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Ein Gigantischer Staubsturm auf dem Mars

Pasadena/Erfurt  Das Weltall steckt voller Überraschungen. Vieles, was Astrophysiker jahrhundertelang dachten zu wissen, kann heute dank moderner Teleskope und Satelliten als nicht mehr gültig zu den Akten gelegt werden. Diesmal: Ein gigantischer Staubsturm auf dem Mars.

Diese aus zwei zeitlich unterschiedlichen Bildern zusammengestellte Aufnahme vom Nasa-Rover Curiosity zeigen die Zunahme der Staubwolke über dem Krater „Gale“ auf dem Mars.

Diese aus zwei zeitlich unterschiedlichen Bildern zusammengestellte Aufnahme vom Nasa-Rover Curiosity zeigen die Zunahme der Staubwolke über dem Krater „Gale“ auf dem Mars.

Foto: Mastcam Curiosity Rover/Nasa/dpa

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Ein gigantischer Staubsturm auf dem Mars hat seit dem 19. Juni den gesamten Roten Planeten erfasst. „Der Mars-Staubsturm ist gewachsen und ist nun offiziell ein globales Staubereignis“, teilte das Jet Propulsion Laboratory der Nasa am Mittwochabend mit.

Vom Rover „Opportunity“, der durch den Sturm vorübergehend lahmgelegt wurde, gibt es noch immer kein Lebenszeichen, schreibt die Nasa. Eine aktuelle Analyse habe aber ergeben, dass die Elektronik und die Batterien des Rovers trotz der Eiseskälte auf dem Roten Planeten so warm bleiben können, dass sie weiter funktionieren.

Der Sturm, den „Opportunity“ nun aussitzt, ist nicht so groß wie der Sandsturm, den der Rover bereits 2007 überstanden hat, teilt die Nasa mit. Seine Größe sei vergleichbar mit dem Sturm, den die Raumsonde „Viking I“ 1977 beobachtet habe. Nur die weitere Entwicklung des Sturms ist den Forschern ein Rätsel. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es aufklart“, so die Nasa.

Staub verhindert Aufladen der Mars-Rover-Akkus

Ein Signal von „Opportunity“ wird erst erwartet, wenn sich der Staub wieder gelichtet hat. Da der Sturm so gut wie keine Sonne mehr durchlässt, können sich derzeit die per Sonnenenergie betriebenen Batterien des Rovers nicht aufladen. „Opportunity“ rollt schon seit fast 15 Jahren über den Mars - und das, obwohl seine Mission ursprünglich nur auf 90 Tage angesetzt war.

Der nuklear betriebenen Rover „Curiosity“, der sich auf der anderen Marsseite befindet, ist hingegen weiterhin in Betrieb und würde dies auch bei völliger Dunkelheit sein. Aber auch über ihm verdunkelt sich bereits der Mars-Himmel zunehmend. Mit Hilfe von „Curiosity“ erhoffen sich die Nasa-Forscher viele Antworten auf wichtige Fragen wie: Was ist die Ursache dieser planeten-umspannenden Staubstürme? Wieso sind sie mal riesig und dauern über Monate, während andere dann im Vergleich winzig sind und nur kurz wüten?

Amateur-Astronomen bangen und hoffen auf bessere Sicht

Weltweit bangen auch Amateur-Astronomen um die gute Sicht von der Erde aus auf unseren Nachbarplaneten. Dieser kommt auf seiner Umlaufbahn um die Sonne in diesem Sommer der Erde wieder so nah wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr. In dieser so genannten Oppositionsstellung befindet sich der Rote Planet am 31. Juli. Dann ist Mars „nur noch“ rund 58 Millionen Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt. Teleskope ab einer Öffnung von 150 mm zeigen dann schon Einzelheiten wie die eisigen Polkappen an Nord- und Südpol oder kilometertiefe Rinnen auf der Mars-Oberfläche. Zum Vergleich: Der Gasriese Jupiter befindet sich bereits in rund 800 Millionen Kilometern Entfernung.

Der Erde ähnlich nah wird der Mars dann erst wieder im Jahr 2035 sein.

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