Pößnecker SPD in schwerer Krise

Pößneck  Die SPD in Pößneck ist in einer schweren Krise. Zwischen den beiden Stadträten Enrico Kleebusch und Marc Roßner ist es zum Zerwürfnis gekommen.

Blick auf das Pößnecker Rathaus.

Blick auf das Pößnecker Rathaus.

Foto: Peter Michaelis

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In den neuen Pößnecker Stadtrat wurden mit Enrico Kleebusch und Marc Roßner zwar zwei SPD-Mitglieder gewählt. Ob es aber wieder eine eigenständige sozialdemokratische Fraktion geben wird, die bei zwei Mann theoretisch möglich wäre, ist derzeit offen.

„Im neuen Stadtrat wird es leider keine SPD-Fraktion geben“, erklärte Roßner als bisheriger Stadtratsfraktionsvorsitzender am Donnerstag auf Anfrage. „Zwischen Dr. Kleebusch und mir gibt es keine Vertrauensbasis mehr“, bedauert er. „Das Projekt Doppelspitze hat genau bis zu dem Tag gehalten, an dem unsere Wahlwerbe­banner zerschnitten wurden“, sprach er die Anfang des Jahres eingeführte zweiköpfige Führung des SPD-Ortsverbandes an, dem Kleebusch und Roßner gleichberechtigt vorstehen. Er habe das Angebot bekommen, sich im Stadtrat der FDP/FW/FFW-Fraktion anzuschließen, berichtet Roßner. Diese Hand werde er wohl ergreifen. Die Mehrheit des SPD-Ortsvorstandes befürworte diese enge Zusammenarbeit mit der Bürgermeister-Fraktion. Sie sei der einzige Weg, sozialdemokratische Impulse in die Kommunalpolitik einzubringen und als SPD in verschiedene Prozesse eingebunden zu werden. Ihm gehe es darum, „als Sozialdemokrat einen Beitrag zur Fortsetzung der erfolgreichen Kommunalpolitik der vergangenen Jahren zu leisten“, so Roßner.

Kleebusch überrumpelt von Roßner-Offensive

„Ich bin da völlig überrumpelt“, gestand Kleebusch. Er erklärte gestern: „Ich glaube schon, dass wir im neuen Stadtrat eine SPD-Fraktion haben werden. Bis zur konstituierenden Sitzung am 4. Juli ist ja noch etwas Zeit.“ Roßners allenfalls privaten Schachzug könne er nicht verstehen und er werde prüfen, ob dieser nach den SPD-Regularien überhaupt statthaft sei, so Kleebusch. Er findet, dass er mit Roßner „gut zusammengearbeitet“ habe, und bedauert, dass sein Parteifreund die „Wahlschlappe“ auf diese Art und Weise zu verdauen versuche.

Bürgermeister Michael Modde (parteilos) bestätigte Gespräche zwischen Roßner und der FDP/FW/FFW-Fraktion. Kleebusch teilte mit, am Dienstag einen Termin beim Pößnecker Stadtoberhaupt zu haben.

Die SPD hat bei den Stadtratswahlen vom 26. Mai zwei ihrer bis dahin vier Sitze verloren. Differenzen zwischen Kleebusch und Roßner waren im kommunalen Parlament schon seit einiger Zeit zu beobachten.

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