Fernsehshow

„Schlag den Star“: Tim Wiese schwitzt und schweigt und siegt

Köln.  „Schlag den Star“ bot am Samstag viel Sendezeit für wenig Unterhaltung. Weil Tim Wiese und Patrick Esume nur selten Redebedarf hatten.

Tim Wiese und Patrick Esume bei "Schlag den Star"

Tim Wiese und Patrick Esume bei "Schlag den Star"

Foto: Willi Weber / ProSieben/Willi Weber

Nach viereinhalb Stunden steht fest: Tim Wiese ist der Sieger von „Schlag den Star“. Der Ex-Nationaltorhüter schlug am Samstagabend den Ex-Footballer und heutigen TV-Experten Patrick „Coach“ Esume an. Leider brauchte es nur einen Bruchteil der Sendezeit, um zu erkennen: In ihren anderen Jobs sind die beiden weitaus unterhaltsamer als in der Rolle des Show-Kandidaten.

Nachdem es beim letzten Mal ein Frauenduell gab, das vor allen Dingen durch Worte in Erinnerung blieb, hatte sich ProSieben diesmal das Gegenteil überlegt: Zwei alternde Sportler mit reichlich Muskeln, die wenig Redebedarf haben. Doch auch das funktionierte nicht gut. Stattdessen war man gelangweilt, weil die beiden brav ihre Spiele durchspielten. Und weil sie wirklich so wenig Redebedarf hatten, dass man den Abend bei ProSieben auch gut ohne Ton hätte verfolgen können, ohne etwas zu verpassen.

Zumindest ein wenig erheiternd: Dafür, dass da zwei Leistungssportler antraten, wurde ganz schön viel geächzt und gejammert. Vorwurf: Die Spiele seien zu anstrengend. Gerade angesichts des späteren Siegers und seiner Darbietung bei den etwas sportlicheren Spielen dürfte der eine oder andere ProSieben-Mitarbeiter schon mal kurz nach dem nächsten Sauerstoffzelt geschaut haben. „The Machine“ scheint nicht mehr für den Dauerbetrieb konstruiert zu sein.

Tim Wiese siegt bei „Schlag den Star“ – und steht zu Hause unterm Pantoffel

Ein bisschen was zum Schmunzeln gab es dann allerdings doch noch. Zum Beispiel beim ersten spöttischen Kommentar des Abends, den jedoch weder die Kontrahenten noch Moderator Elton lieferten. Wieses Ehefrau Grit Freiberg-Wiese antwortete auf die furchtbar einfallsreiche Frage, ob „The Machine“ zuhause auch eine Maschine sei: „Nee. Zuhause bin ich die Maschine.“

Leider wurde es bei den Spielen nur selten wirklich unterhaltsam. Meist war schon beim ersten Versuch klar, wer das Match gewinnen wird. Selbst beim Promi-Quiz, bei dem die beiden entscheiden mussten, ob der Vorname falsch ist, blamierten die beiden sich nicht so sehr, dass es lustig war. Auch, wenn zwischendurch mal Unklarheit herrschten, ob Frau Merkel nun Angela oder Angelika heißt.

Auch die richtigen Vornamen von Frau Wagenknecht und Herrn Laschet wollten den beiden partout nicht einfallen. Lediglich eins wussten sie: Dass Sandra und Achim nicht richtig sind. Nach vier Spielen stand fest: Der Coach ist in Führung und gewinnt an Souveränität. Perfekt, um ein bisschen Cross-Promo zu machen und die beiden Erstplatzierten von „FameMaker“ ein Ründchen singen zu lassen. Eigentlich waren Zara Larsson und Mark Forster angekündigt – darauf wurde am Samstag aber nicht mehr eingegangen.

„Schlag den Star“: Patrick Esume hat’s nicht so mit runden Bällen

Am Überraschendsten (im negativen Sinne) bleibt das Spiel „Handball-Duell“ in Erinnerung. Dabei sollten möglichst schnell Bälle durch ein Loch auf das Spielfeld des Gegners geworfen werden. Während sich der ehemalige Torhüter Wiese immer mehr einspielt, scheitert „Coach“ Esume schon daran, den Ball durchs Loch zu werfen. Der Ball sei zu rund, meinte er.

„Ich dachte, nach Verona Pooth kann nichts mehr kommen“, äußerte Elton kurz vor Ende der Sendung. Kann es ein niederschmetternderes Urteil des Moderators geben? Der Auslöser: Anstatt ihm beim Vortragen der Spielregeln zuzuhören, buzzerten beide bei „Was passt nicht?“ einfach munter drauf los – schon bevor ihnen die Bilder gezeigt wurden, auf denen sie die Lösung des Spiels erkennen konnten.

Hatte man erst den Eindruck, dass es kein Vorbeiziehen an Esume gab, überraschte Wiese mit einem starken Endspurt und gewann das entscheidende Duell und damit 100.000 Euro für sich. Über die maximale Dauer von 15 Runden ging das Duell. Das war dieses Mal leider kein Vorteil für die Zuschauer.