Schwere Zeiten beim FC Carl Zeiss Jena – Verbitterte Fans und enttäuschte Spieler

Jena  Nach der 0:2-Pleite des FC Carl Zeiss bittet Jenas Co-Trainer Strolz um Entschuldigung für seine Scheibenwischer-Geste. Bernd Stange nimmt die Trainer angesichts des Fehlstarts in die Pflicht.

Leerer Blick: Kilian Pagliuca sitzt nach dem Schlusspfiff enttäuscht auf dem Jenaer Rasen.

Leerer Blick: Kilian Pagliuca sitzt nach dem Schlusspfiff enttäuscht auf dem Jenaer Rasen.

Foto: Sascha Fromm

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Der blutleere Auftritt des FC Carl Zeiss Jena hat alle so richtig in Wallung gebracht. Verbitterte Fans, enttäuschte Spieler – und einen emotionalen Co-Trainer, der am Tag nach der 0:2-Pleite gegen Drittliga-Spitzenreiter Eintracht Braunschweig zu Kreuze kriechen musste. „Ich möchte mich für diese Übersprungshandlung entschuldigen. Das war ein Fehler, der mir leid tut und aus der Emotionalität heraus passiert ist, aber natürlich nicht passieren darf und sich auch nicht wiederholen wird“, sagte Lucca Strolz, der in der 33. Minute den pfeifenden Zuschauern auf der Haupttribüne mit einer Scheibenwischer-Geste deutlich machte, was er von ihnen hält, und damit die Anhänger erst recht zur Weißglut trieb.

Kurz zuvor hatten die FCC-Kicker den ersten Nackenschlag einstecken müssen, als Braunschweigs Kapitän Benjamin Kessel die Jenaer mit 0:1 in Rückstand schoss. Anstatt alles nach vorn zu werfen und auf den Ausgleich zu drängen, spielte wenig später aber Daniele Gabriele den Ball lieber wieder zurück zu Torhüter Jo Coppens und handelte sich damit den Unmut des Publikums ein.

„Ich bin emotional bei der Sache und hatte mich über die Reaktionen einiger Zuschauer in Richtung Daniele Gabriele geärgert, die einem Spieler in einer solchen Situation einfach nicht helfen“, begründete Co-Trainer Strolz, der bereits im Juni vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu einer Geldstrafe von 300 Euro verdonnert worden war, nachdem er sich bei einem Punktspiel verbal mit dem Schiedsrichtergespann angelegt hatte. Sein Chef Lukas Kwasniok reagierte und nahm noch in der 38. Minute den entnervten Gabriele vom Platz.

Schlechte Stimmung nach Fehlstart: FC Carl Zeiss Jena sucht Weg aus der Krise

Ohnehin redete der 71-Jährige angesichts des Fehlstarts mit drei Niederlagen in drei Spielen Klartext. Auf die Frage, wie ihm denn die erste Halbzeit gefallen habe, gab Stange eine vielsagende Antwort. „Die hat mir so gefallen, dass ich fühle, es kommen ganz, ganz schwere Zeiten auf meinen Heimatklub zu.“ In der Tat gab es abgesehen vom Schuss von Nico Hammann in der 75. Minute keine nennenswerte Chance im kompletten Spielverlauf, weshalb Trainer Kwasniok hinterher demütig von einem Klassenunterschied sprach. Für Abwehrspieler Tim Kirchner war der Auftritt seiner Mannschaft einfach nur eine schreckliche Leistung.

Jena ist nun als einziger Drittligist noch punktlos und steht im Spiel am Sonntag in Zwickau als Schlusslicht unter Zugzwang. Der nach seiner Hüftverletzung ins Team zurückgekehrte Kapitän Rene Eckardt stellte eine klare Forderung. „Wir müssen eine andere Körpersprache auf den Platz bekommen“, sagte der 29-Jährige dem MDR-Hörfunk.

Bei allen Umbrüchen in der Mannschaft, nimmt indes Bernd Stange die Trainer in die Pflicht. „Wenn eine Spielidee nicht funktioniert und sich nicht umsetzt in Tore, dann gibt es im Profifußball keine Geduld“, sagte der frühere Bundesliga-Trainer: „Man kann ein über Jahrzehnte verwöhntes Publikum nicht abspeisen mit Geduld.“

FSV Zwickau – FC Carl Zeiss Jena, Sonntag, 14 Uhr

Schlechte Stimmung nach Fehlstart: FC Carl Zeiss Jena sucht Weg aus der Krise

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