Linkspolitiker Ramelow legt Tourismuskonzept für Stausee-Region vor

Bodo Ramelow, Fraktionschef der Linken im Thüringer Landtag und bekennender Stauseefan, legt ein Gesamtkonzept für die Entwicklung und Vermarktung der Saaletalsperren als Tourismusregion vor.

An der Anlegestelle der Hohenwarteschifffahrt in der Nähe der Staumauer gehen Touristen vom Bord des Fahrgastschiffes Saaletal.

An der Anlegestelle der Hohenwarteschifffahrt in der Nähe der Staumauer gehen Touristen vom Bord des Fahrgastschiffes Saaletal.

Foto: zgt

Erfurt. Mit einem Zweckverband "Thüringer Meer" will Bodo Ramelow, Fraktionschef der Linken im Thüringer Landtag, die Kräfte für eine Tourismusentwicklung an den Saaletalsperren einschließlich der Plo­thener Teiche bündeln. Zweieinhalb eng beschriebene Seiten umfasst das Konzept, das der bekennende Stauseefan dieser Zeitung zur Verfügung stellte.

Ziel ist demnach die Entwicklung und Vermarktung des Fremdenverkehrs sowie Schaffung innovativer Strukturen, um den Bereich als zusammenhängendes Tourismusgebiet zu entwickeln, zu vermarkten und bei Bedarf einzelne übergreifende Angebote selbst zu betreiben.

Die Finanzierung soll im Wesentlichen über Umlagen und Selbsterwirtschaftung erfolgen. "Dazu ist es erforderlich, über Einwerben von Fördermitteln und die Nutzung von Vermarktungserlösen, Einnahmen für erbrachte Leistungen sowie Übertragung von Eigentum an Grund und Boden, Gebäuden, soweit dies zur Zweckerfüllung sinnvoll ist, unter Nutzung auch von kaufmännischen Effekten, wie Abschreibungen bzw. Rücklagenbildung, Gründung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen wirtschaftlicher Art finanzielle Mittel zu sichern", so Ramelow.

Das Gebiet solle sich als Cluster verstehen und dauerhafte Initiativen entwickeln, die es ermöglichen, eine eigenständige Tourismusmarke "Thüringer Meer" zu etablieren.

Die Ferien-Destination Thüringer Meer soll sich an Regionen wie dem Altmühltal oder dem Lahnwandergebiet orientieren und wie am Bodensee übergreifend kooperieren. Familienfreundlichkeit, Barrierefreiheit, Wandern, Wasser- und Radwandern, Kurzurlaube sowie Ferien-Familienfreizeiten, aber auch Wasser- und Angelurlaub stehen im Vordergrund.

"Alles, was Lärm verursacht oder verbreitet, sollte möglichst nicht gefördert oder gar ausgebaut werden. Regionale Kreisläufe sollen gestärkt werden und eine naturnahe Nutzung soll im Zentrum stehen. Dazu zählen auch heimische Küche und regionale Produkte, schreibt der 57-Jährige.

Um die wirtschaftliche Basis zu stärken, "wäre der Erwerb des Eigentums an den Wasserkraftwerken von Vattenfall durch den Zweckverband ein zentrales Ziel. Hier sei mit der Thüringer Energie AG eine Überkreuzbeteiligung anzustreben. Die Finanzierung könnte man dem Konzept zufolge mit der Landesbank Hessen-Thüringen, den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken der Region aufbauen. Dazu müsse dann entsprechend der Freistaat Bürgschaften ausreichen.

Dem Links-Politiker schwebt ein einheitliches Fremdenverkehrsamt als Herzstück des Zweckverbandes vor. Eine gemeinsame Datenbank sollte alles für Touristen und Einwohner abrufbar machen, was in der Region vorhanden ist, also Wanderwege, Busverbindungen, Service wie Gaststätten, aber auch Schwimmbäder, Museen, Kulturangebote, Ärzte, Apotheken, Taxen, Schiffsverbindungen etc. Auch die gemeinsame Präsentation auf einer Internetplattform gehört dazu.

Ein "Thüringer-Meer-Pass" soll als Premiumkarte zur Nutzung vieler Service- und Dienstleistungsangebote entwickelt und als zentrales Serviceangebot implementiert werden. Darin könnten Vergünstigungen wie Rabatte für Kultureinrichtungen, Restaurants und einschlägige Geschäfte einbezogen werden.

Am Herzen liegt Ramelow auch ein Verkehrskonzept mit dem Ausbau von Schienenverbindungen und notwendigen Lückenschlüssen an der Höllentalbahn und der Linkenmühlenbrücke. Als Anbindung an den Verkehrsknotenpunkt Erfurt sei ein S-Bahn-Konzept mit 30-Minuten-Taktung denkbar.

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