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Timo Grau vom SV Moßbach: „Meine neue Heimat geht vor“

Neustadt.  Am Sonnabend ist zwar das Derby in Neustadt/Orla, aber an seinem Ritual vor dem Anpfiff wird der Moßbacher Timo Grau (21) festhalten.

Timo Grau vom SV Moßbach.

Timo Grau vom SV Moßbach.

Foto: Foto: Jens HenninG

Am Sonnabend ist zwar das Derby in Neustadt/Orla, aber an seinem Ritual vor dem Anpfiff wird der Moßbacher Timo Grau (21) festhalten. „Ich ziehe zuerst meinen linken Schuh an. Dann werde ich zuerst mit dem linken Fuß den Rasen betreten. Nach der Begrüßung laufe ich zu unserem linken Außenverteidiger und klatsche ihn ab. Dann laufe ich zu unserem rechten Innenverteidiger und dann geht’s an die Strafraumgrenze, um unseren Keeper abzuklatschen.“

Dass der 21-Jährige, der sich im zweiten Jahr in der Ausbildung zum Gärtner für Garten- und Landschaftsbau befindet, im Sommer 2018 beim damaligen Kreisoberligisten SV Moßbach landete, hatte sich angebahnt. „Herr Herzog, mein jetziger Trainer, hatte schon vorher mal angefragt. Als es sich bei mir abzeichnete, dass es in Neustadt nicht passte, habe ich ihn angeschrieben. Dann ging alles schnell.“

Seine erste Saison war erfolgreich. Der SV Moßbach schaffte den Sprung in die Landesklasse. Die ersten vier Monate in der zweithöchsten Spielklasse Thüringens sind Geschichte. Das Wort vom „Abenteuer“, das auch sein Trainer von Anfang an in den Mund nahm, ist immer noch allgegenwärtig. 15 Punkte haben die Moßbacher geholt. Wenn es nach Timo Grau geht, sollen am Sonnabend im Auswärtsspiel in Neustadt/Orla weitere dazukommen.

„Der Timo denkt immer positiv. Er ist extrem ehrgeizig. Er ist ein Siegertyp“, sagte Trainer Herzog über seinen Schützling. Deshalb überrascht es kaum, dass Grau einen 1:0-Sieg tippt. Und Grau ging noch weiter. „Ich kann sogar sagen, wer das Tor schießt. Ich treffe in der 80. Minute vom Elfmeterpunkt.“

Die Rollen vor der Partie sind klar verteilt. Die Blau-Weißen aus Neustadt spielen eine starke Hinrunde. Sie gehören zu den Titelanwärtern. Im zwölf Kilometer entfernten Moßbach will man indes nur die Klasse halten. „Im Moment sieht es gut aus. Wir müssen weiter punkten“, sagte Grau, der seine sportliche Wiege nicht verleugnet.

„Wenn man 16 Jahre in Neustadt gespielt hat, hat man dem Verein viel zu verdanken.“ Aus der jetzigen Neustädter Mannschaft kennt er noch viele Sportfreunde, mit denen er selbst im Nachwuchs zusammen gespielt hatte. Sein Herz schlägt er aber für Moßbach. „Meine neue Heimat geht vor.“

In Moßbach ist Vorfreude zu spüren, auch wenn das eigentliche Derby die Partie gegen Schleiz ist. Dass jetzt auch die Partie gegen Neustadt den Derby-Anstrich erhält, liegt am Kader. In Moßbach haben bis auf vier Spieler alle eine Neustädter Vergangenheit. Timo Grau ist einer davon.

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