Apoldas Keeper Toskoski wirft nun selbst die Tore

Apolda.  Die Handballer des HSV Apolda haben ihr Heimspiel gegen Plauen mit 31:24 gewonnen. Zweifacher Torschütze: Torwart Igor Toskoski.

Torwart Igor Toskoski (links) traf im Spiel seines HSV Apolda gegen HC Einheit Plauen gleich zweimal.

Torwart Igor Toskoski (links) traf im Spiel seines HSV Apolda gegen HC Einheit Plauen gleich zweimal.

Foto: Jürgen Scheere

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Igor, der rüstige Pfiffkuss, er ballt die Faust. Drin. Tor – und da lacht er gemeinsam mit seinen Teamkollegen. Ja, so könne man das mal machen. Igor Toskoski, Handballtorwart beim HSV Apolda, weiß, mit welchen Mitteln man die Zuschauer auf den Rängen in Verzückung versetzt. In die Schlusssirene der ersten Halbzeit in der Partie gegen Einheit Plauen gibt’s noch einen Siebenmeter für seine Farben. Toskoski schnappt sich den Ball – und versenkt ihn locker zum 13:9. „Die Uhr war abgelaufen und ich wusste, dass ich nicht zurücksprinten muss. Das Risiko war also gering“, sagt er. Außerdem, natürlich: „Mit solchen Aktionen bringst du Stimmung in die Bude“, sagt Toskoski. Die Fans, die seien so fast berauscht ins Stübl gegangen, um ihr Pausenbier zu trinken. Wahrhaftig.

Der HSV Apolda war so ein klein wenig in Zugzwang geraten, musste die Partie gegen Plauen siegreich gestalten. Das Auf und Ab der vergangenen Wochen zehrte an den Nerven. Ja, erklärt Toskoski, „uns fehlt in dieser Saison die Konstanz“. Es reiche ein kleiner Blick auf die Statistik, um das zu beweisen. „Wir holen unsere Punkte eigentlich nur daheim, haben auswärts erst drei Zähler auf der Habenseite“, sagt der Keeper des HSV. Erklären könne er das nicht so recht. Nun einen Antrag zu stellen, fürderhin lediglich Heimspiele austragen zu dürfen, würde wohl den Aufstieg bedeuten. Toskoski lacht, weiß aber sodann: „So einfach ist es leider nicht.“ Die Niederlage von Aschersleben, gut, derlei passiere dir eben einmal im Jahr. „Da führen wir hoch, dann folgen die Verletzungen und die Rote Karte und das Ding kippt“, erinnert sich Toskoski. Da bliebe nur: Schwamm drüber. Dass man aber tatsächlich die Großen in schöner Regelmäßigkeit ärgert, bei den vermeintlich Kleinen dann aber patzt, dieses Phänomen will Toskoski nicht verstehen. „Wir sind eine gute Truppe und sind wohl gegen die Topteams immer so derart motiviert, dass wir unsere Qualitäten auch abrufen“, sagt er.

Gegen Plauen machen sie das auch. Anfänglich war es ausgeglichen, irgendwann aber, Mitte der ersten Halbzeit, erarbeiteten sich die HSV-Männer einen kleinen Vorsprung, der hernach stetig wuchs. Toskoskis Tor von der Siebenmeterlinie war dabei noch nicht einmal das Sahnehäubchen der Partie. Die hob sich der Routinier zwischen den HSV-Pfosten tatsächlich für die 47. Minute auf. 21:16 stand’s da für den HSV, der Mazedonier kam bei einem Gästeangriff ans Leder – und warf es aus der eigenen Hälfte einfach mal nach drüben. Drin! Tor! Das Siegerlächeln des Filou: unbezahlbar! Ganz ehrlich, sagt er hernach, „ich mache das im Training immer wieder. Ich übe das richtig. Das ist mein Spezialwurf“. Überdies provoziere derlei auch wieder die entsprechende Reaktion auf der Tribüne. Wahrlich, Apoldas Fans tobten freudig eingedenk derlei Darbietungen ihres Lieblingstorwarts. Toskoski war früher Fußballstürmer. Den Torriecher, den habe er eben immer noch. Sagt’s und lacht.

Und wo wurde es ein verdientes 31:24 aus Apoldaer Optik, zwei im Abstiegskampf der Mitteldeutschen Oberliga wichtige Punkte gingen so aufs Konto des HSV. Gerettet, so erklärt es Toskoski, sei man damit aber noch lange nicht. Es würden am Ende wohl nur zwei statt wie bislang vermutet drei Mannschaften den Gang eine Etage tiefer angehen, fünf Zähler, so rechnet der Hüter vor, habe man auf die bedrohten Plätze also nun. „Und doch haben wir noch einige schwierige Spiele“, sagt er. Er nennt beispielsweise das Derby gegen Jena, in Jena. „Die haben ihr Heimspiel auch gewonnen, sind wieder wach, sind wieder im Rennen. Das wird heiß“, sagt er. Und dann ist da auch noch diese fürchterliche Auswärtsbilanz – von sechs ausstehenden Spielen geht es viermal auf Reisen. Toskoski ist sich aber sicher: „Wir packen das!“

Und dann? Nun, sagt der HSV-Fandarling, „dann habe ich noch Vertrag“. Stimmt. Aber sein Verein ist ja auch gerade auf der Suche nach einem neuen Trainer. Coach Toskoski, das wäre es doch, oder? Der Mazedonier lächelt wieder. Nein, nein. „Noch nicht. Nicht jetzt“, erklärt er. Im Besitz der C-Lizenz sei er ja schon, auch angemeldet für den Lehrgang für den B-Schein. „Aber ich kann kein Spielertrainer sein. Ich habe keinen Kopf für zwei Sachen. Ich kann auf dem Platz nicht auch noch für andere denken. Entweder Spieler oder Trainer“, sagt er. Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen übt er das Trainerdasein ja schon mal, hilft er doch im Nachwuchs des HSV. „Außerdem haben wir das erste Mal auch eine Kindergartengruppe“, erzählt er. 17 Vorschüler trainieren schon fleißig unter seiner Ägide. Nicht nur Handball, sondern Bewegung im Allgemeinen.

Stück für Stück und nicht zu schnell soll es für ihn gehen; schließlich will er – sofern die alten Knochen es zuließen, wie er augenzwinkernd sagt – noch ein paar Jahre spielen. Danach, ja, könne man gern über den Trainerjob reden. Bis dahin sind seine Fertigkeiten als Torwart gefragt – und eben, wenn es hart auf hart kommt, auch als Torjäger. Gewusst wie, sagt der Pfiffikuss und grient.

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