Große Rutenwelle der neuen Krippendorfer Mühle montiert

Die Hoffnung der Zimmerleute aus Mackenrode erfüllte sich nicht: Der Himmel über Krippendorf war gestern grau, und ohne Unterlass ergoss sich Regen auf Wiesen und Menschen. Dennoch wurde die große Rutenwelle der neuen Krippendorfer Mühle montiert.

Mit einem Kran heben die Zimmerleute  die große Rutenwelle mit dem hölzernen Zahnrad an ihren Platz.

Mit einem Kran heben die Zimmerleute die große Rutenwelle mit dem hölzernen Zahnrad an ihren Platz.

Foto: zgt

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Krippendorf.

Doch ohne Rücksicht auf Verluste, vom breitkrempigen Zimmermannshut nur kurzzeitig vor dem Nass geschützt, hantierten Marcel Bode und seine Leute sicher und zügig. Die fünf Männer aus dem Eichsfeld sind seit Oktober damit beschäftigt, die vom Orkan Kyrill 2007 zerstörte Krippendorfer Bockwindmühle wieder aufzubauen. Den hölzernen Bock, der den Hausbaum stützt, auf dem der Mühlenkasten drehbar gelagert wird, und den über zwölf Meter hohen Mühlenkasten haben sie bereits wieder rekonstruiert. Auch das "Herz" der Mühle, die Rutenwelle samt hölzerner "Kammräder", war bereits montiert. Ihr geplanter Einbau scheiterte im Winter, an einem eingefrorenen Kran.

Deshalb gab es für die Zimmermänner und erfahrenen Mühlenbauer gestern kein Pardon, im strömenden Regen legten sie Transportgurte und Ketten an der riesigen Holzkonstruktion an, justierten nach – und dann gab Chef Marcel Bode mit aufgestelltem Daumen dem Kranfahrer von Maximum aus Gera das Startzeichen. Sanft schwebte die mehr als sieben Meter lange, baum-stammdicke Welle mit den beiden hölzernen Zahnrädern, von denen das größere gut drei Meter im Durchmesser misst, in die Höhe.

Auf der obersten Balkenkonstruktion des Mühlenkastens, in etwa 15 Meter Höhe, sollte die Welle zentimetergenau in die vorbereiteten Lager eingepasst werden. Dafür mussten die Männer noch einige Muskelkraft aufwenden, doch dann glitten die Metallbolzen in die Lager.

Bis sich daran die vier knapp zehn Meter langen Mühlenflügel – die Ruten heißen – wieder drehen, wird noch etwas Zeit vergehen. Nächste Woche soll die Mühle ihr Dach bekommen, damit am Mühlentag zu Pfingsten die ersten Besichtigungen stattfinden können. Da haben Bodes Männer immer noch einiges zu tun. Denn das Innenleben der Mühle soll auch originalgetreu aufgebaut werden. Und "das hat es in sich", weiß Bode. Der vorletzte Müller hat kräftig investiert, hat Walzenstühle und Maschinen angeschafft, die eigentlich in größere Mühlen gehörten. Müllerei-High-Tech eben.

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