschrieben?“

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20:50 Uhr: Hitzige Debatte um „Remigration“. Voigt: Was Höcke unter Remigration verstehe, sei „absolut menschenunwürdig“, sagt Voigt. Ich kann mit dem Begriff nichts anfangen. Wie weit wird im Stammbaum zurückgegangen? Höcke weicht aus: Deutsche aus dem Ausland sollen wieder nach Deutschland zurückkommen, das habe er eigentlich mit Remigration gemeint.

20:45 Uhr: Höcke stockt kurz bei der Migrationsdebatte, sucht nach Worten. „Er hängt. Interessante Schwäche ausgerechnet bei diesem Thema“, stellt Lembcke fest. Voigt: „Wir werden keine neuen Fachkräfte gewinnen, wenn der Reichskanzler Höcke zur Eröffnung kommt.“ Es geht um Krankenhäuser und Fachkräfte. Höcke: „Jetzt werden Sie aber radikal-populistisch.“

20:41 Uhr: Jetzt geißelt Höcke die Migrationspolitik der Union: „Nachdem Sie das Kind in den Brunnen geworfen haben, beginnen Sie, das Wasser abzuschöpfen.“ Höcke populistisch: „Das Weltsozialamt deutlich ist geschlossen.“ Lembcke sieht Voigt zunächst im Hintertreffen: „Höcke muss bei seinem Thema jetzt Konter bekommen, sonst bleibt Voigt blass.“

20:39 Uhr: Nochmal zum Gehacktes-Brötchen: Lembcke sagt: „Das Brötchen bleibt in der Luft hängen. Das war für Voigt eher gut - diese Runde hätte für ihn deutlich besser laufen können.“

20:37 Uhr: Vom Fließerkettengesetz zur Debatte um „Gehacktes“? Höcke und Voigt streiten, Ohm unterbricht: Gehackte Brötchen seien auch ein Thema in Deutschland. Allerdings: Migration sei wohl wichtiger. Voigt antwortet als erster: „Null illegale Migration in Deutschland.“

20:33 Uhr: Voigt verfällt in Wahlkampf-Sound. Lembcke: „Jetzt muss er aufpassen, nicht die typischen Wahlkampfgeschichten zu erzählen.“ Gerade geht es um die Rente und Höcke sei „wieder Spiel“.

20.32 Uhr Höcke greift Voigt an: Dieser habe Worthülsen verwendet. Die CDU sei die längste Regierungspartei im Bund und auch in Thüringen. Vor jeder Wahl verspreche die CDU das blaue vom Himmel. Die Leuten wollen sich nicht länger an der Nase herumführen lassen. Bürger haben zu mir gesagt, dass das Geld nicht mehr zum Reden reiche. An die Rente müsse man ran, damit das auch in Deutschland reicht.

20:31 Uhr: Lembcke macht bei Voigt eine Strategie aus. Dem CDU-Politiker gehe es ganz offenbar darum, die „Kosten des Extremismus“ darzustrellen. Die Frage nach Finanzierung habe direkt „zu reinem Populismus“ durch Höcke geführt.

20:31 Uhr: Höcke: „Wir haben Einsparpotenzial ausgemacht, und eine Summe von 60. Millarden Euro. Diese Gelder werden für Entwicklungsländer ausgegeben“, dann habe man schon viel Geld gespart. Das Geld sei da, es werde aber nicht für das deutsche Volk ausgegeben, beschwert sich der AfD-Politiker.

20:28 Uhr: Lembcke zur EU-Debatte: „Höcke scheint seine EU-Kritik bereits ausgespielt zu haben. Noch ein, zwei Konter von Voigt und die erste Runde sieht ganz gut aus.“

20:26 Uhr: Voigt widerspricht Höcke: Sie wollen aus der EU aussteigen. Das was sie wollen, sind leere Regale in den Supermärkten in Deutschland, Arbeitslosigkeit und Wohlstandsvernichtung. Höcke beschwert sich darüber, dass Voigt Monologe halte und erklärt, dass es falsch sei, dass der Brexit Großbritanien geschadet habe.

20:24 Uhr: „Höcke ist gleich in der Konfrontation, Voigt muss sich noch freischwimmen“, schätzt Oliver Lembcke die ersten Minuten des TV-Duells ein. Höcke unterbricht Voigt wiederholt.

20:22 Uhr: Höcke bekräftigt Haltung der AfD zum „Raus aus der EU“. Voigt kontert: Die EU ist das Haus, das uns immer geschützt hat. Dieses Haus hat ein stabiles Fundament. Nur weil einmal eine Lampe kaputt ist oder eine Tür quietscht reißt man doch nicht gleich das ganze Haus ab.

20:21 Uhr: Unser Experte Oliver Lembcke zeigt sich mit dem Auftakt zufrieden: „Der Unterschied wird sofort zum Thema.“ Interessant sei auch, dass Höcke Voigt direkt anschaue.

20:19 Uhr: Welt-Chefredakteur Burghard stellt zu Beginn fest, dass beide Politiker die Themen kennen, über die gesprochen werden soll. Allerdings: Die konkreten Fragen kennen diese natürlich nicht. Burghard macht zu Beginn deutlich, dass die AfD als erwiesen extremistisch eingestuft werde. Höcke: „Na diese Einleitung musste natürlich sein.“

20:16 Uhr Es geht los: Die beiden Politiker kommen aus getrennten Warteräumen ins Studio. Erst Voigt, dann Höcke. Moderiert wird das Duell von Welt-Chefredakteur Jan Philipp Burgard und Welt-Chefmoderatorin Tatjana Ohm. Höcke wird zuerst begrüßt, dann Voigt.

20:10 Uhr Umfrage: Eine Mehrheit der Deutschen findet es richtig, dass sich Mario Voigt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremisten liefert. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag des „Focus“. 68,9 Prozent halten es demnach für „eindeutig“ oder „eher richtig“, dass es zu dem Duell kommt. 21,6 Prozent haben sich „eher“ oder „eindeutig“ dagegen ausgesprochen. In Thüringen sind die Ergebnisse noch deutlicher. Dort blicken 71,2 Prozent der Befragten positiv darauf, dass es zu der Auseinandersetzung kommt.

20:08 Uhr Die Protagonisten: Björn Höcke (52) gehörte 2013 zu den Gründungsmitgliedern der AfD in Thüringen und führt die Partei seit August 2013 als einer von zwei Sprechern. Bei der Landtagswahl 2014 gelang gebürtigen Westfalen als AfD-Spitzenkandidat erstmals der Einzug in den Thüringer Landtag. Ein Direktmandat holte Höcke weder 2014 noch 2019. Mario Voigt trat als 17-Jähriger in die CDU, führt den Landesverband seit 2022. 2009 zog der gebürtige Jenaer erstmals in den Thüringer Landtag ein und holte seither drei Mal in Folge mit deutlichem Abstand das Direktmandat.

20:05 Uhr Beliebtheitswerte: Einer Insa-Umfrage vom März zufolge würden 11 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer ihre Stimme Mario Voigt geben, wenn sie die Möglichkeit hätten, den Ministerpräsidenten direkt zu wählen. Etwas besser schneidet Höcke bei dieser Erhebung ab. Er kommt auf 18 Prozent. Beide Politiker erreichen allerdings nicht im Ansatz die Werte des Amtsinhabers. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke), der seine Partei erneut als Spitzenkandidat in den Wahlkampf führt, kommt in der Befragung auf 32 Prozent.

19:55 Uhr Vor dem Duell: Mario Voigt und Björn Höcke haben vor wenigen Minuten das Axel-Springer-Hochhaus erreicht. Hier werden sie sich um 20.15 Uhr gegenüberstehen zum TV-Duell. Höcke kam wenige Minuten nach dem CDU-Landesvorsitzenden an. Beide sind direkt in die Tiefgarage gefahren und sodann in die Maske gegangen. Am Haupteingang wartete eine Vielzahl von Fotografen, die die beiden Protagonisten aber nicht vor die Linse bekam.

19.45 Uhr Einschätzung: Der Politikwissenschaftler Oliver W. Lembcke (Ruhr-Uni Bochum, früher Jena) sieht vor dem Duell vor allem Mario Voigt unter Druck. „Voigt muss angreifen, Höcke will ihn vorführen. Mario Voigt muss glaubhaft erklären, was es bringt, ihm die Stimme zu geben und wie er eine Gestaltungsmehrheit für seine Politik erreichen kann. Wenn das gelingt, war es das Wagnis wert. Scheitert Voigt, dann wird man seinen Mut als Dummheit geißeln“, sagt Lembcke dieser Zeitung. Im Verlaufe des Duells wird der Hochschullehrer immer wieder einzelne Szenen und Dialoge in diesem Ticker analysieren.

Prof. Dr. Oliver W. Lembcke ist Politikwissenschaftler und lehrt an der Ruhr-Uni in Bochum. Der Hochschullehrer war zuvor auch in Jena tätig und wurde in Thüringen mehrfach mit Hochschulpreisen ausgezeichnet.
Prof. Dr. Oliver W. Lembcke ist Politikwissenschaftler und lehrt an der Ruhr-Uni in Bochum. Der Hochschullehrer war zuvor auch in Jena tätig und wurde in Thüringen mehrfach mit Hochschulpreisen ausgezeichnet. © Lembcke | Lembcke

19.32 Uhr Ausgangslage: Wenige Minuten vor dem TV-Duell schauen wir noch einmal auf die Ausgangssituation der beiden Parteien vor der im September anstehenden Landtagswahl: Die AfD wird in Umfragen aktuell als stärkste Kraft gesehen. Das Institut „Insa“ hatte sie zuletzt in einer Erhebung im Auftrag dieser Zeitung bei 31 Prozent gemessen und sah die Union bei 21 Prozent.

Wie kam es überhaupt zum Duell?

Dem geplanten Streitgespräch geht eine Auseinandersetzung der beiden Thüringer Spitzenpolitiker auf der Internetplattform X (früher Twitter) voraus. Voigt hatte sich darüber echauffiert, dass Höcke Europa sterben lassen wolle. Es folgte ein längerer Schlagabtausch und die Aufforderung von Voigt an Höcke, sich einer öffentlichen Diskussion mit ihm zu stellen.

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Fabian Klaus, Reporter
Von Fabian Klaus

Was hat Höcke tatsächlich gesagt?

Beim Bundesparteitag der AfD in Magdeburg sagte Höcke in einem Interview dies: „Diese EU muss sterben, damit das wahre Europa leben kann.“ Dass Voigt daraus machte, Höcke wolle Europa sterben lassen, war diesem Anlass dafür, mit einer Unterlassungserklärung zu drohen.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

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Die Thüringer AfD wird seit März 2021 vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft und beobachtet. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist in der Sendung nicht dabei. Er führt im Freistaat eine Minderheitsregierung aus Linken, SPD und Grünen und tritt bei der Landtagswahl am 1. September erneut an.

AfD in Thüringen stärkste Partei

In jüngsten Umfragen verlor die AfD in Thüringen zuletzt leicht an Zustimmung, kam aber mit Werten zwischen 29 und 31 Prozent auf Platz eins vor der CDU, die zwischen 20 und 21 Prozent liegt. Die Linke schwächelte in den Umfragen – womöglich auch wegen der Gründung des Bündnis Sahra Wagenknecht, das aus dem Stand auf Umfragewerte von 13 bis 17 Prozent kam, während die Linke auf 15 bis 18 Prozent fiel.

Der TV-Sender Weltüberträgt das Gespräch am Donnerstagabend live ab 20.15 Uhr.

Vor Thüringen-Wahl: CDU-Politiker Voigt im TV-Duell mit AfD-Mann Höcke

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