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Alles ist anders im Universum (13): Makromoleküle auf dem Saturn-Mond Enceladus

Washington/Erfurt  Das Universum steckt voller Überraschungen. Vieles, was Astrophysiker jahrhundertelang dachten zu wissen, kann heute dank moderner Teleskope und Satelliten als nicht mehr gültig zu den Akten gelegt werden. Diesmal: Makromoleküle auf Saturn-Mond Enceladus.

Im Jahr 2015 entdeckten Wissenschaftler mithilfe der Nasa-Raumsonde „Cassini“ auf dem Saturn-Mond Enceladus Geysire, welche feine Eiskristalle aus dem Inneren des Mondes in die Weiten des Alls schleudern.

Im Jahr 2015 entdeckten Wissenschaftler mithilfe der Nasa-Raumsonde „Cassini“ auf dem Saturn-Mond Enceladus Geysire, welche feine Eiskristalle aus dem Inneren des Mondes in die Weiten des Alls schleudern.

Foto: NASA

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Diese Nachricht gleicht einer Sensation: Auf dem Saturn-Mond Enceladus gibt es komplexe organische Moleküle! Herausgefunden hat es die Nasa-Raumsonde „Cassini“, welche bis September 2017 den Gasplaneten und einige seiner 62 bekannten Monde umkreist hatte, bevor sie kontrolliert in den Gasplaneten stürzte und für immer verstummte. In den riesigen Eisfontänen, welche der Eismond regelmäßig ins Weltall hinausbläßt, registrierte die Sonde sowohl ringförmige Kohlenwasserstoffverbindungen, als auch Kohlenwasserstoffketten. Diese sogenannten Makromoleküle sind wichtige Bausteine für die Entwicklung von Leben.

Ausgewertet wurden die Daten, welche Cassini bei ihren Vorbeiflügen an Enceladus gesammelt hatte, laut der Online-Plattform www.wissenschaft.de von Forschern der Universität Heidelberg. Der „Cosmic Dust Analyser“ (CDA) und das Massenspektrometer „INMS“ sammelten Proben winziger Eiskristalle und untersuchten sie auf ihre chemische Zusammensetzung. Ein Teil der Kristalle haben ihren Ursprung in einem riesigen Ozean aus flüssigem Wasser, welcher sich unter einem dicken Eispanzer auf Enceladus befindet.

Die Cassini-Daten, welche nun nach und nach immer mehr Ergebnisse liefern werden, deuten darauf hin, dass es sich dabei um alkalisches Wasser handelt. Durch hydrothermische Vorgänge wird es zusätzlich mit Mineralien angereichert und anschließend durch Gezeitenkräfte bis an die Oberfläche von Enceladus gedrückt, wo es dann als feine Eiskristalle in die Weiten des Alls geschleudert wird, ähnlich wie bei Geysiren auf der Erde. Ein Teil davon speist somit den E-Ring des Saturn.

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