Schleizer Funktionär der ersten Stunde

Schleiz.  Geschichten vom Schleizer Dreieck: Um die Entdeckung der Rennstrecke durch Karl Slevogt existieren zwei Legenden.

Die Organisatoren 1923: Karl Slevogt (links) und Sportpräsident Bruckmayer (hinten rechts). Archivfoto

Die Organisatoren 1923: Karl Slevogt (links) und Sportpräsident Bruckmayer (hinten rechts). Archivfoto

Foto: Jürgen Müller

Karl Slevogt, der Vater des Schleizer Dreiecks, ist inzwischen fast in Vergessenheit geraten. Kein Gedenkstein, nicht einmal ein kleiner Hinweis erinnern an den Automobil-Pionier. Slevogt wurde am 29. Dezember 1876 in Sparneck (Fichtelgebirge) geboren. Nach seiner Schulzeit lernte er Maschinenbau und erwarb in Mittweida das Diplom eines Maschinenbauingenieurs.

Im September 1913 wurde er zum Technischen Direktor der Apollo-Werke in Apolda berufen. Als Mann der Technik besaß er große Ambitionen für den Sport. So stellte Slevogt 1911 einen Geschwindigkeitsweltrekord mit einem Sechs-PS-Apollo mit 108 km/h auf der Landstraße bei Ostende auf. Bereits im März 1912 wurde er in den Vorstand des ADAC Thüringen gewählt, wo er später die sportliche Leitung übernahm und Gausportleiter des Gaues 2a Thüringen wurde.

Weltrekord mit Sechs-PS-Fahrzeug

In dieser Eigenschaft war Slevogt auf der Suche nach einer geeigneten Rundstrecke für eine Brennstoff- und Leistungsprüfung. Leider gibt es heute keinen verbindlichen Hinweis mehr, wie er das Schleizer Dreieck gefunden hat.

Zwei Legenden stehen in den Geschichtsbüchern. Die eine besagt, dass er die Strecke auf der Landkarte gefunden haben soll. Eine weitere, dass er die Strecke auf der Fahrt zu seinen Eltern ins Fichtelgebirge über Jena und Neustadt am Rande von Schleiz entdeckt haben soll. Doch letztlich ist es egal, wie es dazu kam. Entscheidend war sein Engagement für die Strecke.

1923 erste Brennstoffprüfung

Am 10. Juni 1923 war es so weit, die erste Gebrauchs- und Brennstoffprüfung wurde unter seiner Regie als Fahrtleiter gestartet. Start war an der Gaststätte Waidmannsruh in Oberböhmsdorf. Das Startgeld betrug 6000 und 20.000 Mark. Bei den Automobilen fand eine Brennstoffprüfung mit fünf Liter Benzin statt, während die Motorradfahrer eine Leistungsprüfung über sechs Runden zu bewältigen hatten.

Karl Slevogt ist es zu verdanken, dass das Schleizer Dreieck einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte. Noch 1924 und 1925 beteiligte sich Slevogt an der Seite des Schleizers Johannes Wächter im Schiedsgericht. Im Juni 1924 trug der ADAC die erste Deutsche Kraftradmeisterschaft, Vorläufer der heutigen Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft, auf dem Schleizer Dreieck aus.

Der Meistertitel wurde damals in den einzelnen Klassen in einem Rennen vergeben. Erst im darauffolgenden Jahr setzte sich die Meisterschaft aus mehreren Läufen zusammen.