Young Rangers Ilmenau wieder auf dem Eis

Ilmenau.  Viele offene Fragen im Eishockey, besonders auch in Bezug auf die Landesliga-Männer vom EC Ilmenau.

Kleiner Mann ganz groß! Bei den Young Rangers in Ilmenau wird auf den Nachwuchs gesetzt.

Kleiner Mann ganz groß! Bei den Young Rangers in Ilmenau wird auf den Nachwuchs gesetzt.

Foto: Frankl Trautvetter

Seit einer Woche sind auch die Ilmenauer Eishockey-Talente der Young Rangers wieder auf dem Eis. „An Freundschaftsspiele- oder Turniere ist zwar im Moment weiter nicht zu denken. Aber das ist zumindest ein erster Schritt hin zur Normalität. Jetzt muss abgewartet werden, wie sich alles entwickelt. Wir hoffen, dass es ab Januar dann doch wieder einen geregelten Trainings- und Wettkampfbetrieb geben kann“, so Jürgen Demant, der Präsident des Eissport-Clubs Ilmenau.

Zweimal in der Woche, Montag und Mittwoch dürfen die kleinen Eis-Cracks nacheinander ab 17.30 Uhr bis etwa 19.30 Uhr auf dem Eis trainieren. Erst die Neun- bis Elfjährigen, anschließend die ab 13-jährigen Talente. Dabei wird jeweils die Eisfläche aufgeteilt, 40 Talente dürften so aufs Eis. Da gibt es sogar Reserven. „Das ein oder andere Eistalent dürfte sogar noch hinzustoßen. Gerade bei den Einsteigerklassen kann man sich bei uns durchaus noch melden“, so Demant.

Eishockey hat in Ilmenau lange Tradition, die mehr als hundert Jahre zurück greift. Aber erst 2001 nach dem Bau der Eishalle lebte der Sport initiiert durch Studenten wieder auf und seit 2006 wurde auch die Nachwuchs-Arbeit enorm forciert. „Inzwischen haben wir uns über die Landesgrenzen hinaus etabliert, gründeten im Nachwuchs sogar eine übergreifende Partnerschaft im Nachwuchs mit den Harzer Falken in Braunlage“, so Jürgen Demant.

Auch mit den Young Dragons Erfurt starteten Altersklassen-Spielgemeinschaften und in naher Zukunft sollen Talente zum Beispiel auch mit Chemnitz und Leipzig gemeinsame Teams bilden, was zwar beispielhaft ist, aber natürlich nicht ganz so leicht zu organisieren und umzusetzen ist. Es wird jeweils am Standort trainiert, sich für Turniere ein, zweimal im Monat dann wechselweise getroffen.

Ein eigenständiges Nachwuchsteam für kommende Saison

Auch in Ilmenau wurde so in der U 9 bis U 13 mehrere Turniere in den letzten Jahren ausgerichtet. Die beiden Spielgemeinschaften mit Braunlage wurden allerdings zunächst auf Eis gelegt. „Da gab es in beiden Standorten ein paar Spielerengpässe, an den wir jetzt bei der Talentfindung ansetzen wollen.“ Gemeldet hat der EC Ilmenau im Nachwuchs für die kommende Saison 2020/21 in der Ostdeutschen Meisterschaft dennoch ein eigenständiges Team in der Leistungsklasse II. In der nächsthöheren Altersklasse U 11 starten die Ilmenauer gemeinsam mit dem federführenden EHC Erfurt sowohl in der Leistungsklasse I wie auch II, genau wie in der U 13 in Leistungsklasse II mit den Erfurtern. Jürgen Demant: „Wir wollen natürlich in allen Klassen unseren Eishockey-Talenten auch Wettkampfpraxis bieten. So kamen wir auf die Idee mit Chemnitz und Leipzig gemeinsam U-15-Spieler in der ostdeutschen Meisterschaft spielen zu lassen.“

Wie es in dieser Saison wettkampftechnisch funktionieren soll, hängt alles von künftigen Lockerungen und Verordnungen um Corona ab. „Wir sind da guter Hoffnungen, das mit vielleicht einfachen Runden alles noch zu schaffen. Vielleicht wird es ja auch nur Freundschaftsspiele 2021 oder Turnier geben. Ganz ehrlich, in diesen Spielklassen ist es nicht so wichtig eine Meisterschaft anzutreten. Das ist wichtiger überhaupt zu spielen“, so der ECI-Chef.

Das gilt sicher im Erwachsenenbereich weniger zu. Da wollen die Ilmenauer nicht nur schnell wieder auf das Eis, sondern gern auch um Punkte spielen. Im Oktober absolvierten die Rudorfer-RoßdeutscherMänner bereits ein paar Trainingseinheiten, nun muss abgewartet werden. Das macht auch der Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) in Bezug auf seine beiden Erwachsenen-Spielklassen Thüringenliga und Landesliga Thüringen so. Da gibt es immer noch keinen Spielplan. Eine Liga-Konferenz der Vereine ist bereits zweimal verschoben worden. Im letzten Jahr ging es bereits Anfang Oktober um Punkte, im Jahr zuvor Ende September. Saisonende ist traditionell Ostern. Jürgen Demant: „Wir sind im Kontakt mit dem Verband. Nach dem 31. November wird es eine Liga-Konferenz geben. Ich hoffe Januar startet die Saison.“

Der zeitliche Spielraum bis in den April wäre gegeben, auch durch das Meisterschaftssystem. Spielen sonst alle Teams dreimal gegeneinander – bei sechs Teams wären das 15 Spiele – könnte auch eine einfache Doppelrunde (Hin- und Rückspiel) mit zehn Spielen herhalten, dann wären sogar Play-Offs noch denkbar. Ginge es 8./10. Januar wieder los, blieben bis Ostern (4. April) 13 Wochen. Bei teilweisem Freitag-Sonntag-Rhythmus ausreichend.