Ein Jahrzehnt in der Schleizer Kunstwelt

Schleiz  Auf zehn Jahre Kunstschaffen in Schleiz blickt nicht nur die aus Sankt Petersburg stammende Profikünstlerin Ekaterina Peitz zurück, sondern auch die Mitglieder ihrer insgesamt fünf Kunstzirkel.

Sylvia Zapf schaut sich mit ihrer Tochter Helena die Malereien ihrer Mutter Heidrun Wolfram an. Die Mitglieder der fünf Zirkel der aus St. Petersburg stammenden Schleizer Künstlerin Ekaterina Peitz stellen in der Volksbank in Schleiz Werke der vergangenen zehn Jahre aus. Foto: Peter Cissek

Sylvia Zapf schaut sich mit ihrer Tochter Helena die Malereien ihrer Mutter Heidrun Wolfram an. Die Mitglieder der fünf Zirkel der aus St. Petersburg stammenden Schleizer Künstlerin Ekaterina Peitz stellen in der Volksbank in Schleiz Werke der vergangenen zehn Jahre aus. Foto: Peter Cissek

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Ein Ausschnitt der im vergangenen Jahrzehnt entstanden Werke ist bis zum 24. Februar in einer Ausstellung im Schleizer Schalterraum der Volksbank Gera-Jena-Rudolstadt zu sehen, die am Montag eröffnet wurde.

Ekaterina Peitz, Jahrgang 1962, ist in Sankt Petersburg geboren und aufgewachsen und hat als 13-Jährige ihre erste Figur aus Ton geformt. Mutter Galina fand das kleine Kunstwerk gelungen und ermutigte ihre Tochter weiterzumachen. Mit Fleiß und Ausdauer bewarb sie sich an der Hochschule für Gewerbekunst in ihrer Heimatstadt und schloss ihr Studium der Porzellan- und Keramikkunst als Diplomdesignerin mit Auszeichnung ab. „Ich habe schnell gemerkt, dass die Keramik mir unendlich viele Möglichkeiten bietet, mit Farbe und Form zu arbeiten, meine Gedanken auf die Reise zu schicken und immer wieder neue Ideen zu finden. Ich mag die Abwechslung, die liegt in meiner Natur“, erklärt Ekaterina Peitz.

Lebensmut eines blinden Mitglieds steckt an

Im Jahr 1999 zog sie der Liebe wegen von der Millionenmetropole in Russland ins rund 8500 Einwohner zählende Schleiz. „Mein Mann ist Büchsenmachermeister und hat für mich sogar seinen ehemaligen Schießstand in eine Galerie umgebaut“, zeigte sie sich wie andere Kursteilnehmerinnen auch dankbar über die Unterstützung durch ihren Ehemann. Ekaterina Peitz nahm an einem Existenzgründerwettbewerb teil, wurde prämiert und konnte sich einen Brennofen für die eigene Künstlerwerkstatt leisten, die sie 2006 gründete. Hier bietet sie Malerei- und Töpferkurse für Erwachsene an und gemischte Kurse für Kinder und Jugendliche. Ehemalige Schüler von ihr, darauf ist sie besonders stolz, haben es sogar bis zum Studium an der Kunsthochschule auf der Burg Giebichenstein in Halle geschafft. Neben diesen Kursen und Auftragsarbeiten für Kunden, beteiligt sich Ekaterina Peitz an Ausstellungen und Wettbewerben.

Insgesamt fünf Kunstzirkel leitet die Wahlschleizerin. „Besonders beeindruckt mich diese Keramik von Carolin Michaelis, die inzwischen 16 Jahre alt ist. Das Mädchen hat einen Gehirntumor und ist blind. Carolin strahlt so einen Optimismus und Lebensmut aus, der ansteckend ist“, sagte Ekaterina Peitz zur Vernissage.

Betongold in Zeiten niedriger Zinsen als Kunstobjekte in der Bank oder besser gesagt Häuser aus Keramik haben es den Zirkelfrauen angetan. Renate Ackermann zeigt ihr Hexenhaus und Karin Jinschek ein schmales, hochgezogenes Haus, das ein überproportional großes, ­rotes Herbstlaubblatt auf dem Dach schmückt. Doris Ebert formt wie ihre Enkelin Annalena Schmidt Katzen, aber auch Schnecken. Doch ihr Lieblingsstück ist der Froschkönig.

„Meine Vogeltränke, bestehend aus einem großen Rhabarberblatt aus Keramik, wird von meiner Katze lieber benutzt als von den Vögeln. Mein Lieblingsstück ist aber dieser leuchtend rote Keramikapfel“, sagte Renate Gadegast aus Schleiz. Ekaterina Peitz freut sich, dass das Zirkelmitglied nach mehrmonatiger krankheitsbedingter Pause wieder weitermacht.

Neben Malereien hat Annegret Hübschmann Keramiken ausgestellt, die vor allem Ziegen zeigen. Immerhin ist sie Betreiberin der Pension Ziegenmüller in Schleiz. „Das ist keineswegs mein Mädchenname, sondern der Spitzname meines Urgroßvaters“, erklärte sie auf Nachfrage. Ingeborg Glück formte einen Schneemann aus Keramik, aber auch Nadelbäume. Stolz ist sie auf die Keramikkatze und den Hahn im Korb, den ihr zwölfjähriger Enkel Nils Glück schuf.

Christa Siegmund stellt Schalen, Tassen und Vasen aus. Ihre Türschilder aus Keramik fanden auch schon Abnehmer in den USA. Dagegen zeigt Heidrun Wolfram aus Saalburg mit ihren Malereien meist Frauenporträts. Als Vorlage nutzt sie keine Skizzen, sondern meist Fotos.

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