Jahresempfang Altenburger Land: Viele Blicke zurück und nur wenige nach vorn

Altenburg  Zahlreiche Auszeichnungen bei Festakt zum 25. Geburtstag des Altenburger Landes

Das Organisationsteam des Skatstadtmarathons freut sich über die Auszeichnung des Landkreises. Für die Frauen und Männer kam diese Ehrung völlig ­überraschend, wie sie sagten.

Das Organisationsteam des Skatstadtmarathons freut sich über die Auszeichnung des Landkreises. Für die Frauen und Männer kam diese Ehrung völlig ­überraschend, wie sie sagten.

Foto: Jana Borath

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„Es ist ein besonderer Empfang an einem besonderen Ort“, sagt Landrat Uwe Melzer (CDU) am Freitag. Besonders zum einen, weil es der Festakt anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Kreises Altenburger Land war. Zum anderen, weil der Jahresempfang diesmal im Landestheater stattfand, in dem nach Ende der Spielzeit millionenschwere Bauarbeiten anstehen. So wird die Bühnentechnik erneuert und die Drehbühne auf zwölf Meter Durchmesser erweitert. Die hat dann die gleichen Maße wie die Geraer Drehbühne, wodurch sich der Aufwand verringert, die Produktionen an beiden Häusern zeigen zu können. Des Weiteren wird in dem Gebäude Barrierefreiheit hergestellt. Darüber hinaus wird der Orchestergraben vergrößert. „Die erste Reihe wird weichen müssen“, so Melzer, der für diese Bemerkung die Lacher auf seiner Seite hatte. Denn traditionell werden in der ersten Reihe die ranghöchsten Gäste platziert.

Fast zwölf Millionen werden in die Erneuerungen im Landestheater gesteckt, das anderthalb Spielzeiten geschlossen sein wird. Auf Theater muss dennoch nicht verzichtet werden, denn gespielt wird während der Bauzeit in einem Zelt auf dem Festplatz am großen Teich.

Mit dem Lindenau-Museum, das für 48 Millionen Euro in den nächsten Jahren saniert und umgebaut wird, sprach Melzer eine weitere Großinvestition an.

Viel mehr Blicke nach vorn gab es allerdings nicht. Ziele oder gar Visionen für die Zukunft des Altenburger Landes – Fehlanzeige.

Schulbau und Ortsumgehungen

Uwe Melzer nahm die Besucher lieber mit auf eine Reise in die 25-jährige Vergangenheit des Kreises, erinnerte an einige Höhepunkte. Dazu zählten unter anderem der Krankenhausneubau, der 1997 eingeweiht wurde, oder der Bau der Ortsum­­ge­­hungen Altenburg und Gößnitz. Erstgenannte wurde 2004 für den Verkehr freigegeben, 2012 war es in Gößnitz so weit. Auch den Start des Verkehrsprojektes Schmölln macht mobil, das ab kommendem Jahr erweitert werden soll, erwähnte der Landrat.

Melzer erinnerte an Investitionen in Schulen, die auch künftig wohnortnah bleiben sollen. So wurde beispielsweise 1999 Richtfest am Förderschulzentrum in Altenburg gefeiert, 2011 die Sanierung des Altenburger Friedrich-Gymnasiums abgeschlossen, im vorigen Jahr der Erweiterungsbau am Roman-Herzog-Gymnasium Schmölln eingeweiht. Er sprach auch über die Präsentation des Kreises auf der Grünen Woche, den Beitritt 2015 in den Verein Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und über den Kampf um zukunftsorientierten Breitbandausbau. Er hoffe, dass bald damit begonnen werden kann, denn „die Bevölkerung und die Wirtschaft warten schon viel zu lange.“

Dass man es im Altenburger Land versteht zu feiern, sei etwa beim Deutschen Trachtenfest 2012, beim Deutschen Mühlentag 2017 und beim Tag der Altenburger im Oktober vorigen Jahres bewiesen worden.

Stolz sei Uwe Melzer auf die zahlreichen Unternehmen, die sich in den vergangenen 25 Jahren gut entwickelt, investiert, hier Steuern gezahlt – und viele gesellschaftliche Bereiche unterstützt haben.

Beim Jahresempfang, der nur durch Sparkasse Altenburger Land und Klinikum möglich gewesen sei, sind zahlreiche Frauen und Männer geehrt worden. Unterhaltsam war, dass verschiedene Laudatoren sprachen. Besonders in Erinnerungen bleiben die Reden von Bernhard Stengele, ehemaliger Schauspieldirektor am hiesigen Theater, und die launige Laudatio von Roland Krischke, Chef des Lindenau-Museums. Letzterer ehrte mit seinen Worten das Organisationsteam des Skatstadtmarathons, der in diesem Jahr zum elften Mal stattfindet.

Ausgezeichnet wurde zudem das Folkloreensemble Altenburg, das es seit 39 Jahren gibt. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, Brauchtum zu leben und von Generation zu Generation weiter zu geben.

Die Hot Servicecenter Schmölln GmbH & Co. KG mit ihren 50 Mitarbeitern wurde ebenfalls geehrt, unter anderem auch deshalb, weil das Unternehmen zahlreiche soziale Projekte finanziell unterstützt. Für ihr Engagement für die Landwirtschaft wurde Kerstin Fröhlich aus Gorma ausgezeichnet und Dirk Heyer, weil er seit 15 Jahren den Wettbewerb Jugend forscht leitet.

Die Verdienste für den Kreis von zwei ehemaligen Landräten – Michaele Sojka (Linke) und Christian Gumprecht (CDU) – wurden ebenfalls gewürdigt. Bernhard Stengele betonte in seiner Laudatio, dass Sojka nicht nur mit „großem Sachverstand, sondern auch mit viel Herz“ als Landrätin gearbeitet habe. Gumprecht habe sich, seit er 1994 erster Landrat des Kreises wurde, unermüdlich für das Altenburger Land engagiert – und zwar bis heute. Geehrt wurden noch weitere Politiker, unter anderem der erste Altenburger Oberbürgermeister Johannes Ungvári (CDU) und Hans-Jürgen Heitsch (FDP), Bürgermeister von Göllnitz.

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