Fußball, Thüringenliga

Eintracht Eisenberg: Wenn einmal der Wurm drin ist

Eisenberg.  EisenbergWenn einmal der Wurm drin ist. Ein altgedienter Eintracht-Schlachtenbummler gab in schöner Regelmäßigkeit am Sonnabend im Schortental jene altgediente Floskel von sich, als denn Eisenberg die Kicker aus Heiligenstadt empfing.

Kapitän Danny Müller schaltete sich gen Ende in die Offensive mit ein.

Kapitän Danny Müller schaltete sich gen Ende in die Offensive mit ein.

Foto: Marcus Schulze / OTZ

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Wenn einmal der Wurm drin ist. Ein altgedienter Eintracht-Schlachtenbummler gab in schöner Regelmäßigkeit am Sonnabend im Schortental jene altgediente Floskel von sich, als denn Eisenberg die Kicker aus Heiligenstadt empfing. Am Spielfeldrand lief er entlang und beobachtete – dabei durch und durch pessimistisch – das Dargebotene der Mannen von Thomas Lässig und wiederholte gleich einem Mantra jene bekannten Worte: „Wenn einmal der Wurm drin ist!“

Besagten Pessimismus hatte der Fan natürlich nicht exklusiv, denn auch ein paar andere Anhänger der Eintracht konnten nicht so richtig fassen, was sie da von ihrem Team kredenzt bekamen, das letztlich 1:2 den Gästen aus dem Eichsfeld unterlag. In der 20. Minute traf Ivan Peric für die Eichsfelder, in der 44. Jan Hausner. Vor dem Spieltag rangierte Heiligenstadt auf Platz neun.

Um es kurz zu machen: Eintracht Eisenberg hatte nicht wirklich eine Idee. Gleichzeitig mangelte es nicht an mitunter haarsträubenden Ballverlusten im Spielaufbau. Chancen waren indes Mangelware. Da war ein Freistoß im zweiten Akt von Marius Mücke, der sich wahrlich mühte, ein – wenn auch ungefährlicher – Kopfball von Niclas Stäps und letztlich der von Erfolg gekrönte Kopfball von Kapitän Danny Müller, dem ein Freistoß von Maik Berger vorausging. Das waren die bescheidenen Höhepunkte aufseiten der Eintracht. Dabei waren die Gäste keine Über-Mannschaft, agierten jedoch schlichtweg entschlossener und erlaubten sich nicht solche simplen Ballverluste in den eigenen Reihen wie eben die Hausherren.

Einen Eintracht-Höhepunkt gab es jedoch noch, für den Torhüter Danny Lewandrowski verantwortlich war, der in der Endphase der Begegnung noch eine Großchance der Gäste mit seinen katzenartigen Reflexen vereiteln konnte. Doch ansonsten… Erst nach dem Anschlusstreffer in der 79. Minute von eben Danny Müller bäumten sich die Kicker aus dem Saale-Holzland-Kreis gegen die drohende Niederlage, leider zu spät.

Robert Schulz, Jan Schäfer, Andy Haupt oder Nicklas Reinhardt machten phasenweise keine gute Figur da auf dem Platz, und auch die Sturmabteilung um Niclas Stäps, Stephan Uhl und Louis Prieger kam irgendetwas zwischen blass und kreidebleich daher.

Danny Müller haderte nach dem Abpfiff mit den Fußball-Verhältnissen, lief unruhig auf dem Grün auf und ab und redete mich selbst. „Immer wieder verschlafen wir die verdammte erste Halbzeit“, sagte der Kapitän ein ums andere Mal, während ein paar Meter weiter Louis Prieger gefühlt mutterseelenallein auf dem Rasen saß und ins Leere stierte. Dass in den Reihen von Thomas Lässig mit Jakub Petrik, Kevin Wriske, Benjamin Brack, Ronny Böhme und Matthias Walzog zentrale Protagonisten fehlten, wollte Danny Müller als Begründung für das bescheidene Anschneiden nicht gelten lassen. „Gerade das ist doch die Chance für all jene, die sonst nicht spielen können“, sagte Müller enerviert. Ansonsten rang der Kapitän um Worte, wusste nicht wirklich, was er noch sagen sollte, nur, dass er sich auch nicht erklären könne, was seit dem Aus im Pokal gegen Zeulenroda los sei. Letztlich vermisste er jedoch zwei Dinge: Einsatz und Willen.

Thomas Lässig wiederum saß über weite Strecken während der Partie in der Thüringenliga auf der Bank und schien das Dargebotne seiner Mannen stoisch zu ertragen. Erst gen Ende, als ein Unentschieden noch im Bereich des Möglichen lag, stand der Eintracht-Coach in gewohnter Manier unruhig und auch lautstark an der Außenlinie – wenn auch letztlich vergebens.

Dritte Niederlage in Folgefür Eisenberg in der Liga

Für die Eintracht ist es nunmehr die dritte Niederlage in Folge in der Liga. Die vierte seit dem Ausscheiden im Pokal gegen eben Zeulenroda. Ja, Zeulenroda geisterte als Ursprung allen Eintracht-Übels am Sonnabend im Schortental herum. „Seit Zeulenroda läuft nichts mehr“, sagte ein leidender Eintracht-Tifoso in der Halbzeitpause.

Nach dem Abpfiff verspürte Thomas Lässig nicht das Bedürfnis, sich zu dem Spiel zu äußern. Nur eines: Er habe eine Kopie der Partie gegen Gera-Westvororte gesehen – und dazu habe er bereits alles gesagt. Und zwar eine Woche zuvor.

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